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  • Ein Jahr nach dem Hangrutsch: Triers blicken nach vorn

    Linz. Als vor einem Jahr am Linzer Kaiserberg der Hang rutschte, stand Familie Trier vor dem Nichts. Über Nacht standen sie ohne Zuhause da. Dank vieler Spenden konnte die Familie im vergangenen Sommer ein neues Heim beziehen.

    Stephan Trier und seine Frau.
    Stephan Trier und seine Frau.
    Foto: nbo

    Von unserer Redakteurin Nina Borowski

    Nur durch Zustimmung der Triers, das eigene Heim abzureißen, konnten alle anderen Häuser in der Straße am Gericht gerettet und der Hangrutsch gestoppt werden. Heute, ein Jahr danach, beschreibt Stephan Trier es als "Glück im Unglück" und ist froh, dass durch den Abriss wenigstens die Häuser der Nachbarn gerettet werden konnten.

    Durch die enorme Spendenbereitschaft der Linzer und vieler Menschen über die Landesgrenzen hinaus konnten Triers im Sommer des vergangenen Jahres ein neues Heim in Linz beziehen. "Wir waren unendlich froh und dankbar, wieder ein Zuhause zu haben, doch die erste Zeit war schwer. Es war alles fremd", beschreibt Heike Trier im Gespräch mit der RZ. Während sie erzählt und sich an die Ereignisse von vor einem Jahr erinnert, sind ihr die Sorgen und der Schmerz noch anzusehen. "In der ersten Zeit haben wir wie in Trance versucht weiterzumachen", sagt Stephan Trier.

    Die beiden sind Pächter des Hauses Bucheneck in Linz, wo sie auch für einige Monate gewohnt haben. "Die Arbeit im Betrieb hat uns geholfen", sagt der 51-Jährige und ergänzt: "So haben wir wenigstens für ein paar Stunden am Tag über etwas anderes nachdenken können." Auch wenn die Familie froh war, dass sie in der ersten Zeit in ihrem Hotel wohnen konnte, war es nicht einfach: "Das war die schlimmste Zeit für uns", erinnert sich Heike Trier und ergänzt: "Alles war ungewiss, wir hatten kein Zuhause. Wir sind zwar niemandem zur Last gefallen, aber ein richtiges Familienleben war im Hotel nicht möglich."

    Nach wenigen Tagen des Hoffens, wurde das Haus der Triers abgerissen.
    Nach wenigen Tagen des Hoffens, wurde das Haus der Triers abgerissen.
    Foto: creativ

    Im Herbst kehrte für die Familie endlich etwas Ruhe ein. "Da war irgendwann der Zeitpunkt erreicht, an dem wir angefangen haben, uns unser neues Zuhause gemütlich zu machen", sagt der Familienvater. Das neue Esszimmer ist für die Triers ein "Lieblingsort" geworden: "Hier sitzen wir jeden Abend zusammen. Das ist der Treffpunkt der Familie", erzählt Heike Trier.

    Auch wenn die Familie mittlerweile gut in ihren Alltag gefunden hat, kommen an Tagen wie Weihnachten oder wie jetzt am Jahrestag noch mal die Erinnerungen hoch. "Vor allem die Kinder waren in der Vorweihnachtszeit etwas melancholisch", sagt der Vater. "Wir hatten ja auch keinen Weihnachtsschmuck mehr. Vorher hatten wir immer rote Kugeln. Doch die waren jetzt nicht mehr da", erinnert sich die Mutter. Mit neuen blauen und silberfarbenen Kugeln wollte sie den Baum bewusst anders schmücken. Doch das kam vor allem bei der jüngsten Tochter gar nicht gut an: "Sie fand es schrecklich und ungemütlich. Also habe ich an Heiligabend noch rote Kugeln besorgt", sagt die 47-Jährige lachend, und ihr Mann ergänzt: "Unsere Tochter hatte Recht. Die roten Kugeln haben es am Ende erst richtig gemütlich gemacht."

    Ein Erdrutsch hatte das Haus verformt, es wäre vermutlich eingestürzt.
    Ein Erdrutsch hatte das Haus verformt, es wäre vermutlich eingestürzt.
    Foto: nbo

    Auch wenn Triers durch Kleinigkeiten im Alltag immer wieder an den herben Verlust erinnert werden, wollen sie nach vorn schauen. "Als wir meine Eltern besuchen wollten, mussten wir erst mal einen Koffer kaufen, weil wir ja keinen mehr hatten", beschreibt Stephan Trier. Für ihn hat der Verlust von Hab und Gut eine andere Sicht auf die Dinge gebracht: "Wenn Sperrmüll ist, kann ich oft nur mit dem Kopf schütteln, was die Leute alles wegwerfen." Für das neue Jahr wünschen sie sich Zeit mit der Familie und den Abschluss der Ursachensuche für den Hangrutsch: "Damit wir endgültig damit abschließen können", sagt das Ehepaar.

    Familie Trier ist immer noch überwältigt über die enorme Spendenbereitschaft, und möchte selbst noch mal "Danke" sagen.

     

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