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    WesterwaldkreisWegen Biogas: Wildschäden immer Westerwald im teurer

    Hohe Entschädigungszahlungen für Wildschäden schrecken auch im Westerwald immer häufiger potenzielle Jagdpächter ab. Das haben Kurt Sahm und Eckhardt Zeitz aus der Verbandsgemeinde Selters festgestellt. Die beiden Jäger fürchten nun, dass einige Gemeinden in Zukunft womöglich gar keinen Pächter mehr für ihr Revier finden. Ihrer Auffassung nach müsste die Schadensersatzpflicht bei Wildschäden in der Landwirtschaft dringend gesetzlich gedeckelt werden.

    Ein Maisfeld bei Bad Marienberg
    Ein Maisfeld bei Bad Marienberg
    Foto: Röder-Moldenhauer

    Westerwaldkreis - Hohe Entschädigungszahlungen für Wildschäden schrecken auch im Westerwald immer häufiger potenzielle Jagdpächter ab. Das haben Kurt Sahm und Eckhardt Zeitz aus der Verbandsgemeinde Selters festgestellt. Die beiden Jäger fürchten nun, dass einige Gemeinden in Zukunft womöglich gar keinen Pächter mehr für ihr Revier finden. Ihrer Auffassung nach müsste die Schadensersatzpflicht bei Wildschäden in der Landwirtschaft dringend gesetzlich gedeckelt werden.

    Sahm ist Pächter des Rückerother Reviers. Er selbst ist von hohen Schäden bislang verschont geblieben. Einige befreundete Jäger in der Umgebung hat es dagegen bereits übel erwischt: Nachdem eine Wildschweinrotte über ein Feld hergefallen war, mussten sie teilweise bis zu 10 000 Euro Schadensersatz aufbringen. Die Hauptursache dieser Entwicklung ist in den Augen der Jagdpächter, dass inzwischen immer mehr Mais angebaut wird. Dieser wird für den Betrieb von Biogasanlagen benötigt und ist für die Landwirte finanziell lukrativ. Allerdings ist Mais auch bei den Sauen sehr beliebt, sodass häufig hohe Schäden entstehen. Darüber hinaus sind die Entschädigungen höher als bei Getreide oder auch bei Heu. Pro Quadratmeter werden 21 Cent fällig. Bei einem großen Maisfeld kann sich das schnell auf mehrere Tausend Euro summieren.

    Bei einem Erfahrungsaustausch in Maxsain haben Jagdpächter und Jagdaufseher aus der Verbandsgemeinde Selters kürzlich über das Problem diskutiert. Rund 20 Reviere gibt es dort. Weil die Felder nach einer Maisernte oft nicht richtig abgeräumt werden, entstehen nicht selten Folgeschäden beim Winterweizen – Wildschweine graben die untergepflügten Kolben aus, der Jagdpächter muss erneut zahlen. Bei einer Pachtdauer von neuerdings fünf Jahren können sich die Zahlungen auf den Wert eines Wohnhauses summieren, rechnen die Jäger vor (durch das neue Jagdgesetz wurde die Mindestpachtdauer von neun auf fünf Jahre herabgesetzt). Neben der Pacht wird zudem die Jagdsteuer fällig, welche an den Westerwaldkreis zu zahlen ist. Gelingt es einer Gemeinde nicht, einen geeigneten Pächter zu finden, so werden die Kosten auf alle Grundstückseigentümer im Ort umgelegt.

    Einige Kommunen haben bereits auf die Entwicklung reagiert und die Entschädigung für Wildschäden gedeckelt. Die Pächter müssen dann je nach Vertrag maximal 1000 bis 3000 Euro pro Jagdjahr bezahlen, den Rest übernimmt die jeweilige Gemeinde. Auf diesem Weg konnte nach mehrfacher Ausschreibung doch noch ein Jagdpächter gefunden werden. Bei der Diskussion in Maxsain wurden potenzielle Pächter ausdrücklich davor gewarnt, einen Mustervertrag des Gemeinden- und Städtebunds zu unterzeichnen, da dieser keine Deckelung der Schadenssumme vorsieht.

     

    Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

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