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  • Konferenz: Bahnlärm ist europäisches Problem

    Bad Hönningen. Der Bahnlärm, der die Menschen im Rheintal terrorisiert, ist nicht nur ein regionales Problem. Es ist ein europäisches Problem, wie bei der Konferenz zum Thema verträgliche Schienen-Infrastruktur in Bad Hönningen, zu der die Freien Wähler eingeladen hatten, deutlich wurde.

    Ulrike Müller hat die Vertreter der Bürgerinitiativen von Rhein und Mosel nach Brüssel eingeladen. Bei Andreas von Canal (von links) und den Bürgerinitiativen vom Rhein, aber auch bei Stephan Wefelscheid und Hermann Benardy stieß der Vorschlag auf großes Interesse.
    Ulrike Müller hat die Vertreter der Bürgerinitiativen von Rhein und Mosel nach Brüssel eingeladen. Bei Andreas von Canal (von links) und den Bürgerinitiativen vom Rhein, aber auch bei Stephan Wefelscheid und Hermann Benardy stieß der Vorschlag auf großes Interesse.
    Foto: Sabine Nitsch

    Von unserer Mitarbeiterin Sabine Nitsch

    Es kann nicht am Mittelrhein und nicht nur in Berlin, sondern muss vor allem in Brüssel gelöst werden, lautete der Tenor. Die Europa-Abgeordnete Ulrike Müller war an den Rhein gereist, um den Einfluss, den die Europapolitik auf die steigende Lärmentwicklung nehmen kann, zu beleuchten.

    Sie erläuterte den Ist-Zustand und mögliche Lösungsansätze der EU-Kommission. Aber vor allem hörte sie sich die Nöte und Erfahrungen der Betroffenen an: unter den Zuhörern im Park-Hotel auch Vertreter der hiesigen Bürgerinitiativen gegen den Bahnlärm und Andreas von Canal von der Initiative im Moseltal, der über die Belastungen dort berichtete.

    Nach der Begrüßung durch den heimischen Landtagskandidaten Hermann Bernardy stellte Stephan Wefelscheid die Weichen für den Abend. "Nur wer Bahnlärm selber erlebt, weiß, was es wirklich bedeutet. Das Thema muss ganz hoch angesetzt werden", sagte der Landesvorsitzende der Freien Wähler. Ein Teil der Lösung sei der Bau des 120 Kilometer langen Westerwald-Taunus-Tunnels. Darüber hinaus müssten andere Maßnahmen, wie die Umrüstung von Güterwaggons auf Flüsterbremsen oder Lärmobergrenzen die Belastung reduzieren. "Rheinland-Pfalz ist europaweit eines der Länder, die am meisten betroffen sind. Die Politik muss für Abhilfe sorgen und Vorgaben machen, die auch die Bahn erfüllen muss", stellte er klar.

    Bereits jetzt donnert alle paar Minuten ein Güterzug durchs Rheintal. Und es wird noch viel schlimmer. Um die Klimaziele der Europäischen Union erreichen zu können, sollen bis 2030 30 Prozent des Straßengüterverkehrs auf Bahn und Schiff verlagert werden. Bis 2050 sogar 50 Prozent. Der Personenverkehr und der Güterverkehr sollen um satte 79 Prozent zulegen. "Dabei ist die Bahn bereits jetzt die zweitgrößte Quelle für Lärmemissionen. 14 Millionen Menschen in Europa sind betroffen", erläuterte der Gast aus Brüssel.

    Es gebe zwar schon europäische Richtlinien, von denen allerdings nur Deutschland und die Niederlande Gebrauch machten. "Das reicht nicht, um innerhalb von zehn Jahren eine spürbare Verbesserung zu erreichen", sagte Müller. Die Eu-Kommission habe Vorschläge erarbeitet, wie die Einführung verpflichtender Lärmgrenzwerte im Rahmen der Umgebungslärm-Richtlinie. "Erfolge sind jedoch nicht vor 2022 zu erwarten", dämpfte die Europa-Abgeordnete aufkommenden Optimismus. Kurzfristiger könnten die Harmonisierung der Preise für Lärmemissionen Verbesserungen bringen und finanzielle Anreize die Umrüstung von ausländischen Güterwaggons unterstützten. Da etwa 50 Prozent des Schienengüterverkehrs grenzüberschreitend seien, bringe es wenig, wenn nur deutsche Waggons mit Flüsterbremsen unterwegs seien.

    Im EU-Parlament werden sich der Transport- und der Umweltausschuss mit dem vier Punkte umfassenden Paket befassen. "Parlament und Kommission werden dann auf den Rat zugehen und auf eine Lösung drängen", beschrieb Müller das weitere Verfahren. Für die lärmgeplagten Menschen an Mittelrhein und Mosel dauert das alles viel zu lange. "Bahnlärm ist Dauerstress. Er macht krank. Wir können nur auf verschärfte Gesetze hoffen", betonten die Vertreter der Bürgerinitiativen.

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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