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  • Unfall Dicke Eisplatte durchschlug die Frontscheibe - Ehepaar aus Westernohe lobt beherzte Helfer

    Viel Glück im Unglück in vier Akten aufbewahrt

    Westernohe. Es war Freitag, der 6. Januar 2017. Die Eheleute Annelie und Engelbert Zoth aus Westernohe befuhren die Nistertalstraße in Richtung Langenhahn. In Höhe der Gemarkung Bellingen kam ihnen ein Kleintransporter entgegen. Ziemlich genau um 11.45 Uhr fuhren beide Fahrzeuge aneinander vorbei – und dann passierte es. Vom Dach des Kleintransporters löste sich eine Eisplatte und steuerte wie ein Geschoss auf das Führerhaus der Eheleute Zoth zu.

    Den 6. Januar 2017 werden die Eheleute Zoth aus Westernohe ihr Leben lang nicht vergessen. Es war der Tag, als sich auf der Nistertalstraße vom Dach eines Kleintransporters eine Eisplatte löste und wie ein Geschoss auf ihr Auto zusteuerte. Die Platte durchschlug die Windschutzscheibe und traf Engelbert Zoth am Kopf.
    Den 6. Januar 2017 werden die Eheleute Zoth aus Westernohe ihr Leben lang nicht vergessen. Es war der Tag, als sich auf der Nistertalstraße vom Dach eines Kleintransporters eine Eisplatte löste und wie ein Geschoss auf ihr Auto zusteuerte. Die Platte durchschlug die Windschutzscheibe und traf Engelbert Zoth am Kopf.
    Foto: Foto: Röder-Moldenhauer

    Engelbert Zoth saß am Steuer und sah was auf ihn zukam. Er drückte reflexartig auf die Bremse und wich geistesgegenwärtig nach rechts aus. Zoth rückblickend: „Das hat uns wahrscheinlich das Leben gerettet. Wir sind an der Leitplanke entlang gestreift, die aber auch ein weiteres Ausweichen unmöglich machte“.

    Die Eisplatte krachte nun zunächst gegen den Holmen, durchbrach dann die Frontscheibe und traf den Fahrer mit voller Wucht an der Stirn; ganz knapp oberhalb der Augenpartie. Die Augen blieben weitgehend unverletzt. Das war Glück im Unglück, Teil eins. Während der Wagen der Zoths stand, setzte der Unfallverursacher seine Fahrt fort. Er gab später an, von dem Vorfall nichts bemerkt zu haben. Auf der viel befahrenen Straße dauerte es nur Sekunden bis nachfolgende Fahrzeuge an der Unfallstelle ankamen und auch anhielten. Der Erste war ein Rettungssanitäter, der nicht dienstlich unterwegs war. Er sah den blutüberströmten Fahrer, wählte geistesgegenwärtig die 110 und legte direkt einen sachgerechten Verband an. Ein ausgebildeter Sanitäter als erster am Ort des Geschehens – Glück im Unglück, Teil zwei. Annelie Zoth kam übrigens mit dem Schrecken davon. Lediglich das Blut ihres Ehemannes klebte an ihrer Kleidung. Mit welcher Wucht das Eis durch die Frontscheibe brach, verdeutlichte das völlig verbogene Lenkrad.

    Ein weiterer Verkehrsteilnehmer, der Hilfe anbot, war ein Mann aus Westernohe; mit den Zoths bestens bekannt. Auch er war den beiden Unfallopfern behilflich. Besonderen Dank schulden die Eheleute Zoth aber Wagen Nummer vier, der hinter ihnen anhielt. Der Mann sah, dass die Erstversorgung gesichert war und überlegte nicht lange. Er wendete sein Fahrzeug und fuhr hinter dem Unfallverursacher hinterher. Er holte ihn bald ein, stoppte den Kleintransporter, erklärte ihm was passiert war und forderte ihn zur Umkehr auf. Was dieser auch umgehend tat. Glück im Unglück, Teil drei. Inzwischen waren zwei Streifenwagen am Unfallort eingetroffen. Die Nistertalstraße wurde vollständig gesperrt. Ein Krankenwagen nahm den schwerletzten Engelbert Zoth auf. Der Notarzt forderte den Rettungshubschrauber an.

    Zeitgleich mit dem Rettungshubschrauber traf auch der Sohn der Eheleute Zoth am Unfallort ein. Peter Zoth war an seinem Arbeitsplatz informiert worden und machte sich direkt auf den Weg zu seinen Eltern. Um 13 Uhr lag Engelbert Zoth bereits im OP des Bundeswehr-Zentrallazaretts in Koblenz. Die tiefen Schnittwunden längst über den Augen wurden versorgt; das Nasenbein war gebrochen. Seine Sehkraft war zum Glück nicht beeinträchtigt. Gegen 17 Uhr erwachte er auf Station 11.F1 aus seiner Narkose. Das Schlimmste war erst einmal überstanden. Das schnelle und profihafte Hand-in-Hand-Wirken von Sanitätern, Notarzt und Krankenhausteam hatte sich ausgezahlt. Glück im Unglück, Teil vier.

    Am 13. Januar wurde Zoth aus dem Krankenhaus entlassen. Eine Narbe quer über die Stirn hält das traumatische Erlebnis in Erinnerung. Doch das ist nicht alles, was zurückgeblieben ist. Engelbert Zoth wird auch nach Wochen immer noch von heftigen Kopfschmerzen geplagt. Ehefrau Annelie holt das schreckliche Ereignis in wahren Albträumen immer wieder ein. Vergessen werden die Beiden den 6. Januar 2017 nie. Sie werden aber auch nicht vergessen, welche Hilfsbereitschaft sie erfahren haben. In einem sind sie sich einig: „Wir haben bei allem Unglück noch viel Glück gehabt und können uns gar nicht genug bedanken, bei den vielen Menschen, die uns da hilfreich zur Seite standen. Anfangen von den Verkehrsteilnehmern, die direkt anhielten bis hin zum Ärzteteam in Koblenz.“ Die gerichtliche Aufarbeitung des Verkehrsunfalls steht noch aus.

    Von unserem Mitarbeiter Wolfgang Gerz

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