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  • Bahn wäre ein Gewinn für den Tourismus: Fahrt durch das Brexbachtal von Engers nach Siershahn

    Westerwald. Eine Bahn durch das Brexbachtal für Touristen, die vom 1. April bis zum 31. Oktober an den Wochenenden und zudem an den Feiertagen verkehrt: So wünscht sich der Verein Brexbachtalbahn die künftige Nutzung der 21,6 Kilometer langen Strecke zwischen Engers und Siershahn. Seit Jahren kämpft der Verein für eine Reaktivierung der Strecke. Im November gab es allerdings eine schlechte Nachricht. Der Bendorfer Stadtbürgermeister Michael Kessler teilte bei einer Stadtratssitzung mit, dass die Brexbachtalbahn vorerst nicht reaktiviert wird. Ein Treffen der Vertreter der verschiedenen Landkreise, Städte und Verbandsgemeinden, durch die die Trasse der Brexbachtalbahn verläuft, habe ergeben, dass momentan kein kommunaler Käufer oder Pächter für die Bahnstrecke in Sicht sei und es keine Förderrichtlinie seitens des Landes gebe. Würde die Brexbachtalbahn zudem für touristische Zwecke reaktiviert, so sei nicht ausgeschlossen, dass sie auch für Güterverkehr mit einer Achslast von bis zu 15 Tonnen genutzt werde, so Michael Kessler weiter. Nach EU-Recht muss ein sogenannter diskriminierungsfreier Zugang gewährt werden.

    Foto: honorarfrei

    Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

    Trotz der derzeit schlechten Aussichten hat der Verein, dessen Mitglieder in den vergangenen acht Jahren in zusammen rund 100 000 Stunden ehrenamtlich die Strecke ausgebessert und vom Bewuchs freigehalten haben, in einem Konzeptpapier schon einen imaginären Fahrplan aufgestellt. Demnach würde ein Zug beispielsweise um 9.38 Uhr in Engers losfahren, seinen ersten Halt um 9.43 Uhr in Bendorf-Stadtmitte haben, unmittelbar hinter dem Kaufland, und dann ins Brexbachtal abbiegen. Weitere Haltepunkte wären "Sayn-Abtei/Kletterwald", "Pfadfinderlager" und Grenzau, um dann im Anschluss an einen Abstecher nach Höhr-Grenzhausen bis nach Siershahn weiterzufahren, wo er um 10.34 Uhr einträfe. Jenseits der Fahrten an den Wochenenden und den Feiertagen würde der Verein auch gern Themenfahrten veranstalten, beispielsweise zum Weihnachtsmarkt in Puderbach. "Denkbar ist auch eine Wiederaufnahme des Drei-Städte-Wandertages, der einstmals - als die Bahn noch fuhr - Tausende Wanderfreunde ins Brexbachtal lockte", sagt Vereinsmitglied Gernot Kallweit.

    Anderswo in Deutschland funktionieren solche Touristenbahnen hervorragend, so beispielsweise auf der anderen Rheinseite, wo die Brohltalbahn jährlich von Juni bis September rund 40 000 Fahrgäste von Brohl nach Engeln in die Eifel und wieder zurück transportiert. "Andere Beispiele für erfolgreiche Touristenbahnen sind die Drei-Seen-Bahn im Schwarzwald sowie die Ilztalbahn, die von Passau nach Freyung im Bayerischen Wald verläuft", sagt Kallweit.

    Wie bei der Brexbachtalbahn wurde auch bei der Ilztalbahn in den 80er-Jahren der Personenverkehr eingestellt. Zwischenzeitlich wurde sogar über ein Abmontieren der Gleise zugunsten eines Radwegs diskutiert. "Und nun ist der Erfolg so groß, dass es Überlegungen gibt, dort wieder einen Personenverkehr ganz regulär fürs gesamte Jahr einzuführen", erläutert Kallweit. Um die Strecke zu betreiben, müsste nach den Vorstellungen des Vereins die Stadt Bendorf als Pächterin der Trasse dann noch ein Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmen (EIU) finden. Ein EIU betreibt auch die Brohltalbahn.

    Was den Tourismus betrifft, so versprechen sich einige Institutionen einen Gewinn von der Reaktivierung der Brexbachtalbahn. So unter anderem der Betreiber des Kletterwaldes in Sayn, der nach eigenen Angaben 2014 rund 40 000 Besucher hatte. Und auch die Werbegemeinschaft "Aktiv Sayn", der "Kulturpark Sayn" wie auch der Freundeskreis Sayner Hütte würden eine Reaktivierung der Brexbachtalbahn befürworten.

    "Von einem regelmäßigen Bahnverkehr werden die touristischen Sehenswürdigkeiten in Bendorf und im Rheintal profitieren", meint Hartmut Bernd, stellvertretender Vorsitzender der Bendorfer SPD-Ratsfraktion. Eine touristische Attraktion des heutigen Bendorfs lieferte übrigens die Basis für die Brexbachtalbahn: Die Schienen wurden nämlich in der Sayner Hütte hergestellt.

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