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    Kreis NeuwiedNabu warnt: Amphibien sind wieder auf der Wanderschaft

    Die Amphibienwanderung im Kreis Neuwied hat bereits begonnen. Darauf weist die Regionalstelle des Naturschutzbundes (Nabu) Rhein-Westerwald hin. „Seit etwa einer Woche hat die Zahl deutlich zugenommen“, erläutert Regionalstellenleiter Jonas Krause-Heiber.

    Auch an der Straße zwischen Rengsdorf und Hardert weisen Schilder auf die Krötenwanderung hin.  Foto: Jörg Niebergall
    Auch an der Straße zwischen Rengsdorf und Hardert weisen Schilder auf die Krötenwanderung hin.
    Foto: Jörg Niebergall

    Der große „Ansturm“ jedoch, so fügt er hinzu, stehe noch aus. „Die sich im Frühjahr ändernden Lichtverhältnisse und vor allem steigende Nachttemperaturen von mindestens 6 bis 8 Grad sind ein Signal für Kröten, Frösche und Molche, sich auf die Wanderung von ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern zu begeben.“ Krause-Heiber zufolge sind es Tausende Tiere, die sich dann auf den Weg machen. Den größten Teil machen die Erdkröten aus.

    Die Wanderung kann für die Tiere lebensgefährlich sein, vor allem, wenn sie eine Straße queren. Naturschützer sind deshalb Jahr für Jahr im Einsatz. Ihr Ziel: den Weg von Kröte und Co. sicherer zu machen. „Allein die Nabu-Gruppe Waldbreitbach hat in den vergangenen 30 Jahren an zwei Amphibienschutzräumen mehr als 70.000 Tiere über die Straße gerettet“, bilanziert der Regionalstellenleiter. Aber auch die Nabu-Gruppen in Rengsdorf sowie Neuwied und Umgebung hätten schon Tausende Amphibien vor dem Tod bewahrt. „Besonders Feuersalamander, Grasfrosch, Springfrosch und Erdkröte sind durch den Verkehr gefährdet, da sie teilweise sehr weite Strecken zurücklegen“, weiß Krause-Heiber. „Erdkröten wandern sogar bis zu drei Kilometer weit.“

    Wo die Winterquartiere, die häufig in den Wäldern sind, relativ nah an Laichgewässern liegen, ist laut Regionalstellenleiter mit den stärksten Wanderbewegungen zu rechnen. „Oft sind dies bekannte und traditionell genutzte Wanderrouten. Die Ehrenamtlichen des Nabu sind zum Beispiel um Heimbach-Weis, Hardert, Ehlscheid und Hausen im Einsatz“, berichtet Krause-Heiber. Während der Amphibienwanderung sollten die Autofahrer auf jeden Fall Warnschilder und Geschwindigkeitsbegrenzungen beachten, mahnt er.

    Wie die Neuwieder Kreisverwaltung auf RZ-Anfrage mitteilt, hat die Untere Naturschutzbehörde bereits vor drei Wochen die Straßenmeisterei in Dierdorf gebeten, Verkehrszeichen zur Geschwindigkeitsbeschränkung und weitere Hinweisschilder aufzustellen. Im Einzelnen betroffen sind die K 104 zwischen Rengsdorf und Hardert und die Einmündungen Ascheid und Seyen an der L 267. „Im Bereich des Forsthauses Lichtenthal wird die Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h beschränkt, um die Gefahr für die Tiere und Menschen zu verringern“, heißt es aus dem Kreishaus. Straßensperrungen werde es im Kreis aber nicht geben.

    Krause-Heiber empfiehlt darüber hinaus, auf kleinen Straßen und Waldwegen mit „Amphibienverkehr“ nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren und den Tieren auszuweichen, sofern dies gefahrlos möglich ist. „Langsames Fahren ist besonders wichtig, weil ab einer Geschwindigkeit von rund 30 km/h ein so hoher Unterdruck entsteht, dass die Innenorgane der Tiere platzen“, erläutert der Nabu-Regionalstellenleiter und ergänzt: „Auch sollte man sich bewusst sein, dass an Abschnitten mit Amphibienschutzzäunen ehrenamtliche Amphibienschützer unterwegs sein können – vor allem auch nachts beziehungsweise spätabends und frühmorgens.“

    Im Kreis Neuwied gibt es Stellen, an denen der Nabu jahrelang Amphibienschutzzäune aufgestellt hat, an denen mittlerweile aber teilweise dauerhafte Tunnel und Leiteinrichtungen geschaffen worden sind. „An anderen Straßenabschnitten sind weiterhin ehrenamtlich engagierte Nabu-Mitglieder im Einsatz, um die Amphibien sicher über die Straße zu bringen“, sagt Krause-Heiber. Helfer sind übrfigens, so betont er abschließend, in allen drei Nabu-Gruppen – Neuwied und Umgebung, Rengsdorf und Waldbreitbach – jederzeit willkommen.

    Von unserer Redakteurin Silke Müller

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