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  • Windkraft in der Kuhheck: Fronten bleiben verhärtet

    Dierdorf. Fünf Windkraftanlagen will die Firma EnBW/Altus in der Dierdorfer Exklave „Kuhheck“ errichten und stößt damit auf erbitterten Widerstand in den drei umliegenden Dörfern Freirachdorf, Roßbach und Mündersbach (Westerwaldkreis). Über 2000 Einwendungen haben die Bürger in der Offenlegungsphase eingereicht. Die darin enthaltenen Punkte wurden am Mittwoch beim offiziellen Erörterungstermin diskutiert.

    Dierdorf - Fünf Windkraftanlagen will die Firma EnBW/Altus in der Dierdorfer Exklave „Kuhheck“ errichten und stößt damit auf erbitterten Widerstand in den drei umliegenden Dörfern Freirachdorf, Roßbach und Mündersbach (Westerwaldkreis). Über 2000 Einwendungen haben die Bürger in der Offenlegungsphase eingereicht. Die darin enthaltenen Punkte wurden am Mittwoch beim offiziellen Erörterungstermin diskutiert.


    In der Dierdorfer Sporthalle ging es dabei erwartet emotional, aber nicht überhitzt zu. Die rund 120 Windkraftgegner beklatschten sich gegenseitig lautstark, trugen ihre Argumente aber mit wenigen Ausnahmen sachlich vor. Auf der anderen Seite saß eine zehnköpfige Gruppe, die die antragsstellende Firma vertrat und ihre Pläne mit Gutachten zu den verschiedenen Kritikpunkten verteidigte.
    Einander näher kamen sich die beiden Parteien gestern nicht, die Fronten bleiben verhärtet – wie es der Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach (CDU) schon in seiner Begrüßung, in der er unterstrich, dass „die Energiewende vor unserer Haustür beginnt“, befürchtet hatte: „Uns ist bewusst, dass es schwierig wird, einen Kompromiss zu finden.“ Der Erörterungstermin sei dennoch auch zum Informationsaustausch wichtig.
    Auch Dierdorfs Beigeordneter Horst Rasbach (SPD), der den im Urlaub befindlichen Bürgermeister Bernd Benner vertrat (Rasbach: „Der Urlaub war angemeldet, bevor die Kreisverwaltung die Erörterung terminiert hat.“), bezweifelte im Gespräch mit der RZ, dass sich die Emotionen legen werden. „Egal, wie es ausgeht, einer klagt“, vermutete er.
    Inhaltlich ging es bei der von Ina Heidelbach (Untere Immissionsschutzbehörde beim Kreis Neuwied) geleiteten Diskussion um die bekannten Kritikpunkte, die kurzgefasst der Protestslogan der Bürgerinitiative (BI) „Rettet die Kuhheck“ wiedergibt: „zu hoch, zu laut, zu nah“ – sind aus Sicht der Westerwälder die geplanten Windkraftanlagen.
    Die Vertreter der Antragsteller konterten mit Gutachten, die sie haben erstellen lassen und nach denen diese Kritik eben nicht zutrifft. Bei der Frage des Schattenwurfs („Disco-Effekt“) beispielsweise würde zudem sofort eine Abschaltautomatik in Gang treten, wenn die Grenzwerte übertroffen werden. Dass das Landschaftsbild „erheblich beeinträchtigt“ werde durch die Windräder bestritten sie dagegen nicht. Wohl aber, dass es sich – wie von BI vorgetragen – bei der Kuhheck um ein „faktisches Naturschutzgebiet“ handelt. „Das Land hat dieses Gebiet nicht unter Schutz gestellt und auch nicht vor, es zu tun“, betonten die EnBW/Altus-Vertreter.
    Der Vogelschutz ist dennoch weiter ein zentrales Thema. So machte Manfred Braun von der Oberen Naturschutzbehörde am Mittwoch deutlich, dass es in der Kuhheck „von Rotmilanen nur so wimmelt“. Und weil in zwei Fällen der Abstand von 1000 Metern zu Brutplätzen nicht eingehalten wird, können nach Meinung seiner Behörde höchstens drei Anlagen genehmigt werden. Die Antragssteller dagegen sprechen lediglich von Rahmenempfehlungen. Eine Studie zeige, dass die dortige Rotmilan-Population durch die Anlagen nicht gefährdet werde.

    (Ulf Steffenfauseweh)

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