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  • Andere Kreise speisen mehr grünen Strom ein

    Kreis Neuwied. Der Kreis Neuwied steuert ganz klar in Richtung Energiewende. Das zeigen die jüngsten Überlegungen zum Thema Windkraft etwa in Bad Hönningen oder rund um die Abfalldeponie bei Linkenbach deutlich. Zudem wird zunehmend Energie aus Biomasse gewonnen. Allerdings sind viele andere Kreise im Land noch deutlich voraus. Denn an Rhein und Wied stammen lediglich fünf Prozent des eingespeisten Stromes aus erneuerbaren Ressourcen.

    Windkraft im Kreis? Fehlanzeige: Entsteht bald rechts und links der A 3 in Höhe der Abfalldeponie Linkenbach eine "Energieallee" mit Windrädern?
    Windkraft im Kreis? Fehlanzeige: Entsteht bald rechts und links der A 3 in Höhe der Abfalldeponie Linkenbach eine "Energieallee" mit Windrädern?
    Foto: Jürgen Opgenoorth

    Von unserem Redakteur Ralf Grün

    Kreis Neuwied - Der Kreis Neuwied steuert ganz klar in Richtung Energiewende. Das zeigen die jüngsten Überlegungen zum Thema Windkraft etwa in Bad Hönningen oder rund um die Abfalldeponie bei Linkenbach deutlich. Zudem wird zunehmend Energie aus Biomasse gewonnen. Allerdings sind viele andere Kreise im Land noch deutlich voraus. Denn an Rhein und Wied stammen lediglich fünf Prozent des eingespeisten Stromes aus erneuerbaren Ressourcen. Damit rangiert Neuwied unter den 24 Landkreisen auf Platz 19. Vorn liegen mit deutlichem Abstand Cochem-Zell (75,6 Prozent) und der Eifelkreis Bitburg-Prüm (72,1). Das belegen die Zahlen für das Jahr 2009, die aktuellsten, die das Statistische Landesamt in Bad Ems derzeit zur Verfügung stellen kann.

    Die Diskussion um die Windkraft nimmt im Kreis Fahrt auf. Und genau da liegt auch der meiste Nachholbedarf. Denn bei keinem anderen Kreis taucht wie bei Neuwied in Sachen Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energie (Zahlen aus 2008) unter der Rubrik "Wind" eine glatte 0 auf. Eine ähnliche Flaute herrscht nur noch rund um Ahrweiler, wo 2,9 Millionen Kilowattstunden (kWh) von Winderrädern erzeugt und ins Netz eingespeist werden. Die Spitzenplätze belegen der Eifelkreis Bitburg-Prüm (345,7 Mio. kWh) und der Rhein-Hunsrück-Kreis (183,7).

    Von den insgesamt 61,5 Millionen kWh regenerativen Stroms im Netz steuert kreisweit die Biomasse den Löwenanteil bei. Was diesen Energieträger betrifft, belegt Neuwied mit 49,3 Millionen kWh (2008) im Vergleich eine guten vierten Platz. Davor sind nur noch Westerwaldkreis (122 Mio. kWh), der Eifelkreis Bitburg-Prüm (96,9) und Birkenfeld (63,2) zu finden.

    Über Fotovoltaik haben 2008 nur sechs Landkreise weniger Energie eingespeist als Neuwied (7,6 Mio. kWh). Die Spitze (Trier-Saarburg: 26,4 und Mainz-Bingen: 22,1) hat einen deutlichen Vorsprung. Allerdings hat der Kreis Neuwied inzwischen zugelegt, denn es ist wahrlich nicht nur das Solarwerk in Oberdreis ans Netz gegangen.

    Besonders eklatant ist der Rückstand bei der Wasserkraft. Neuwied (4 Mio. kWh, 2008) hinkt da den Spitzenreitern Bernkastell-Wittlich (228,6) und Cochem-Zell (218,1) deutlich hinterher.

    Doch auch an diesem Rad soll jetzt möglichst wirkungsvoll gedreht werden. Zumal das Thema Wasser eng mit einem derzeit noch bestehenden Problem verknüpft ist: Wie lässt sich die regenerativ erzeugte Energie speichern, um sie dann abrufen zu können, wenn sie gebraucht wird?

    Die Verbandsgemeinde Puderbach und der Kreis verfolgen offenbar konkrete Pläne. Die Rede ist von sogenannten Pumpspeicherwerken. Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach und Bürgermeister Wolfgang Kunz haben sich jüngst im Puderbacher Land nach geeigneten Standorten umgeschaut. Für ein solches Bauwerk könnte etwa ein See in einer ehemaligen Tongrube bei Oberdreis genutzt werden. Dort ließe sich Wasser aus einem Bach in den See pumpen. Bei Bedarf rauscht das Wasser talwärts in Turbinen, die dann Strom produzieren würden.

    Windenergie und Solarstrom seien so flexibler nutzbar. Vor allem für die von kommunaler Seite ins Auge gefasste Windkraft stehe dann die Möglichkeit der Speicherung im Raum. Wie Hallerbach weiter informiert, sollen weitere mögliche Standorte für Speicherkraftwerke im Kreis geprüft werden. Im Asbacher Land etwa oder auf dem Malberg bei Hausen gibt es seiner Ansicht nach ähnlich gute Voraussetzungen. Davon abgesehen zieht der Energiebeirat durchaus in Betracht, die Zahl der Wasserkraftwerke zu erhöhen. Auch wenn etwa die Wied nicht gerade die Mosel ist, sieht das Gremium Potenzial.

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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