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  • Schulschwänzer überfielen Leyschen Hof

    Leutesdorf/Koblenz. Eigentlich sollen die beiden Brüder (16,18) in der Schule sein. Stattdessen schwänzen sie und planen mit ihrem Freund (29), der insgesamt neun Jahre seines Lebens inhaftiert war, einen Raubüberfall. Am Nachmittag stürmen sie schließlich bewaffnet und maskiert in das Wirtshaus Leyscher Hof in Leutesdorf. Nur wenige Minuten später werden sie von der Polizei festgenommen - erbeutet haben sie nichts.

    Foto: dpa​

    Foto: dpa​

    Von unserem Reporter Eugen Lambrecht

    Jetzt hat das Trio die Tat vom 26. April vor dem Landgericht Koblenz gestanden. Der Vorsitzende Richter Andreas Groß wollte wissen, welche Beute sie sich von einem Überfall auf ein kleines Wirtshaus erhofften. Die Antwort: 500 Euro. Was sie mit dem Geld machen wollten, hakte Andreas Groß nach. Der 29-Jährige: "Ich hatte keine Arbeit, keine Klamotten, keinen festen Wohnsitz. Ich musste etwas machen." Der 18-Jährige: "Meine Freundin war schwanger. Ich brauchte Geld für mein Kind." Der 16-Jährige: "Manchmal ist es so, dass wir am Ende des Monats kein Essen mehr haben. Ich wollte das Geld für die Familie."

    Nach Aussagen der drei Angeklagten verübten sie die Tat so: Der 16-Jährige stürmte mit seinem fast doppelt so alten Freund in das Wirtshaus am Rhein. Die beiden tragen schwarze Gummimasken und sind bewaffnet: der eine mit einem 30 Zentimeter langen Küchenmesser, der andere mit einem Sturmfeuerzeug, das aussieht wie eine Beretta-Pistole.

    Dort treffen sie auf den Koch des Wirtshauses. Der Ältere richtet die Pistole auf ihn und fordert: "Geld her, du Schwein!" Doch dieser antwortet: "Ich koche hier, ich habe kein Geld." Als die Wirtin (63) in die Küche kommt, schreit sie: "Was soll der Quatsch? Schafft euch hier raus!" Auch sie fordert der 29-Jährige auf, Geld herauszugeben. Doch die Frau zeigt sich unbeeindruckt und geht zum Telefon, um die Polizei zu rufen. Als sie die Nummer wählt, schubst er die Wirtin. Sie stürzt und erleidet eine Platzwunde am Auge, sowie leichte Prellungen an der Hüfte. Während der Möchtegernräuber das Kabel des Telefons mit einem Taschenmesser durchschneidet, eilt die Wirtin zur Eingangstür des Restaurants. Dort schubst er sie erneut. Anschließend rennen er und sein Komplize aus der Gaststätte. Der ältere Bruder des 16-Jährigen, der in der Zwischenzeit draußen Schmiere stand, folgt den beiden Richtung Bahnhof. Dort schmeißen sie die Masken, das Messer und die Feuerzeugpistole in einen Mülleimer. Dann warten sie am Bahnsteig auf den Zug Richtung Neuwied. Zehn Minuten später trifft die Polizei ein und nimmt das Trio fest.

    Vor Gericht entschuldigte sich der 29-Jährige bei der Wirtin, der 16-Jährige beim Koch. Dieser nahm die Entschuldigung an, fragte aber auch: "Warum habt ihr das gemacht? Lohnt sich das wegen dem bisschen Geld?" Am nächsten Montag geht der Prozess weiter.

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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