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    Kreis NeuwiedZinsen sind auch im Kreis Neuwied auf Rekordtief

    Anfang des Monats hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf 0,75 Prozent gesenkt. Damit können sich die Banken dort erstmals in der Geschichte für einen Zinssatz von weniger als 1 Prozent Geld beschaffen. Wir haben nicht nur bei den heimischen Kreditinstituten nachgefragt, wie sich das auf die Kunden im Kreis Neuwied auswirk, sondern auch die aktuellen Disposätze der Banken im Kreis verglichen.

    Kreis Neuwied - Anfang des Monats hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf 0,75 Prozent gesenkt. Damit können sich die Banken dort erstmals in der Geschichte für einen Zinssatz von weniger als 1 Prozent Geld beschaffen. Wir haben nicht nur  bei den heimischen Kreditinstituten nachgefragt, wie sich das auf die Kunden im Kreis Neuwied auswirk, sondern auch die aktuellen Disposätze der Banken im Kreis verglichen.

    Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

    Die Antwort der Banker ist eindeutig: Die Zinssenkung wird weitergegeben – wenn auch teilweise mit Verzögerung. „Des einen Freud, des anderen Leid“, sagt Thomas Paffenholz, Vorstand der Sparkasse Neuwied, dazu. Traumkonditionen für die, die einen Kredit aufnehmen wollen, stehen karge Ausbeuten für diejenigen gegenüber, die Guthaben anlegen können (bei Einberechnung der Inflation sogar häufig reale Geldverluste).

    Konkret berichtet Paffenholz, dass sein Institut beim Tagesgeld die Verzinsung dieses Mal um die vollen 0,25 Prozent gesenkt hat. Die beiden vorangegangenen Leitzinssenkungen der EZB im November und Dezember habe man dagegen erst im Februar und auch nur zur Hälfte nachvollzogen.

    Auf der anderen Seite weist er darauf hin, dass die Veränderung des Satzes für Dispo-Kredite nur mittelbar von der EZB abhängt. Gesetzlich vorgeschriebene Messgröße sei vielmehr der Euriobor genannte Durchschnittsatz, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen, erklärt Paffenholz. Dieser wird alle drei Monate neu festgelegt, und je nach seiner Veränderung bewegt sich auch der Disposatz der Banken – allerdings gerechnet vom jeweils eigenständig festgelegten Basissatz aus.

    Passend dazu berichtet Westerwaldbank-Vorstand Markus Kurtseifer, dass der Disposatz in seinem Haus zum 1. August um 0,3 auf 10,55 Prozent sinken wird. Auf der Gegenseite geht auch die Verzinsung der Kundeneinlagen um 0,25 Prozent zurück, teilt er mit.

    Das gleiche Bild bei der Raiffeisenbank Neustadt. „Vor allem bei den Zinssätzen für Baufinanzierung und auch bei den Dispozinsen geben wir die EZB-Zinssenkung eins zu eins weiter“, sagt Vorstandsmitglied Konrad Breul. Bei den Geldanlagen könnten die Zinssätze mit Blick auf das bereits erreichte niedrige Niveau dagegen nur teilweise reduziert werden, berichtet er weiter. Deshalb verweist er auf den Rat des RaiBa-Anlageexperten Norbert Weber. Der empfiehlt, andere Anlageklassen wie Währungen, Rohstoffe, Aktien und Immobilien beizumischen, „um zumindest die Inflationsrate zu erwirtschaften“. „Krisenzeiten haben sich im Nachhinein oft als günstige Einstiegszeitpunkte erwiesen“, meint Weber.

    Apropos langfristig: Für Hans Schmitt, Vorstand der VR-Bank Neuwied-Linz, ist die EZB-Entscheidung lediglich „ein Signal, dass sich die Zinsen nach unten bewegen und dass kein Ende in Sicht ist“. Unmittelbare Auswirkungen habe eine Leitzinssenkung dagegen auf sein Haus kaum. „Wir nehmen bei der EZB keine Mittel auf, sondern finanzieren uns aus der Region und in der Region.“ Und gerade im Anlagenbereich könne man die 0,25 Prozent kaum mehr weitergeben. „Das ist teilweise nicht mehr zu verkaufen“, sagt er.

    Einig sind sich die befragten Banker, dass beim Dispo hohe Sätze nicht unanständig, sondern durchaus gerechtfertigt sind. „Sie verursachen hohe Bereitstellungskosten und dienen nur zur Finanzierung kurzfristiger Liquiditätsengpässe“, betonen Schmitt, Breul und Paffenholz unisono.

    Ebenfalls gilt bei allen, dass die Sätze für langfristige Kredite wie Anlagen nicht sofort auf jede Leitzinsveränderung reagieren, sondern nur dem langfristigen Trend folgen. Aber auch der ist historisch tief. Von daher rät nicht nur Konrad Breul von der RaiBa: „Wer schon einmal über ein eigenes Häuschen nachgedacht hat, der sollte diesen Plan jetzt realisieren. So günstig war es noch nie.“

     

    Dispo-Sätze im Vergleich

    - Westerwaldbank: 10,85 %

    - Spardabank: 11,75 %

    - RaiBa Neustadt: 12,00 %

    - Sparkasse Neuwied: 12,16 %

    - Deutsche Bank: 12,50 %

    - Santanderbank: 12,55 %

    - Postbank: 12,69 %

    - VR-Bank Neuwied-Linz: 12,75 %

    - Commerzbank: 13,24 %

    - Targobank: 13,63 %

    (Stichtag: 18. Juli. Verglichen worden sind die Zinssätze für eingeräumte Dispo-Kredite auf dem Girokonto. Die Sätze für nicht vereinbarte, aber geduldete Überziehungen sind höher.)

    Neuwied Linz
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