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    Rheinland-PfalzKinderarmut in Rheinland-Pfalz: 74.000 junge Menschen leben von Hartz IV

    Die Wirtschaft wächst, und trotzdem leben mehr Kinder als bisher in Armut. Landesweit lebten im vergangenen Jahr 74 395 junge Menschen unter 18 Jahren in Familien, die Hartz IV beziehen (11,5 Prozent) - das waren 3880 mehr als noch vier Jahre zuvor (10,7 Prozent). Das geht aus einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh hervor.

    Symbolbild
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    Foto: dpa

    Deutschlandweit sind es mehr als 1,9 Millionen Jungen und Mädchen (14,7 Prozent) - 52 000 mehr als noch im Vorjahr. Von Kinderarmut waren anteilig in Rheinland-Pfalz besonders viele unter 18-Jährige in Pirmasens (27 Prozent) betroffen, etwas weniger waren es in Ludwigshafen (26,2 Prozent) und in Kaiserslautern (23,4 Prozent). In diesen Regionen ist auch die Arbeitslosigkeit vergleichsweise hoch - in Pirmasens liegt sie bei 12,4 Prozent.

    Hohes Risiko bei Alleinerziehenden

    Alarmierend: In Rheinland-Pfalz lebte die Hälfte der armen Kinder im Alter von 7 bis 15 mindestens drei Jahre lang von der Grundsicherung. Vor allem bei Alleinerziehenden und kinderreichen Familien ist den Daten zufolge das Armutsrisiko hoch. Fast die Hälfte (48,2 Prozent) aller betroffenen Kinder wuchs bei nur einem Elternteil auf.

    Sandra Keßler, Pressesprecherin des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz, erklärt: "Grundsätzlich gilt: Je früher und je länger Mädchen und Jungen Armutsbedingungen ausgesetzt sind, desto größer sind die negativen Folgen für die spätere Lebensentwicklung." Somit hat die Armut nicht nur Folgen für die kurzfristige materielle Situation, sondern reduziert auch langfristig die Teilhabechancen in verschiedenen Lebensbereichen. Besondere Risiken gibt es laut Keßler mit Blick auf Entwicklungsdefizite, Unterversorgung und soziale Ausgrenzung.

    Kindern fehlt es an gesundem Essen

    Die Auswertung von Studien zeigt, dass Armut eine Vielzahl an Problemen für Kinder bedeutet. So weisen sie laut Keßler einen schlechteren Gesundheitszustand auf - ernährungs- sowie bewegungsbedingtes Übergewicht sind hier die Hauptfolgen verfehlten Gesundheitsverhaltens. Experten sagen außerdem, dass arme Kinder und Jugendliche häufiger sozial isoliert sind, weil sie zum Beispiel keinem Sportverein beitreten können und auch eine Feier zu ihrem Geburtstag flachfällt.

    Ein anderer Faktor ist die Bildung: Die Kinder haben zu Hause oft kein Zimmer, um in Ruhe Hausaufgaben zu machen, geschweige denn einen Computer. Zudem wiederholen sie häufiger eine Klasse und schaffen seltener den Sprung auf das Gymnasium. "Bei Kindern wirkt sich die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich besonders stark aus", sagt Keßler.

    Sie erklärt außerdem, dass Kinderarmut ein Problem ist, das in Städten erheblich stärker ausgeprägt ist als in ländlicheren Regionen. Der deutschlandweite Negativspitzenreiter ist übrigens Bremerhaven mit 40,5 Prozent. Bayern hat mit 6,8 Prozent den niedrigsten Anteil in ganz Deutschland.

    Sabrina Rödder/dpa

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