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    Annegret Held hilft Flüchtlingen beim Sprachunterricht: Situation geprägt von überwältigender Dankbarkeit

    Die Westerwälder Autorin Annegret Held aus Pottum arbeitet mit Flüchtlingen in Deutschkursen, und sie begleitet Kinder und ihre Väter zum Gesundheitsamt.

    Foto: Michael Wenzel

    Sie ist dabei auf zutiefst verschüchterte Menschen gestoßen, die gerade mit dem Leben davongekommen sind, angezogen mit Kleidern aus unseren Lumpensäcken, die ihnen oft zu groß sind.

    Deutschschüler von Annegret Held tragen Narben am Kopf von den Folterspuren der Taliban, Ibrahim wurden an einer Hand alle Finger abgeschnitten. Eine Mutter hat auf der Flucht von fünf Kindern drei verloren. Ein Junge berichtete ihr, dass sein Vater vor seinen Augen erschossen wurde, und da hat er nur noch gedacht: "Dschermani" - er muss nach Germany.

    Mühsam malt die Autorin aus dem Westerwald Buchstaben mit Frauen, die niemals einen Buchstaben in ihrer Heimat schreiben durften. Kleine Mädchen, die über jedes deutsche Wort, das sie lernen, vor Freude tanzen: Wasser. Nase. Bus ...

    "Die Männer sind oft gedrückt, denn nur allein, dass sie hier sind, bedeutet nicht, dass sie wissen, was aus ihnen wird", schildert Annegret Held ihre Beobachtungen und Erfahrungen. "Ihre Familien, ihre Dörfer haben alles verkauft, was sie hatten, Autos, Möbel, Fernseher, damit ein einziger Junge, der klug und stark ist, es zu uns schafft. Diese Verantwortung lastet schwer auf ihren Schultern."

    Der muslimische Glaube sei selbstverständlich eine Herausforderung für uns, sagt die Autorin. Etwa die Rolle der Frau. "Doch darf man daran erinnern, dass es auch bei uns Zeiten gab, in denen es modern war, daheim sein Weib zu verprügeln, und auch Kinder wurden brutal gezüchtigt. Das Frauenwahlrecht in Europa ist meist keine Hundert Jahre alt. Man darf nicht zu viel verlangen", mahnt Annegret Held.

    In den Stunden, in denen die Autorin mit den Flüchtlingen lernt, geht es nicht um solche Fragen. Es herrsche eine überwältigende Dankbarkeit, beinahe Demut den Christen gegenüber, die ihnen helfen in ihrer größten Not, beschreibt die Westerwälderin die Situation. "Das macht etwas mit ihnen. Das macht auch was mit uns. In der Arbeit mit den Flüchtlingen herrscht so etwas wie eine vollkommene Liebe, etwas von: 'Alle Menschen werden Brüder'." Es seien unsere christlichen und kulturellen Werte, für die es einzustehen gelte, so Held. Zugegeben werde es ein wenig eng in Deutschland. Aber es sei uns auch lange gut gegangen. "Ein wenig haben wir noch übrig, um es zu teilen. Begrüßen wir die Menschen auf dem Stegskopf liebevoll. Sie haben die Hölle hinter sich. Zeigen wir ihnen, dass es nicht nur Hunger, Gewalt und Grausamkeit gibt. Helfen wir ihnen durch diese Zeit, spielen wir mit ihren Kindern, lassen wir den Wäller Wind etwas von den furchtbaren Erinnerungen fortblasen", fordert die Autorin .

    Und Annegret Held ist sich sicher, dass Deutschland auf einem richtigen Weg ist. Der stärkste Schlag gegen die IS, das habe auf geheimem Weg ein IS-Insider berichtet, seien bisher nicht die Bomben der Alliierten gewesen, sondern die Willkommensbilder aus Deutschland, die um die Welt gingen. "Sie zerstörten ihre krude Moral, sie zerstörten ihr Weltbild, indem sie den Hass aufrechterhalten. Kämpfen wir weiter gegen den IS, behandeln wir ihre Leute freundlich, wie Menschen, edel sei der Mensch, hilfreich und gut. So steht es über der Tür vom Reichstag. Halten wir Angela Merkel die Stellung. In den Zeiten, wo sie unseren Wohlstand und unsere Pfründe sicherte, war sie allen gut genug", so die Autorin. "Nun, wo sie die Worte unseres größten Dichters, Johann Wolfgang von Goethe, beherzigt und sich auch etwas aus dem Fenster gelehnt hat, sollten wir ihr beistehen, auch wenn es uns nicht immer gefällt." Michael Wenzel

    Literarische Zitate zur Barmherzigkeit

     Annegret Held: „Es gibt noch mehr große Dichtungen, die zur jetzigen Situation passen: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“ von Johann Wolfgang von Goethe. Angela Merkel wird im Bundestag mit Bibelzitaten von den Linken gelobt: „Ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben, ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich war allein in der Fremde, doch ihr habt mit Obdach gegeben.“ Und dann gibt es natürlich noch das Jesuszitat: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan.“

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