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    MainzInklusion: Eltern behinderter Kinder dürfen Schule frei wählen

    Eltern behinderter Kinder dürfen künftig frei wählen, welche Schule ihre Sprösslinge besuchen. Das und mehr Mitspracherechte für Eltern und Schüler sieht die Novelle des Schulgesetzes vor, die im August 2014 in Kraft treten soll.

    Behinderte und nicht-behinderte Kinder sollen immer öfter gemeinsam unterrichtet werden. Foto: dpa
    Behinderte und nicht-behinderte Kinder sollen immer öfter gemeinsam unterrichtet werden.
    Foto: dpa

    Von unserem Mitarbeiter Frank Giarra

    Vor zehn Jahren hat sich Rheinland-Pfalz auf den Weg gemacht, um den gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht-behinderter Kinder zu forcieren. Der Fachbegriff dafür lautet Inklusion. Mittlerweile gibt es 150 Schwerpunktschulen im Grundschulbereich und 112 im weiterführenden Bereich. Daneben existieren landesweit 138 Förderschulen.

    Rund 20 000 behinderte Kinder werden in Rheinland-Pfalz unterrichtet, drei Viertel davon an Schwerpunktschulen und ein Viertel an Förderschulen. Zu den 640 sonderpädagogischen Fachlehrern sollen 200 bis 2016 hinzukommen. Obwohl die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) noch Kapazitäten bei den Schwerpunktschulen sieht, plant sie mit 40 bis 50 weiteren.

    Mitnichten sei die Abschaffung der Förderschulen geplant, unterstreicht die Ministerin. Die Gesetzesnovelle sieht vor, dass ausgewählte Förderschulen auf Antrag zu regionalen Förder- und Beratungszentren werden können, bei denen alle Lehrkräfte Unterstützung finden.

    Die CDU und Lehrerverbände beklagen, den Eltern werde zwar das freie Schulwahlrecht ermöglicht, für genügend ausgebildete Fachlehrer und Räume sorge die Landesregierung nicht. "Über die Schieflage von Anspruch und Wirklichkeit darf nicht einfach hinweggesehen werden", sagt Bernd Karst, Landesvorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer.

    Gerhard Bold, Landeschef des Verbandes Bildung und Erziehung, spricht von einer Unterfinanzierung. Die Landesregierung müsse ihre Sparbeschlüsse zur Streichung von fast 2000 Lehrerstellen überdenken. "Inklusion gibt es nicht zum Nulltarif", warnt FDP-Landeschef Volker Wissing. Die Ministerin reagiert gereizt. Es würden "beträchtliche Ressourcen zusätzlich eingesetzt", sagt Ahnen. Außerdem dürfe niemand so tun, als sei die Erfüllung der UN-Konvention ins Belieben gestellt. "Das wird von uns rechtlich verlangt, und das gefällt mir auch", betont die SPD-Politikerin.

    RZ-Kommentar: Bei der Integration behinderter Kinder gilt vor allem Behutsamkeit
    Rheinland-Pfalz
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