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    NeuwiedGehen im Icehouse bald ganz die Lichter aus?

    Schockstarre bei den Eishockeyfans in Neuwied: Der EHC Neuwied, „Die Bären“, hat vorläufige Insolvenz angemeldet. In den Reihen der Anhänger macht diese Nachricht rasend schnell die Runde und sorgt für Entsetzen wie Unverständnis.

    Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

    Das Aus kommt wie aus heiterem Himmel, und viele werfen dem Vorstand vor, nicht genug um die Zukunft des Vereins zu kämpfen, zudem abgetaucht zu sein. Dazu passt, dass der bei den Fans äußerst beliebte Pressesprecher Tom Neumann schon vor einigen Tagen hingeworfen hat.

    Im Laufe des Tages gibt der Verein dann doch eine Mitteilung an die Rhein-Zeitung heraus, in der er als Hauptgrund für die Insolvenzanmeldung darlegt, dass der Hallenbetreiber die Stilllegung nach der Saison 2016/17 beabsichtigt. Somit fehle die Perspektive. Von der RZ damit konfrontiert, findet Eigentümer Uwe Weidemann (Meta Regalbau) deutliche Worte:

    „Die haben ein Jahr rumgezappelt“, nennt es der Rengsdorfer Unternehmer, dessen Vater Claus Weidemann einst den EHC groß gemacht hatte. Er erklärt, dass Hallenbetreiber Arno Kuhlendahl bereits vor zwölf Monaten mitgeteilt hat, nach der Saison 2016/17 aufhören zu wollen. Ohne ihn und seine Erfahrung aus 20 Jahren könne er die Halle mit ihrer komplizierten Technik nicht betreiben. Daher habe er dem EHC beziehungsweise Sponsoren im Umfeld des Vereins angeboten, die Halle für 1 Million Euro zu übernehmen. Um diesen Kaufpreis sei auch nicht verhandelt worden. Weidemann selbst bezeichnet ihn als äußerst günstig und rechnet vor, dass die Betreibergesellschaft SAM eine jährliche Pacht von 65 000 Euro zahlt, was einer Kapitalverzinsung von 6,5 Prozent entspreche. „Traumhaft“, findet er, da zudem auch die SAM – zu 50 Prozent in seinem Eigentum und zu 50 Prozent in Kuhlendahls – „hochprofitabel“ sei. „20 Prozent Gewinn vom Umsatz“, gibt er an. Außerdem soll ein Architekt den Wert der Halle auf 2 Millionen Euro geschätzt haben.

    Dennoch habe der Verein dann vor vier Wochen gesagt, dass er die Halle nicht übernehmen wird – ebenfalls wegen der komplizierten Technik. Auf einen Gesprächswunsch von Vereinschef Prof. Dr. Peter Billigmann gibt Weidemann an, per SMS geantwortet zu haben, dass ein neuerliches Treffen nicht nötig ist, weil es keinen neuen Stand gibt. „Wir haben ja 25-mal zusammengesessen ...“

    Letztlich lässt Weidemann durchblicken, dass er die geplatzte Übernahme als vorgeschobenen Grund ansieht. So habe der EHC bei ihm noch 25 000 Euro für die Eismiete ausstehen. „Wir sind die ganze Saison schon dem Geld hinterhergelaufen. Es wurde nicht einmal pünktlich bezahlt“, gibt er an.

    Hinzu kommt ein Verhalten der EHC-Verantwortlichen gegenüber Kuhlendahl, das Weidemann – hörbar angesäuert – als „so was von arrogant“ beschreibt. Auch den Schritt, die Insolvenz mit der ungewissen Zukunft der Halle zu begründen, bezeichnet er als „dreist“. „Ich habe ihnen doch für die gesamte Saison 2016/17 Eis garantiert“, unterstreicht er. Nur darüber hinaus eben nicht, weil er den Technikbetrieb ohne Kuhlendahl nicht aufrechterhalten könne. Kuhlendahl habe aber angeboten, einen Nachfolger ein Jahr lang einzuarbeiten.

    Doch heißt das, dass bald ganz die Lichter ausgehen im Icehouse? Durchaus möglich. Wie Weidemann berichtet, hat sein Großcousin Dr. Rinklage (Geschäftsführer von Skylotec) „eventuell Interesse“, daraus eine Kletterhalle zu machen. Am liebsten jedoch würde er die Halle so verkaufen, wie sie ist. „Sie ist ja profitabel“, betont Weidemann und lässt dann doch noch ein Hintertürchen offen: Nach dem angekündigten Aus des im Umgang offenbar – vorsichtig formuliert – anstrengenden EHC habe ihm Kuhlendahl avisiert, „vielleicht noch zwei, drei Jahre dranzuhängen“.

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