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    Montabaur/Höhr-GrenzhausenNeonazis sollen Aussteiger zusammengeschlagen haben

    Vor dem Amtsgericht in Montabaur müssen sich seit Freitag acht Angeklagte mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene verantworten. Sie sollen im vergangenen Oktober in Höhr-Grenzhausen einen 30-jährigen Aussteiger zusammengeschlagen und schwer verletzt haben. Sechs der Beschuldigten sind aktuell in Haft. Sie wurden in Handschellen und in Begleitung mehrerer Wachmänner in den Gerichtssaal gebracht.

    Montabaur/Höhr-Grenzhausen. Vor dem Amtsgericht in Montabaur müssen sich seit Freitag acht Angeklagte mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene verantworten. Sie sollen im vergangenen Oktober in Höhr-Grenzhausen einen 30-jährigen Aussteiger zusammengeschlagen und schwer verletzt haben. Sechs der Beschuldigten sind aktuell in Haft. Sie wurden in Handschellen und in Begleitung mehrerer Wachmänner in den Gerichtssaal gebracht.

    Die Tat ereignete sich in der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober 2010 an einer Grillhütte in Höhr-Grenzhausen. Laut Anklageschrift wurde das Opfer unter einem Vorwand zu einer Feier gelockt. Dort sollte er für sein abtrünniges Verhalten „bestraft“ werden. Einer der Angeklagten war angeblich darüber erbost, dass der 30-Jährige ihn in der Szene als V-Mann bezeichnet hatte. Mit solchen Verbindungspersonen versucht die Polizei gelegentlich, kriminelle Strukturen aufzudecken.

    Als der Aussteiger an der Hütte eintraf, soll einer der Angeklagten „Komm her, du Jude!“ gebrüllt haben. Laut Anklageschrift schlugen danach mehrere Personen auf den 30-Jährigen ein. Einer der Beschuldigten habe mit dem Innenrist gegen den Kopf des Opfers getreten, wie dies beim Fußballspielen üblich ist. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stellte sich der junge Mann schließlich tot und konnte deshalb wenig später entkommen. Er erlitt mehrere Brüche im Gesicht und am Kiefer sowie diverse Blutergüsse.

    An dem Übergriff sollen sieben Männer zwischen 20 und 32 Jahren und eine 23-jährige Frau beteiligt gewesen sein. Die Angeklagte und einer der Männer dienten laut Staatsanwaltschaft als Lockvögel. Einem der bereits inhaftierten Männer wird darüber hinaus vorgeworfen, an einem Übergriff in der Nähe von Bad Neuenahr beteiligt gewesen zu sein.

    Das Amtsgericht in Montabaur glich am ersten Verhandlungstag einem Hochsicherheitstrakt. Im Eingangsbereich war eine Sicherheitsschleuse aufgebaut. Mehrere Polizisten kontrollierten alle Besucher des Gebäudes. Vor dem Verhandlungssaal standen weitere Beamte mit Metalldetektoren. Rund ein Dutzend Wachmänner ließen die Angeklagten nicht aus den Augen. Der eigentlich für 9.15 Uhr angesetzte Prozess konnte erst mit mehr als einer Stunde Verspätung beginnen. Ein Teil der Besucher wartete vergeblich, denn es gab nicht genügend Sitzplätze im Saal.

    Schon kurz nach dem Verlesen der Anklageschrift kristallisierte sich heraus, dass die ursprünglich angesetzten zwei Verhandlungstage auf keinen Fall ausreichen werden. Den Rest des Vormittags verbrachte das Gericht damit, die Termine von acht Verteidigern, einem Staatsanwalt, einem Richter und zwei Schöffen unter einen Hut zu bringen. Das Urteil wird voraussichtlich Mitte September fallen.

    Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

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