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  • Trio wegen Bluttat in der City vor Gericht

    Koblenz/Neuwied. Weil sie ihrem Opfer laut Anklageschrift eine blutige Lektion erteilen wollten, müssen sich seit Dienstag drei Neuwieder vor dem Koblenzer Landgericht verantworten.

    Das Tanzlokal ist im Untergeschoss des abgebildeten Hotels.
    Das Tanzlokal ist im Untergeschoss des abgebildeten Hotels.
    Foto: Julia Fourate

    Von unserem Mitarbeiterin Julia Fourate

    Knüppel, Messer und Bierflasche sollen am 13. April in der Neuwieder Innenstadt zum Einsatz gekommen sein und einen Asylbewerber lebensgefährlich verletzt haben. Die drei mutmaßlichen Täter, zwei Frauen und ein Mann, 29, 32 und 45 Jahre alt, stehen nun wegen versuchten Totschlags und Beihilfe vor dem Koblenzer Landgericht.

    Das Opfer: der Ex-Freund der 45-Jährigen. Er sei "krankhaft eifersüchtig", habe die Trennung von ihr nicht akzeptieren wollen. Permanente Drohanrufe und monatelange Verfolgung seien die Folge gewesen: "Er sagte, er wolle mich im Rollstuhl sehen", schilderte die Iranerin der dritten Strafkammer in ihrer Einlassung die Vorgeschichte. Am mutmaßlichen Tatabend im April sei die Situation dann eskaliert: Nachdem er einen Bekannten hatte mitteilen lassen, seine Ex-Freundin solle eine Strafanzeige gegen ihn zurückziehen und ihn heiraten, soll der Asylbewerber das Handy der Frau und ihre Festnetzleitung "heißgeklingelt" haben.

    Um von "Mann zu Mann" zu reden, will der 32-jährige Schwiegersohn der Frau das Telefongespräch übernommen haben. "Bei der Polizei hat der Ex-Freund meiner Schwiegermutter gesagt, ich hätte angerufen und ihn bedroht, das stimmt nicht", sagte der Angeklagte. Im Gegenteil, er habe versucht, den völlig aufgebrachten Gesprächspartner zu einem klärenden Wortwechsel zu bewegen. Treffpunkt: die Schlossstraße in der Neuwieder Innenstadt.

    Du bist kein Mensch, du bist ein Tier – das habe ich zu ihm gesagt.

    Das hat der Hauptangeklagte nach eigener Aussage zum Opfer gesagt.

    Mit einer zerschlagenen Bierflasche sei Mann dann ohne Vorwarnung auf ihn losgegangen. "Ich habe es ihm mit einem Stock gegeben", räumte der Hauptangeklagte ein und gab an, er habe sich gegen seinen Kontrahenten verteidigen wollen, weil dieser ein Messer gezogen habe. Laut eigener Aussage beendete der Angeklagte den Kampf, nachdem er von seinem Gegner an der Hand getroffen worden war. Der Mann, den der Beschuldigte laut Anklageschrift beinahe erstochen haben soll, sei zu diesem Zeitpunkt nicht sichtbar verletzt gewesen.

    Das erklärte auch die mitangeklagte Partnerin (29) des mutmaßlichen Haupttäters. Sie hatte ihren Freund nach 23 Uhr in die Innenstadt zu dem Treffen gefahren und ihn nach dem Kampf der beiden Männer ins Krankenhaus gebracht. "Als wir losgefahren sind, stand der Ex-Freund meiner Mutter definitiv noch", schilderte sie dem Vorsitzenden Richter Ralf Bock ihre Beobachtungen. Und der Kontrahent habe den Kampf auch begonnen, sei mit der Bierflasche auf ihren Freund losgegangen.

    Die Staatsanwaltschaft widersprach allerdings den Versionen der Beschuldigten: Das Trio habe "Erlebnispädagogik" betrieben, die Bluttat sei gezielt verübt worden. Der Hauptangeklagte wollte nach Überzeugung der Anklage der Familie seiner Freundin helfen und imponieren. Er soll, so lautet der Tatvorwurf, in dem minutenlangen Kampf gegen den Ex-Freund seiner Schwiegermutter mit einem Stock in der linken und einer Zwölf-Zentimeter-Klinge in der rechten Hand die Oberhand behalten und den Unterlegenen in die Brust gestochen haben. Von dem Blutenden abgelassen habe der 32-Jährige nicht etwa, weil seine eigenen Verletzungen ihn dazu gezwungen hätten, sondern, weil die immer größer werdende Menschenmenge um ihn herum die Ankunft der Polizei ankündigte. Am Boden liegend soll das Opfer dem Erstickungstod nur knapp entronnen sein.

    Die Vernehmungen des Opfers und der Augenzeugen sollen nun den Tathergang rekonstruieren. Die Verhandlung wird am Montag, 24. Oktober, fortgesetzt.

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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