40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Westerwälder Zeitung
  • » Gericht schickt suchtkranke Diebin ins Gefängnis
  • Aus unserem Archiv

    MontabaurGericht schickt suchtkranke Diebin ins Gefängnis

    Sie kann das Trinken einfach nicht lassen und kam sogar alkoholisiert zum Gerichtsprozess. Nun muss eine 48-jährige Frau aus dem Raum Montabaur für zehn Monate ins Gefängnis, weil sie zwei Flaschen Hochprozentiges in einem Supermarkt gestohlen und nach einer Kassiererin geschlagen hatte. Das hat das Schöffengericht in Montabaur entschieden. Ursprünglich hätte der Prozess gegen die Frau schon eine Woche früher stattfinden sollen. Die Angeklagte war jedoch so betrunken, dass sie nicht verhandlungsfähig war.

    Laut eigener Aussage hatte die Frau den Bus nach Montabaur verpasst, nachdem sie zuvor eine Entzugsklinik in Mayen verlassen hatte. Die Wartezeit überbrückte sie mit einem kleinen Einkauf in einer Tankstelle. Die Flachmänner im Regal hatten sie dabei so "angelächelt", dass sie nicht widerstehen konnte, erklärte die Angeklagte. Als sie dann doch noch im Gericht erschien, war der Alkohol in ihrem Atem zu riechen.

    Lallend beteuerte die 48-Jährige, nichts getrunken zu haben. Doch der Leiter des Montabaurer Gesundheitsamtes, Dr. Heinz Jürgen Fischbach, stellte sogleich leichte neurologische Ausfälle und eine Blutalkoholkonzentration von 1,68 Promille fest. Als die Drogenabhängige schließlich mit Richter Dennis Graf diskutieren wollte, hatte dieser endgültig genug. Aufgrund ihres Zustands und der halbstündigen Verspätung ließ er die Frau bis zum nächsten Termin inhaftieren.

    Begleitet von zwei Polizisten betrat die 48-Jährige nun erneut den Gerichtssaal und grinste. Eine Zeugin schilderte, wie sie die Angeklagte im Januar beim Diebstahl einer Flasche Wein und einer Flasche Wodka beobachtet hatte. Als die Kassiererin des Supermarkts die Frau auf dem Parkplatz aufforderte, den Inhalt ihrer Tasche zu zeigen, schlug die 48-Jährige nach ihr und floh. Die 55-jährige Zeugin hatte Glück, dass sie nicht getroffen wurde. Sie konnte die Diebin sofort identifizieren - die Angeklagte ist eine Stammkundin des Supermarktes und den Mitarbeitern bestens bekannt. Sie selbst gab an, sich nicht an die Tat zu erinnern.

    Die Suchtkarriere der Angeklagten hat indes schon vor vielen Jahren begonnen. Durch ihren Ex-Mann war die damals 24-Jährige mit Heroin und Kokain in Kontakt gekommen. Kiffen gehörte bei ihr fortan zu ihrem Alltag. Die Mutter zweier Söhne war ihr Leben lang arbeitslos und lebte von Grundsicherung. Trotz zweier Aufenthalte in Entzugskliniken wurde sie immer wieder rückfällig. Wenn sie kein Geld für Drogen hatte, griff sie zu Alkohol und Medikamenten. Ihr Vorstrafenregister umfasst bereits 15 Eintragungen, darunter sechs wegen Diebstahls. Trotzdem kam sie bislang fast immer mit Bewährung oder Geldstrafen davon.

    Dieses Mal führt der Weg der Frau jedoch ins Gefängnis. Richter Dennis Graf richtete zum Abschluss einen eindringlichen Appell an die 48-Jährige: "Sie müssen von den Drogen weg und ihr Leben in den Griff kriegen", sagte der Jurist. Andernfalls sehe er keine Chance auf Besserung. Die Frau soll im August erneut eine Entzugsklinik besuchen.

    Von unserer Mitarbeiterin Jessica Pfeiffer und unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

    Montabaur Hachenburg
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    epaper-startseite
    Regionalwetter Westerwald
    Montag

    14°C - 21°C
    Dienstag

    15°C - 24°C
    Mittwoch

    18°C - 28°C
    Donnerstag

    17°C - 25°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Bildergalerien: Fotos unserer Leser
    &bdquo;Pfui Spinne&ldquo; mag der ein oder andere beim Anblick dieses Fotos von Volker Horz denken. Und doch hat die Detailaufnahme dieses Festmahls ihren ganz eigenen Reiz. Jedenfalls ist dem Achtbeiner hier ein dicker Fang ins Netz gegangen.&nbsp;Wenn auch Sie ein sch&ouml;nes Bild f&uuml;r unsere Leserfoto-Rubrik haben, dann schicken Sie es an die Adresse <a href="mailto:montabaur@rhein-zeitung.net">montabaur@rhein-zeitung.net</a>. Beachten Sie dabei bitte die erforderliche Mindestaufl&ouml;sung von 2500 mal 1500 Pixel.

    Mit der Kamera im Westerwald unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.