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    DaufenbachReifen-Gundlach holt Saisonarbeiter aus Rumänien: Für Unterbringung zwei Häuser in Daufenbach gekauft

    Kauft das ortsansässige Unternehmen Reifen-Gundlach jetzt in Daufenbach Häuser im großen Stil auf? Diese Frage beschäftigt derzeit Bürger im Ort.

    Das ist eines der beiden Häuser, die Reifene-Gundlach für die rumänischen Saisonarbeiter gekauft hat. Foto: Ralf Grün
    Das ist eines der beiden Häuser, die Reifene-Gundlach für die rumänischen Saisonarbeiter gekauft hat.
    Foto: Ralf Grün

    Von unserem Redakteur Ralf Grün

    Zwei Wohnhäuser hat die Firma in jüngerer Vergangenheit erworben, um Arbeitskräfte aus Rumänien nahe am Arbeitsplatz im Industriegebiet unterbringen zu können. Doch wie viele Rumänen kommen noch? Und bleiben die dann irgendwann alle hier? Auch diese Fragen stellen sich die Daufenbacher, wie die RZ von Lesern erfuhr. Unsere Zeitung sprach daraufhin mit Firmenchef Gebhard Jansen über die Hintergründe, und der sagt vornweg: „Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen.“

    Jansen kennt die Gedanken einiger Daufenbacher. Ortsbürgermeisterin Anette Wagner habe ihm erzählt, dass Bürger mit den eingangs erwähnten Fragen an sie herangetreten seien. Deshalb ist er froh, jetzt Licht ins scheinbare Dunkel bringen zu können. Wie der Firmenchef erzählt, ist Reifen-Gundlach unverändert im Wachsen begriffen. „Wir brauchen im Grunde ständig Mitarbeiter, und die lassen sich in der Konstellation hier nicht zu 100 Prozent finden.“ Sein Unternehmen rekrutiere zwar immer wieder in der Region, aber vor allem in der Sommer- und Wintersaison würden verstärkt Kräfte für jeweils zwei bis drei Monate benötigt. Die seien schwer zu finden. Der Onlineversandhandel Amazon in Koblenz etwa ziehe zudem verstärkt potenzielle Mitarbeiter ab. Hinzu kommt: „Bislang haben wir uns immer mit Leiharbeitern beholfen. Da wir aber gezwungen sind, mit motivierten Mitarbeitern immer mehr Qualität an den Kunden zu bringen, war das für uns kein Zukunftsmodell. Was nicht heißt, dass wir komplett auf Leiharbeiter verzichten“, sagt Jansen.

    Um es nicht zu Engpässen kommen zu lassen, hat sich Jansen nach einer Lösung umgesehen. Im Rahmen internationaler Geschäftsbeziehungen besuchte er einen Reifenhersteller in Rumänien und erfuhr, dass es dort motivierte und zum Teil schon gut ausgebildete Arbeitskräfte gibt. Im Frühjahr 2014 startete Reifen-Gundlach einen „Piloten“. Die ersten zehn Saisonarbeiter aus Rumänien trafen in Daufenbach ein. Untergebracht waren sie in zwei, drei angemieteten Appartements. „Alles lief sehr positiv: und schnell war klar: Im Winter wiederholen wir das“, erklärt Gebhard Jansen. Um dann eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellen zu können, kaufte die Firma das erste Haus im Dorf und baute es um. Fahrzeuge für die Mobilität der Saisonarbeiter vor Ort standen zudem auf der Anschaffungsliste.

    In diesem Jahr erwarb Reifen-Gundlach ein zweites Haus in der Werlenbacher Straße. Nun kann das Unternehmen bereits 48 Mitarbeitern aus Rumänien eine ansprechende Unterkunft bieten. Jansen: „Im ersten Haus wohnen 32 Saisonarbeiter in fünf Wohnungen, im zweiten Haus sind derzeit 16 in zwei Wohnungen und einem Appartement untergebracht. Weitere sechs Mitarbeiter wohnen in Horhausen. Das soll sich noch ändern. Die Saisonarbeiter sitzen abends auch mal zusammen und feiern. „Klar, dass es da lauter werden kann“, weiß Jansen. Damit es aber gar nicht erst zu massiven Beschwerden kommt, hat die Unternehmensleitung reagiert: „Wir haben jetzt auch einen Hausmeister, der zum einen nach dem Rechten in den Häusern sieht und zum anderen den Mitarbeitern dort als Ansprechpartner zur Verfügung steht.“ Die Polizei erklärte auf RZ-Nachfrage, dass es in Daufenbach keine besonderen Auffälligkeiten gebe. Übrigens: Außerhalb der Saison bleiben die Häuser weitgehend ungenutzt.

    Gebhard Jansen erklärt schließlich, was das Ganze für Reifen-Gundlach so attraktiv macht: „Die meisten Mitarbeiter, die aus Rumänien zu uns kommen, sind gelernte Fachkräfte, darunter auch eine Reihe Akademiker. Bei uns steigen sie mit dem Mindestlohn ein, der für die Rumänen attraktiv ist.“ Das Unternehmen, das die Fahrzeugindustrie mit Kompletträdern beliefert, könne so langfristig mit vielen Mitarbeitern planen. Die Stammbelegschaft bei Reifen-Gundlach bleibe davon unberührt. „Weil wir wachsen“, sagt Jansen und verweist auf derzeit 200 Mitarbeiter in zwei Schichten am Standort Daufenbach.

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