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  • Deutsche Brötchen made in China

    Bad Hönningen. In der chinesischen Stadt Nanjing werden von Behinderten seit einigen Wochen Kuchen, Brot und Brötchen nach deutschen Rezept gebacken. Einem Bad Hönninger Bäckermeister sei Dank.

    Foto: Privat

    Von unserer Redakteurin Christina Nover

    Für den Senior Experten Service (SES) reist der Bäckermeister Günther Thiermann seit einigen Jahren in verschiedene Ecken der Erde, um den Menschen das deutsche Backhandwerk zu vermitteln. Vor Kurzem war er im Auftrag des SES und in Zusammenarbeit mit der Nordkirche Hamburg in der chinesischen Stadt Nanjing. "Eine Kleinstadt - mit zwölf Millionen Einwohnern", berichtet der Bäcker mit einem Grinsen.

    Viereinhalb Wochen verbrachte er mit den Mitarbeitern der dortigen Amity Bakery - einer Bäckereikette, die Behinderten die Möglichkeit gibt, einer Arbeit nachzugehen. Die internationale Zusammenarbeit bezeichnet Thiermann als etwas ganz besonderes: "Die Volksrepublik China versteckt Menschen mit Behinderungen, beziehungsweise spricht man dort selten darüber - es ,darf' sie nicht geben. Doch China öffnet sich immer mehr", sagt der Bad Hönninger Bäcker. Dies zeige sie eben auch in dem Projekt, an dem er mitwirken durfte.

    Dolmetscher notwendig

    In der chinesischen Bäckerei bekam Thiermann es mit zwei ausgebildeten Bäckern und sechs Helfern mit Downsyndrom zu tun. Damit die Kommunikation glatt lief, wurde Thiermann eine Dolmetscherin zur Seite gestellt. "Es ist ein Irrglaube, dass man in den Städten mit Englisch weiterkommt. Nicht mal in den großen Hotels. Wenn man mit dem Taxi irgendwo hin möchte, muss man es sich vorher in chinesisch aufschreiben lassen, sonst ist man aufgeschmissen", berichtet Thiermann von seinen Erfahrungen.

    Die Arbeit mit den Behinderten stellte sich jedoch als problemlos heraus. "Unglaublich wie lieb und fleißig die Menschen sind", so Thiermann. Hilfreich war, dass auch Chinesen mit Litern und Kilogramm als Angaben arbeiten. Egal ob Sauerteigbrot, Pizzateig oder Schwarzwälder Kirschtorte - die deutschen Rezepte wurden nicht nur willig umgesetzt, sie kamen auch bei den Kunden sehr gut an. "Wir waren fast jeden Tag ausverkauft", berichtet Thiermann stolz. Besonders großes Interesse zeigten die Chinesen demnach an den süßen Waren. In Lateinamerika, wo der der Bäcker verschiedene Projekte betreut hat, sei eher das Brot der Renner gewesen.

    Deutsches Brauhaus in China

    Chinesen können sich zwar besonders für Marmorkuchen und bunte, fruchtige Tartlets begeistern, aber auch Brot und andere deutsche Produkte kommen gut an, wie Thiermann beim Besuch eines beliebten deutschen Brauhauses bemerken konnte: "Dort gab es deutsche Hausmannskost, die Bedienungen sind in Dirndl herumgelaufen, aber das Brot, das es da gab, das ging gar nicht." Also hat er nach einem Gespräch mit dem Küchenchef einige Backwaren aus eigener Herstellung vorbei gebracht: "Und schon hatten wir wieder einige neuen Kunden", sagt Thiermann.

    Mehr als 30 Rezepte ließ der SES-Experte den Chinesen da. Im nächsten Jahr will er wieder kommen und sehen, was das Team der Behinderten-Bäckerei aus seiner Anleitung gemacht hat.

    In der SWR-Landesschau, die am Freitag, 22. Januar, ab 18.45 ausgestrahlt wird, spricht Günther Thiermann über seinen Aufenthalt in China.

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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