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  • Neuwied: Mildes Wetter sorgt für Frühlingsgefühle im Zoo

    Heimbach-Weis. Der milde Winter macht den Tieren im Neuwieder Zoo wenig aus. Die Tierpfleger merken aber, dass sich der Hunger in Grenzen hält. Durch das milde Wetter brauchen die Tiere keine allzu große Fettschicht.

    Reviertierpfleger Ulli Knecht (vorne) und Praktikant Marcus Barner füttern die 15 Pinguine im Zoo mit fetthaltigem Fisch.  Foto: Marion Ziegler
    Reviertierpfleger Ulli Knecht (vorne) und Praktikant Marcus Barner füttern die 15 Pinguine im Zoo mit fetthaltigem Fisch.
    Foto: Marion Ziegler - mzi

    Von unserer Reporterin Marion Ziegler

    Mit Schwung streut Ulli Knecht eine Handvoll Sandaale aus dem silbernen Eimer ins Wasserbecken. Aufgeregt tauchen die 15 Pinguine nach dem Futter des Tierpflegers und wackeln am Beckenrand mit den Flügeln in der Hoffnung auf den fetthaltigen Fisch. Doch der Hunger ist schnell gestillt. "Die Pinguine sind sehr satt", sagt Knecht. Das liegt am bislang so milden Winter.

    Auch in anderen Gehegen macht er sich bemerkbar, sagt Zooinspektorin Franziska Günther. Die Seehunde etwa sind ungewöhnlich dünn. Ihre Speckschicht, Blubber genannt, wächst in normalen Wintern von fünf auf etwa zehn Zentimeter Dicke an. Zehn Kilo fressen die Tiere dann täglich, berichtet Günther. In diesem Winter reicht ihnen gut die Hälfte. Der Zoo kann in vielen Gehegen Futter und Heizkosten sparen. Schwerer als die Seehunde haben es die Trampeltiere: "Bis März haben die ihr dickes Winterfell, ob es warm ist oder nicht", sagt Günther. Daher sei es den Tieren inzwischen zu warm.

    Bei einigen Vögeln kommen bereits Frühlingsgefühle auf. Schillernde Federn zieren seit Anfang Januar die Pfauen. In der Regel beginnen die Vögel erst zum Winterende damit, ihr prächtiges Federkleid für die Balz aufzubauen, erklärt Günther. Schon mitten in der Balz sind die Flamingos. Normalerweise werben sie ab März um die Weibchen. Der Dachs hält über die kalte Jahreszeit Winterruhe und lässt sich nur selten blicken. Auch ihn treibt aber die Wärme diesmal häufiger nach draußen, berichtet Günther.

    Viele Tiere haben sich angepasst

    Ganz unbeeindruckt bleiben dagegen die aus Afrika stammenden Watussi-Rinder, die sich laut Günther längst an die europäische Witterung gewöhnt haben. Mancher Zoobewohner ist also zu dick angezogen, zu früh in Flirtlaune oder übersättigt. Wirklich Probleme mache das Wetter den Tieren aber nicht, resümiert die Zooinspektorin.

    Unterdessen zeigt sich der milde Winter auch auf der anderen Seite der Gehege. "Man merkt schon, dass mehr Besucher kommen", sagt Günther. Darunter ist etwa der elfjährige Marc. "Im Sommer find ich es besser, weil im Winter die Tiere nicht draußen sind", sagt er, und die fünf Jahre alte Lena stimmt zu. Das habe sie vom Besuch aber nicht abgehalten, berichtet ihre Oma Inge Kracke aus Andernach. Mit seinem zehn Monate alten Sohn Oskar spaziert auch Christian Schneider durch den Zoo - und das zweimal die Woche, egal ob Sommer oder Winter. "Wenn man die richtigen Zeiten abpasst, hat man mehr von den Tieren", sagt Schneider.

    Bei durchgehend 22 Grad Celsius kennt das Exotarium keine Jahreszeiten. Trotzdem sieht Tierpflegerin Sarah Klein auch an den Menschenaffen, dass es draußen wärmer ist: "Sie gehen mehr raus." Die Tiere können ganzjährig vom Außen- ins Innengehege wechseln. Nur wenn der Wassergraben zufriert, müssen sie drinnen bleiben. Denn er hält die wasserscheuen Affen davon ab, auszubüxen.

    Pinguine mögen die Temperaturen

    Weil die Arbeit der Pfleger körperlich oft anstrengend ist, kann ihnen Kälte so schnell nichts anhaben, berichtet die Zooinspektorin. Sinken die Temperaturen weiter, dann halten Winterjacke und lange Skiunterwäsche warm. Mit den Wintervorbereitungen beginnen die Pfleger laut Günther schon im Herbst. Manche Tiere bekommen mehr Futter. Anderen richten die Zoomitarbeiter Strohbetten ein. Löwe "Schröder" verbringt darauf den ganzen Tag. "Da ist es schön kuschelig", sagt Günther. Und das Stroh schütze von unten vor der Kälte. Die Pelikane ziehen in ihr Winterquartier um und bleiben dort trotz Milde erst einmal - falls es doch noch kälter wird.

    Bis dahin freuen sich die Pinguine über die Temperaturen, sagt Günther. Denn sie kommen nicht etwa aus der Antarktis, sondern aus dem wärmeren Südamerika.

    Bilanz: Wetter schmälert Besucherzahlen im Zoo
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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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