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  • Mehrere Funde in Gladbach: Hundehalter haben Angst vor Giftködern

    Gladbach. Seit Wochen machen Warnungen vor Giftködern im Raum Gladbach unter Hundehaltern und im Internet die Runde. Auch die gutmütige Berner Sennenhündin Amy hat es erwischt. Ihre Halterin Annette Hodes ist entsetzt und erleichtert zugleich.

    Annette Hodes ist froh, dass ihre Amy den Giftanschlag überlebt hat.
    Annette Hodes ist froh, dass ihre Amy den Giftanschlag überlebt hat.

    Gladbach - Seit Wochen machen Warnungen vor Giftködern im Raum Gladbach unter Hundehaltern und im Internet die Runde. Auch die gutmütige Berner Sennenhündin Amy hat es erwischt. Ihre Halterin Annette Hodes ist entsetzt und erleichtert zugleich.

     

    (Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh)

     

    Für Amy war es knapp. Und dass die Berner Sennenhündin überhaupt überlebt hat, hat sie vermutlich nur ihrem kräftigen Körper mit 45 Kilogramm Lebendgewicht, ihrem allgemein sehr robusten Gesundheitszustand und der schnellen Reaktion ihrer Halterin Annette Hodes zu verdanken.

    Denn als die Gladbacherin am vergangenen Samstag morgens ins Wohnzimmer kam und ihren Hund in einer Lache aus Blut sitzen sah, fuhr sie unverzüglich zum Tierarzt um die Ecke. Und der erkannte anhand der Symptome sofort, dass sich die Hündin vergiftet haben muss. Er gab direkt das entsprechende Gegenmittel, und so überlebte Amy.

    Weil eben dieses Mittel gewirkt hat, ist mit ziemlicher Sicherheit klar, dass die Berner Sennenhündin ein Rattengift gefressen haben muss, und zwar ein sogenanntes Depotmittel mit schleichender Wirkung. Das ruft – damit die Ratten nicht abgeschreckt werden, weil ihre Artgenossen nach dem Fressen gleich umkippen – erst nach ein bis zwei Tagen innere Blutungen hervor und zerstört dann ab dem dritten Tag auch die inneren Blutgefäße. In der Regel sterben Tiere drei bis fünf Tage nach der Aufnahme.

    Das ist der robusten Amy, die wohl bei Tag drei angelangt war, erspart geblieben. Ihre Halterin ist dennoch nach wie vor entsetzt, spricht von einer „grauenvollen Erfahrung". Und Annette Hodes ist nicht die einzige. Schon seit Ende des vergangenen Jahres gehen in Internetplattformen wie Facebook immer wieder Warnungen um: „Achtung: Giftköder rund um Gladbach."

    Die auch im Neuwieder Tierschutz aktive Elke Willwacher ist eine, die eine solche Warnung geschrieben hat. Nicht nur, weil sie sich um ihren Tejo sorgt, sondern auch um die frei lebenden Katzen, die ebenfalls nicht vor dem Rattengift gefeit sind. Auf RZ-Nachfrage berichtet sie, dass sie auch persönlich Hunde und ihre Halter kennt, die direkt betroffen sind, sich aber nicht öffentlich äußern möchten.

    Ähnlich hat Annette Hodes von weiteren Fällen gehört, bei denen auch Hunde umgekommen sind. Und das macht ihr zusätzlich Angst. Denn sie sagt, dass sie natürlich nicht jeden Schritt ihres Tieres kontrollieren kann. „Das geht bei einem so großen Hund gar nicht, das ist gegen ihre Natur", sagt sie. In ihrem eigenen Fall hat zudem ihre eigene Grippe eine Rolle gespielt. Denn nachdem Annette Hodes im Dezember von anderen Hundehaltern gehört hatte, dass ein Tier gestorben war, weil es vermutlich im Gladbacher Feld einen Giftköder gefressen hatte, mied sie dieses Gebiet, ging andere Runden. Doch als sie dann krank zu Hause lag und Freunde mit Amy Gassi gingen, wussten die natürlich nichts davon. Es war ja außerdem schon wieder eine Weile her, dass die Warnungen herumgingen.

    Jetzt ist Annette Hodes dagegen endgültig verunsichert. Zumal sie aufgrund der Depotwirkung des Giftes nicht genau sagen kann, wann und wo Amy den Köder gefressen hat. „Wo geht man hier jetzt überhaupt noch her?", fragt sie, und sie ist sauer. Oder „unbeschreiblich wütend", wie sie es im Gespräch mit der RZ selbst nennt. Deshalb will sie auch eine Anzeige bei der Polizei erstatten. Doch weil das allein nicht unbedingt reichen muss, appelliert sie auch an ihre Mitbürger, die Augen offen zu halten – nach Giftködern und dem, der sie auslegt. Schließlich fragt sie sich kopfschüttelnd: „Was geht in einem solchen Menschen vor, dessen Absicht es ist, das Leben von Tier und Mensch sowie die Umwelt zu zerstören?"

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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