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  • Polizei erwischt die Teer-Mafia in Stromberg

    Stromberg. Die Teer-Mafia ist am Mittwochnachmittag in Stromberg auf frischer Tat ertappt worden. Fünf Bauarbeiter irischer und britischer Herkunft waren gerade dabei, ihre Arbeiten in einer Einfahrt zu beenden, als die Polizei vorfuhr. Die Arbeiter hatten das Gelände bereits geteert und eine Splittschicht aufgetragen, wollten nun 2700 Euro in bar von der Grundstücksbesitzerin kassieren. Dazu kam es aber nicht. Unsere Zeitung erhielt nach dem am Vortag erschienenen Artikel über die Drückerkolonne den Hinweis, dass die Arbeiter in der Michelstadt zugange sind, und informierte die Polizei.

    Polizei stoppt Teer-Mafia
    Die Teer-Mafia war am Mittwoch in Stromberg unterwegs: Als die Polizei am Tatort anrückte, hatten die fünf Arbeiter ihre Arbeit bereits getan, die Geräte eingepackt und wollten gerade kassieren.
    Foto: Denise Bergfeld

    Stromberg. Die Teer-Mafia ist am Mittwochnachmittag in Stromberg auf frischer Tat ertappt worden. Fünf Bauarbeiter irischer und britischer Herkunft waren gerade dabei, ihre Arbeiten in einer Einfahrt zu beenden, als die Polizei vorfuhr.

    Die Arbeiter hatten das Gelände bereits geteert und eine Splittschicht aufgetragen, wollten nun 2700 Euro in bar von der Grundstücksbesitzerin kassieren. Dazu kam es aber nicht. Der „Oeffentliche“ erhielt nach seinem am Mittwoch erschienenen Artikel über die Drückerkolonne den Hinweis, dass die Arbeiter in der Michelstadt zugange sind, und informierte die Polizei.

    Am Ort bot sich folgendes Bild: Fünf Männer mit orangefarbenen Bauarbeiterwesten stehen in einer Seitenstraße hinter einem Lkw mit britischem Kennzeichen und einer Mini-Straßenwalze und diskutieren. Als der Polizeiwagen um die Ecke biegt, streift sich einer der Arbeiter schnell seine Weste ab, versucht sie zu verstecken und sich zu Fuß unauffällig aus den Staub zu machen. Doch die Beamten sind schneller, pfeifen ihn zurück. Während einer der drei Polizisten die Pässe der fünf EU-Staatsbürger checkt, kehrt die Grundstückbesitzerin zurück. Sie war unterwegs, um Geld abzuholen. Die Männer hatten darauf bestanden. Nach und nach erst realisiert sie, worauf sie sich an ihrer Haustür eingelassen hat.

    Als das Wort „Schwarzarbeit“ fällt, schüttelt sie vehement den Kopf. „Nein, die haben mir doch versichert, dass das alles legal ist“, sagt sie. Die Hausbesitzerin, die anonym bleiben möchte, beteuert: „Die haben mich total überrollt, als sie dann sagten, sie wollen das Geld sofort bar haben. Sie wollten mir danach erst meine Rechnung geben.“ Die Frau mittleren Alters hatte Glück im Unglück. Der Geldautomat in ihrer Nähe war defekt. Sie konnte die Arbeiter nicht entlohnen. Doch wie war es überhaupt so weit gekommen?

    Es war die bekannte Masche: Am Mittwochmorgen gegen kurz vor 10 Uhr hatte der Bauarbeitertrupp bei ihr geklingelt. Sie hatten die marode Einfahrt entdeckt, gaben vor, kürzlich die Gemeindestraße vor dem Haus der Strombergerin geflickt zu haben. Und nun sei ein Leck im Tank mit dem Gummiteer. Das Material müsse schnell verarbeitet werden. Das Angebot: 30 Euro pro Quadratmeter, insgesamt 2700 Euro - inklusive Mehrwertsteuer, wie die Hausbesitzerin nachher betont.

    Im Beisein der Polizisten besteht die Strombergerin weiter auf ihrer Rechnung. Doch die Arbeiter können sie ihr nicht aushändigen. Sie behaupten nun sogar, die Mehrwertsteuer werde noch auf den Festpreis aufgeschlagen. Letztendlich geben sie dann aber doch klein bei. Sichern mündlich zu, sie werden noch eine Rechnung schicken.

    Die Masche ist nicht neu, aber immer noch erfolgreich. Die britischen Straßenbautrupps missbrauchen die EU-Niederlassungsfreiheit, die Behörden müssen machtlos dabei zusehen. Die Arbeiter argumentieren trickreich, geben vor, dass alles legal abläuft. Wird aber keine Rechnung mit Mehrwertsteuer ausgewiesen, macht sich der Auftraggeber schuldig, Schwarzarbeiter beschäftigt zu haben.

    Die Beamten müssen die fünf Arbeiter ziehen lassen. Sie erteilten den Männern einen Platzverweis. „Wenn Sie uns im Kreis Bad Kreuznach erneut auffallen, werden wir Sie einsperren“, gibt ein Polizist den Arbeitern auf Englisch zu verstehen. Die Teer-Mafia packt ein. Dieses Geschäft zumindest ist gründlich schiefgegangen.

    Von Denise Bergfeld

    RZ-Kommentar: Wo kein Kunde, da kein MarktTeer-Mafia zockt Grundstücksbesitzer im Kreis Bad Kreuznach ab
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