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    BruchhausenGastronomie: Hans Okon hält Bruchhausener Hof am Leben

    "Niemals geht man so ganz" heißt es. Das trifft auch auf Hans Okon zu. Der ehemalige Wirt und Eigentümer des Bruchhausener Hofes ist wieder an Bord. Zumindest so lange, bis sich ein neuer Pächter findet, der die einzige verbliebene Gaststätte in Bruchhausen weiter betreiben möchte.

    Hans Okon springt bis Herbst ein und hofft, dass sich bis dahin ein neuer Pächter findet.  Foto: Sabine Nitsch
    Hans Okon springt bis Herbst ein und hofft, dass sich bis dahin ein neuer Pächter findet.
    Foto: Sabine Nitsch

    Von unserer Mitarbeiterin Sabine Nitsch

    Beinahe genau zehn Jahre lang führte er die "Kommunikationszentrale" von Bruchhausen. Vor fünf Jahren zapfte er das letzte Bier hinter seiner Theke, weil er sich aus Altergründen zur Ruhe setzen wollte. Das Pächterehepaar Heidi und Thomas Dressel übernahm das Wirtshaus, gab aber nach fünf Jahren, im März dieses Jahres wieder auf. Damit drohte Bruchhausen ohne gastronomischen Treffpunkt da zu stehen.

    Die Bruchhausener beknieten Okon, trotz seiner 74 Jahre, doch noch mal hinter die Theke zu gehen. "Ich entschied mich noch einige Monate einzuspringen", sagt er. Auch seine ehemalige Köchin wollte mit von der Partie sein. "Sie wurde leider krank. Hätte ich das gewusst, hätte ich mich auf dieses Abenteuer gar nicht eingelassen", blickt er auf Ostermontag zurück, als er mit einem Brunch das gemütliche Wirtshaus im Schatten der Bruchhausener Wallfahrtskirche wieder eröffnete. "Es ist aber nur eine Übergangslösung", betont er.

    Ursprünglich ist Okon eigentlich gar kein Gastwirt. 43 Jahre lang war der Wirt aus Leidenschaft Kundenberater bei der Sparkasse Bonn. "Ich bin sehr gläubig und besuche immer den Gottesdienst in der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Johann Baptist. Gerade als ich meine Altersteilzeit begann, stellte sich raus, dass die einzige Gaststätte am Ort schließen sollte", erinnert sich Okon. Ein Marienwallfahrtsort ohne Einkehrmöglichkeit? Das durfte nicht sein, dachte sich der Vorruheständler, plante seine neue Karriere, kaufte den Bruchhausener Hof, der acht Monate leer gestanden hatte, und lud am 4. Januar 2001 zur Eröffnungsfeier ein.

    Heim für Vereine

    Die Bruchhausener Vereine machten die Gaststätte sofort zu ihrem Vereinslokal und der Bruchhausener Hof wurde damit auch Hauptumschlagplatz für Informationen über alles, was in der kleinen Berggemeinde vor sich ging. "Auch sehr viele Pilger schauen das ganze Jahr über vorbei und viele Rheinsteigwanderer machen Station", erzählt Okon.

    Jetzt ist Marcus Fischer erst mal froh, dass es zumindest für die kommenden Monate, eine Lösung gibt. "Zu einer funktionierenden Infrastruktur einer lebendigen Ortsgemeinde gehört nun mal auch eine Gaststätte. Sie dient der Kommunikation, dem Ausrichten von Feiern und Festen und ganz allgemein der Geselligkeit", sagt der Bürgermeister, der auch im Amtsblättchen, dafür warb, Okon zu unterstützen. Pfarrer Klaus Theis forderte Okon nach einem Gottesdienst außerdem auf, den Bruchhausenern mitzuteilen, dass das beliebte Wirtshaus wieder öffnet. Kirche und Gaststätte gehören eben zusammen.

    Unterstützung erhält der Wirt aus Leidenschaft von allen Seiten. Jetzt geht er erst mal in Urlaub. "Ich brauche eine Pause", gesteht Okon, der die Gaststätte maximal bis zum Herbst selber führen will. In seinem Urlaub übernehmen Vorstandsmitglieder der Kinder- und Jugendinitiative Bruchhausen, deren Mitbegründer er war, seinen Job hinter der Theke. "Am 10. Mai darf ich erst nach 15 Uhr erscheinen", berichtet er gerührt. Dann sei der Brunch gelaufen, den die freiwilligen Helfer für ihn ausrichten wollen.

    Jetzt hoffen die Bruchhausener, dass sich schnellstmöglich ein neuer Pächter für die 1899 erbaute Traditionsgaststätte findet "Hier war so weit wir wissen immer eine Gastronomie beheimatet", erinnert sich Okon.

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