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    Bad HönningenSammelleidenschaft: Ein Zimmer nur für den Hönninger Karneval

    Fred Wrane hat sie alle - zumindest wenn es um Karnevalsorden aus Bad Hönningen geht. In seinem Haus hat er nun anlässlich des 125. Jubiläums der Bad Hönninger KG ein "Mini KG-Museum" angelegt.

    Fred Wrane mit einem Plakat der ehemaligen Gesellschaften der heutigen KG 1891 in seinem Museumszimmer.  Foto: Martina Sierocki
    Fred Wrane mit einem Plakat der ehemaligen Gesellschaften der heutigen KG 1891 in seinem Museumszimmer.
    Foto: Martina Sierocki

    Von unserer Mitarbeiterin Martina Sierocki

    "Ich bin ein Stück der Hönninger Stadtgeschichte, denn Heimat ist mir sehr wichtig," so sieht sich Fred Wrane selbst. Seit unzähligen Jahren pflegt der gebürtige Hönninger vier Sammelleidenschaften. Zum einen sind es Militär- und Geschichtsbücher und zum anderen militärische Figuren aller Art und alles was es über seine Heimatstadt, Bad Hönningen, zu finden gibt. Nebenzahllosen Unikaten, hat sich ein kleines aber feines Museum, in seinem Elternhaus etabliert.

    Der gelernte Erzieher arbeitet seit 2014 im katholischen Kindergarten in Rheinbrohl und ist das, was man einen "1 A Karnevalisten" nennt. Viele Jahre gehörte Wrane der Ariendorfer Karnevalsgesellschaft "Mer maache met" an und war 2000 dort auch als Prinz Fred I. unterwegs. Prinz zu sein stand für ihn schon als Jugendlicher fest, als er gegenüber seiner damaligen Freundin schwor, einmal als Prinz "in Hünnije op de Bühn zo stohn" und in Ariendorf verwirklichte er dies schließlich 2000. "Bei mir läuft auch schon mal am Heiligabend das "Trömmelche", berichtet der 54-Jährige im Gespräch.

    Alles farblich genau abgestimmt

    Nach einem fast 6-jährigen Aussetzer in Sachen Karneval trat er 2012 in die Bad Hönninger Prinzengarde ein, wo der Prinzengardist auch gleich, Bezug nehmend auf seinen Beruf, zur "Tante Fred" avancierte. Nun, da die Kinder aus dem Haus sind, ist wieder ein Zimmer frei geworden, genug Platz für das "Mini-KG Museum". Anreiz dafür war das 125-jährige Jubiläum der Gesellschaft in diesem Jahr. Um so detailgetreu wie möglich zu sein, schnappte sich Wrane seine rot-cremeweiße Uniform, fuhr mit ihr zum "Tapeten Adams" nach Linz und stellte den erfahrenen Fachmann in Sachen Farben vor eine ihm noch nie gestellte Aufgabe. Die Farben der Uniform sollten als Vorbild für die Farbtöne im Museumszimmer dienen. Danach wurden die Wände gestrichen, passende Fensterschals in Rot genäht, eine farblich abgestimmte Uhr, ein Abfalleimer sowie eine Aufhängung für die Orden erstellt. Selbst der Schreibtischstuhl hat einen passenden Umhang mit dem Hönninger Wappen versehen.

    Nahezu 90 Prozent der erschienenen Orden konnte Fred Wrane schon auftreiben und auch der Narrenspiegel, die Vereinsschrift der KG, mit vielen interessanten Nachrichten aus dem Geschehen des Vereins, konnte er von Bekannten übernehmen. Ebenso wie die alte Uniform der ehemaligen Alte Reitergarde (RVM) in den Farben gelb-grün gehalten, hat einen festen Platz im Museumszimmer gefunden und weitere Uniformen sind in Aussicht.

    Prinzengalerie mit alten Fotos

    Brandneu ist auch die sogenannte Prinzengalerie mit alten Fotos ab 1991, hier war Prinz Hansi I. (Hall) zum 100. Jubiläum der KG, wegen dem Golfkrieg, gar für zwei Jahre als Prinz in Amt und Würden. Ein Plakat mit den drei Ursprungsgesellschaften wie "Blos ück jet", "Fidele Jecke" und "Mer waden af", der heutigen KG 1891,welches zum 100-jährigen Jubiläum gefertigt und 1991/1992 von der KG produziert wurde, befindet sich auch unter den Exponaten. Ebenso wie ein Liederheft, welches gleichzeitig als Eintrittskarte galt, von Gregor Krämer aus dem Jahr 1936. Des Weiteren auch Postkarten mit Abbildungen des damaligen Tanzmariechens, Liesel Wiermann, aus dem Jahr 1950 sowie etliche Nachdrucke und Beschreibungen der verschiedenen Mottogebungen der Jahre 1930 bis 1937 und einige Prinzenkappen aus eben dieser Zeit. Diverse Prinzenlieder auf CD und Literatur zum Thema Karneval und andere Utensilien wie Gläser und vieles mehr, bereichern das Minimuseum.

    Interessant ist es für den Betrachter, die Entwicklung und den höheren Stellenwert der jeweiligen Orden zu sehen. Während diese früher eher schlicht gehalten wurden, sind es heute schon kleine Kunstwerke, die an so manchen Ordensträger verliehen werden. Ganz augenscheinlich ist es bei den Orden der Kinderprinzen zu beobachten. Waren es anfangs Gummifiguren wie zum Beispiel ein kleiner Elefant, Eisbär oder auch verschiedene Disneyfiguren, ähneln sie heute stark dem großen Prinzenorden.

    Ältester Orden in Form einer silbernen Narrenkappe

    Der wahrscheinlich älteste Orden der KG, soweit Wrane weiß, ist mit einer silbernen Narrenkappe versehen und ebenfalls im Besitz des zweifachen Vaters. Fred Wrane freut sich über jede Gabe für sein Museumszimmer, denn er möchte seine Sammlung weiter vervollständigen und eventuell irgendwann an die Karnevalsgesellschaft übergeben.

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