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  • Hilft die Windkraft Bad Hönningen aus der Kassenflaute?

    Bad Hönningen. Bad Hönningen und Rheinbrohl könnten Anteile am Entschuldungsfonds mit Betrieb regenerativer Kraftwerke schultern

    Bad Hönningen - Bad Hönningen und Rheinbrohl könnten Anteile am Entschuldungsfonds mit Betrieb regenerativer Kraftwerke schultern

    Bad Hönningen. Ausgerechnet die Bilder von der berstenden Betonummantelung an einem der sechs Atomreaktoren im japanischen Fokushima und die verheerenden Folgen der Strahlenkatastrophe könnten dem Bemühen der Verbandsgemeinde Bad Hönningen, den enormen Schuldenberg abzutragen, deutlichen Rückenwind geben. Mit dem Bau von Windrädern möchte die Kommune das Geld verdienen, welches sie als Eigenanteil für den sogenannten Entschuldungsfonds des Landes Rheinland-Pfalz benötigt.
    Der Plan: Das Bad Hönninger Rathaus soll sich auf die Suche nach geeigneten Flächen machen, auf denen die Windkraftanlagen betrieben werden können. Wie die RZ erfuhr, wollen die SPD-Fraktionen im Verbandsgemeinderat und im Stadtrat sowie im Rheinbrohler Gemeinderat der Verwaltung in einem gemeinsamen Antrag diesen Prüfauftrag erteilen. Einen schwierigen Spagat gilt es zu schaffen: Einerseits sollen die Räder in die Umgebung passen, nicht die Belange des Umweltschutzes konterkarieren und zudem noch wirtschaftlich arbeiten. Klar ist bereits jetzt, dass ein Standort etwa in Rheinnähe wegen der touristischen Nutzung ausgeschlossen ist. „Wir wollen ja keine touristischen Hindernisse aufbauen“, sagte Michael Mahlert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Hönningen im Gespräch mit der RZ. „Wir müssen Standorte finden, die von der Optik einigermaßen passen“, fügte Reiner W. Schmitz, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bad Hönninger Stadtrat, hinzu.
    Nach der Vorstellung der Genossen aus den drei Räten drängen sich die Höhenlagen der Kommune als potenzielle Standorte auf: Schließlich verfügten die Stadt Bad Hönningen und die Gemeinde Rheinbrohl über einen relativ großen kommunalen Waldbesitz. Die Badestadt hat 1000 Hektar, der Nachbar am Römerwall 500 Hektar. Und die erstrecken sich auch in die Höhenlagen, die für die Erzeugung von Windenergie besonders interessant sein könnten.
    Auf 25 Millionen Euro türmt sich der Schuldenberg, den beide Kommunen aufgehäuft haben. Für die Teilnahme am Entschuldungsfonds müssten beide einen jährlichen Eigenanteil von zusammen 325 000 Euro schultern. Mit diesem Einsatz wären Hönningen und Rheinbrohl in 15 Jahren rund elf Millionen Euro an Schulden los, wie Schmitz ausgerechnet hat. Die Nutzung der Waldflächen für die Aufstellung der Windräder sei außerdem ein Garant dafür, dass beide Kommunen nicht Teile der Wälder als „Tafelsilber“ verscherbeln müssten. Verlockend ist: Je mehr Windräder sich auf den Höhen drehen, desto mehr Profit könnte das Modell erzielen. „Es müssten wohl mindestens zwei sein, damit es wirtschaftlich ist“, schätzt Mahlert.
    Für die beiden Sozialdemokraten ist klar, dass sich die regenerativen Kraftwerke nicht überall realisieren lassen – schließlich sind die Flächen Teil des Naturparks Rhein-Westerwald. Besonders der Schutz des Rotmilans schließe mache Areale aus. Um zu klären, wo sich Windräder „in eine Waldkulisse einfügen lassen“, wie Fachleute es nennen, hat sich die Verwaltung bereits den fachkundigen Rat von Peter Heck, Professor am Umweltcampus in Birkenfeld, eingeholt, der auch Autor des Klimakonzeptes des Kreises Neuwied ist. Unklar ist noch, wer als Betreiber der Anlagen fungieren könnte. „Wenn die jetzige Vorplanung positiv verläuft, werden wir auf breiter Front die Bürger der Verbandsgemeinde in die Entscheidungsprozesse einbinden und auch lukrative finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürgerschaft anstreben“, erklärte Mahlert.
    Schmitz ist zuversichtlich, dass dem Projekt nicht der Wind aus den Segeln zu nehmen ist: „Die politische Großwetterlage ist da. Wir sehen das als Rückenstärkung an – und die Bürger sind sensibilisiert.“

    Von unserem Redakteur Mario Quadt

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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