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  • TTIP: Regionale Wirtschaft sieht Chancen

    Kreis Neuwied. TTIP: Bei so manchem sorgen diese vier Buchstaben und das geplante Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA, für das sie stehen, für erhebliches Unbehagen. Dass mit dem Abbau der Handelsbarrieren das Abschmelzen europäischer Standards einhergeht, befürchten die einen, die intransparenten Verhandlungen rund um das Abkommen kritisieren andere. Relativ gelassen steht die regionale Wirtschaft dem Abkommen gegenüber.

    Sie erhoffen sich von TTIP vor allem einen Abbau der Handelshemmnisse für die Produkte ihrer Firma: Geschäftsführer Rainer Runkel und seine Schwester Elke Runkel vom Rengsdorfer Unternehmen Winkler und Dünnebier Süßwarenmaschinen.  Archiv-Foto: Jörg Niebergall
    Sie erhoffen sich von TTIP vor allem einen Abbau der Handelshemmnisse für die Produkte ihrer Firma: Geschäftsführer Rainer Runkel und seine Schwester Elke Runkel vom Rengsdorfer Unternehmen Winkler und Dünnebier Süßwarenmaschinen. Archiv-
    Foto: Jörg Niebergall - obi

    Von unserem Redakteur Robin Brand

    "Die Stimmung der Unternehmen gegenüber TTIP ist überwiegend positiv", sagt Andrea Wedig, Außenwirtschaftsreferentin der IHK in Koblenz. Auch Fabian Göttlich, Regionalgeschäftsstellenleiter in Neuwied findet den Abbau von Handelshemmnissen wie Zöllen "grundsätzlich gut". Bei 40 Prozent liegt die Exportquote der Industrie, jüngst haben die USA Frankreich als wichtigsten Handelspartner von Rheinland-Pfalz abgelöst. Entsprechend große Auswirkungen dürfte TTIP auch auf die regionale Wirtschaft haben.

    Diese setzt nicht nur auf den Abbau von Zöllen. Gerade die Maschinenbauer erhoffen sich eine vereinfachte Zulassung ihrer Produkte in den USA. "Wenn das Abkommen zu einer Nivellierung der Sicherheitsrichtlinien führt, würde ich das begrüßen", sagt etwa Rainer Runkel, Geschäftsführer der Rengsdorfer Firma Winkler und Dünnebier Süßwarenmaschinen. Damit steht er nicht alleine da, wie eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags zeigt. Demnach wünschen sich mehr als 80 Prozent der 2000 befragten auslandsaktiven Unternehmen die gegenseitige Anerkennung gleichwertiger Standards.

    Wie die Wirtschaft profitieren könnte, fasst Wedig wie folgt zusammen: "Im Bereich der Rohstoffe beispielsweise sind Zölle ein großes Thema. Im Bereich Maschinenbau sind es regulatorische Hürden, die durch TTIP abgebaut werden könnten. Im Dienstleistungssektor könnten Unternehmen vom vereinfachten Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen profitieren." Branchen, die im besonderen Maße profitieren könnten, seien dagegen nicht auszumachen.

    Branche ist gut aufgestellt

    Die Sorge, dass US-Produkte den europäischen Markt überschwemmen, scheint weniger ausgeprägt. "Im Süßwarenbereich gibt es so gut wie keinen Wettbewerb in den USA. Der Markt wird schon jetzt von Unternehmen aus Europa beliefert", sagt Runkel. Seiner Ansicht nach ist die gesamte Branche gut aufgestellt: "Die deutschen Maschinenbauer genießen insgesamt einen guten Ruf." Auch Frank Busch, Geschäftsführer des Packmittelherstellers Sensoplast, sieht TTIP gelassen. Rund 75 Prozent macht der Export bei Sensoplast aus. "Das Abkommen würde uns also definitiv betreffen", betont er.

    Doch auch die Wirtschaftsvertreter sehen nicht nur positive Aspekte. "Wir haben in Europa andere Strukturen und zum Teil andere Werte, auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Wir sollten bei aller gebotenen Offenheit deshalb darauf achten, dass uns diese Werte nicht verloren gehen oder diese verwässert werden. In der Diskussion stehende 'parallele Welten', zum Beispiel bei der Gerichtsbarkeit, empfinde ich als kritisch", gibt Harald Schmillen von der Neuwieder Mittelstandsförderung zu bedenken. Grundsätzlich plädiere er zwar für einen freien Markt. "Aber wir haben in Deutschland seinerzeit sehr bewusst eine soziale Marktwirtschaft gewählt. Ich würde dies heute in einer politischen Diskussion sogar gerne auf den Begriff nachhaltige Marktwirtschaft erweitert sehen."

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