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  • Diskussion um Windkraft im Kreis Neuwied nimmt Fahrt auf

    Kreis Neuwied. Sie gilt unter den erneuerbaren Energiequellen als kostengünstig und ertragreicher als etwa Sonnenenergie: Die Rede ist von der Windkraft. Doch im Kreis Neuwied sucht man noch vergeblich nach den charakteristischen Windrädern, die andernorts schon fleißig Strom liefern. Bislang haben sich Kommunalpolitiker mehrheitlich stets gegen Windkraftanlagen ausgesprochen. Eine „Verspargelung“ der Landschaft wollte keiner. Nun, ein paar Monate nach Fukushima und der vom Bund verkündeten Energiewende, nimmt die Diskussion über die Windkraft bei uns erneut Fahrt auf. Allerdings bewegt sie sich nach dem neuerlichen Beweis dafür, dass Atomkraft nicht beherrschbar ist, genau in die andere Richtung.

    Kreis Neuwied - Sie gilt unter den erneuerbaren Energiequellen als kostengünstig und ertragreicher als etwa Sonnenenergie: Die Rede ist von der Windkraft. Doch im Kreis Neuwied sucht man noch vergeblich nach den charakteristischen Windrädern, die andernorts schon fleißig Strom liefern. Bislang haben sich Kommunalpolitiker mehrheitlich stets gegen Windkraftanlagen ausgesprochen. Eine „Verspargelung“ der Landschaft wollte keiner. Nun, ein paar Monate nach Fukushima und der vom Bund verkündeten Energiewende, nimmt die Diskussion über die Windkraft bei uns erneut Fahrt auf. Allerdings bewegt sie sich nach dem neuerlichen Beweis dafür, dass Atomkraft nicht beherrschbar ist, genau in die andere Richtung.

    Als erster forderte Landrat Rainer Kaul öffentlich ein Umdenken in Sachen Windkraft, um den Anteil an Ökostrom zu steigern. Er wagte sich an ein bisheriges Tabu heran – den Naturpark Rhein-Westerwald. Wo Platz für eine Abfalldeponie ist, müsse auch über Windkraft nachgedacht werden können, hatte er argumentiert.
    Das kann auch Bürgermeister Bernd Benner als Kreischef des Städte- und Gemeindeverbandes so unterschreiben, vor dessen Rathaus jüngst erst wieder Mitglieder der Bürgerinitiative „Rettet die Kuhheck“ gegen die Windkraftpläne für die Exklave Marienhausen demonstriert haben. Benner ist sich sicher: „Einen windkraftfreien Kreis Neuwied wird es nicht mehr lange geben.“ Aus Sicht des Dierdorfer Verwaltungschefs müsste der Kreis durchaus geeignete Flächen anbieten können, zumal der Naturpark ohnehin schon „sehr zersiedelt“ ist. Denn eines ist für ihn klar: „Ohne den Ausbau der Windkraft wird der Umbau der Energielandschaft kaum gelingen.“
    Einen Grund dafür, warum es im Kreis noch keine Windräder gibt, sieht Benner in den immer wieder als Argumente herangezogenen Ausschlusskriterien, die eigentlich nur für die Kernzone des Naturparks gelten und ministerial erlassen keine Gesetzeskraft besäßen. Dennoch hätten sie in der Vergangenheit stets allen Diskussionen um Standorte stark beeinflusst. Im Puderbacher Land etwa scheiterten Windkraftpläne am Naturschutz. Die von der Kommune ins Auge gefassten Flächen wiesen größere Vorkommen geschützter Tiere wie den Rotmilan auf. Benner spricht sich an dieser Stelle für ein „längst überfälliges“ grundsätzliches Umdenken (auch beim Abwägungsprozess im Fall des Naturparks) aus. Dieses will er aber nicht nur auf die Windkraft bezogen wissen, sondern auf regenerative Energien allgemein und auch auf die Energieeinsparung. „Und das fängt schon beim kleinen Mann an“, erklärt Benner.
    Sein Puderbacher Kollege Wolfgang Kunz ist Geschäftsführer des Naturparks. Und seine Position weicht gar nicht weit von dem ab, was Kaul und Benner sagen: „Außerhalb der Kernzone muss es in gewissen Bereichen möglich sein, Standorte für Windkraftanlagen prüfen zu lassen. Das ist aus meiner Sicht mehr als denkbar, zumal für die Natur nicht unbedingt schädlich.“
    Unterdessen schickt sich laut Bernd Benner ein Asbacher Unternehmer an, eine Vorreiterrolle im Kreis Neuwied einzunehmen. Der Geschäftsmann will offenbar auf seinem Firmengelände ein etwa 30 Meter hohes Windrad aufstellen lassen.
    Doch damit nicht genug: Jetzt hat auch der Energiebeirat des Kreises eine Resolution verabschiedet, die unter anderem konkret auf die Windkraft eingeht. Im Papier, dass der Regierung in Mainz zugegangen ist, heißt es dazu sinngemäß: Mindestabstände zur Wohnbebauung sind zu prüfen und mit Blick auf den Naturpark als „KO-Kriterium“ nur für die Kernzonen zu akzeptieren.

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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