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    Antweiler/MainzKita Antweiler: Landesjugendamt nimmt Stellung

    Hat es in der Kindertagesstätte Antweiler Misshandlungen von Kindern gegeben? Die Frage beschäftigt nicht nur die Kriminalinspektion Mayen und die Staatsanwaltschaft. Auch die Eltern der 47 Kinder aus Antweiler, Aremberg, Dorsel, Eichenbach, Fuchshofen und Müsch rätseln weiter, was in der Tagesstätte wirklich geschehen ist.

    In der Kita in Antweiler sollen Kinder misshandelt worden sein. Foto:
    In der Kita in Antweiler sollen Kinder misshandelt worden sein.
    Foto: - Sascha Ditscher

    Von unserem Redaktionsleiter Uli Adams

    Mutmaßungen und Gerüchte machen die Runde. Da wird von Kindern berichtet, die bei Bestrafungen zu Hause freiwillig die Hände auf den Rücken legen. So, als sollten sie gefesselt werden. Das Kinder an Stühle festgebunden wurden, ist einer der unvorstellbaren Vorwürfe, die gegen jene Erzieherinnen erhoben werden, gegen die polizeiliche Ermittlungen eingeleitet wurden.

    Gabriele Schomers aus Dorsel gehört zu den Eltern, die nicht glauben, dass die ganzen Vorwürfe so stimmen, wie sie der Rhein-Zeitung schreibt. "Meine Kinder gehen gerne in die Kindertagesstätte. Und wenn wir in den Kindergarten gehen, dann werden die Erzieherinnen von meinen Kindern umarmt!" Sie hofft für den Kindergarten Regenbogen, dass alles sich zum Guten wendet, und wünscht allen Erzieherinnen "Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr."

    Anonym bleiben will eine weitere Mutter, deren Kind seit zwei Wochen nicht mehr in die Kita geht. "Abgesehen von den Vorwürfen und der damit verbundenen Ohnmacht von uns Eltern, halte ich das Vorgehen von VG-Bürgermeister Hermann-Josef Romes für äußerst taktlos."

    Sie kann nicht begreifen, dass man beim Elternabend am 6. Dezember um Vertrauen für das verbleibende Kita-Team gebeten habe und darauf verwiesen habe, dass es auch nicht zu ersetzen sei. "Die verbliebenen Erzieherinnen sind aber die, die nicht eingegriffen haben und sich unserer Kenntnis nach bis jetzt nicht äußern. Wir Eltern sollen also Vertrauen in Menschen haben, die von den Übergriffen wussten, teils Augenzeuge waren und nichts unternommen haben", schreibt die Mutter, deren Name der Redaktion bekannt ist. Die Mutter kann auch nicht nachvollziehen, dass das Landesjugendamt "beim Elternabend der Meinung war, es sei besser, wenn die Eltern nicht über die Einzelheiten informiert werden".

    Die Rhein-Zeitung hat die Leiterin der Abteilung Kindertagesstätten beim Landesjugendamt in Mainz, Doris Michell, schriftlich um Stellungnahme gebeten. Hier die Fragen und Antworten von Frau Michell:

    Seit wann weiß Ihr Amt von dem Fall? Nach unseren Informationen haben zwei Mitarbeiterinnen, die selbst gekündigt haben, bereits im August Zweckverband und Kreisjugendamt informiert.

    Das Landesjugendamt ist seit Ende August in diesem Fall tätig. Auf die Hinweise der Mitarbeiterinnen wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Träger und dem örtlich zuständigen Jugendamt das weitere Vorgehen abgestimmt, damit das Wohl der Kinder in der Einrichtung gewährleistet ist.

    Wer hat Sie informiert?

    Der Träger hat das Landesjugendamt über die Vorwürfe informiert.

    Gab/gibt es Möglichkeiten für das Landesjugendamt einzuwirken - beispielsweise: Schließung des Kindergartens? Welche konkreten Schritte wurden vom Landesjugendamt unternommen?

    Das Landesjugendamt hat den Träger entsprechend beraten. So wurde zunächst der Einsatz der angeschuldigten Mitarbeiterinnen eingeschränkt. Nachdem die Vorwürfe sich konkretisiert hatten, wurden in Absprache mit dem Landesjugendamt diese bis auf Weiteres freigestellt. Eine Schließung der Einrichtung war nicht angezeigt, da der vorsorgliche Schutz der Kinder mit diesen Maßnahmen gewährleistet werden kann.

    War das Landesjugendamt bei der Elternversammlung am 6. Dezember dabei, und wie haben Sie sich geäußert?

    Bei der Elternversammlung am 6. Dezember waren vom Landesjugendamt die Referatsleiterin und die zuständige pädagogische Mitarbeiterin dabei. Beide standen für Fragen zur Verfügung und wiesen ausdrücklich darauf hin, dass Eltern sich jederzeit direkt an sie wenden können.

    Sind Ihrem Haus vergleichbare Fälle im Land bekannt?

    Bedauerlicherweise gibt es gelegentlich Hinweise darauf, dass in einer Kindertagesstätte Kinder nicht so betreut werden, wie dies angemessen ist. Das Landesjugendamt wird bei solchen Hinweisen unverzüglich tätig. Sie werden mit höchster Priorität bearbeitet.

    Wie oft müssen Sie im Jahr Vorwürfen wegen Kindesmisshandlung durch Erzieher oder andere Personen nachgehen?

    Es gibt über 2500 Kindertagesstätten im Land, in denen durchweg gute pädagogische Arbeit geleistet wird. Dennoch kommt es im Laufe des Jahres zu einer Reihe von Anfragen an das Landesjugendamt, bei denen Erzieherinnen und Erziehern ein unangemessenes Verhalten vorgeworfen wird. In den meisten Fällen kann im Rahmen der Beratung durch das Landesjugendamt festgestellt werden, dass Missverständnisse zu diesen Beschwerden führten. Verurteilungen von Erzieherinnen wegen Kindesmisshandlung sind im laufenden Jahr dem Landesjugendamt nicht bekannt geworden.

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