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    WindhagenÄrger mit dem Eigentümer sorgt für Dorint-Aus

    Die Nachricht, dass der Betrieb im Dorint-Hotel in Windhagen zum 10. April stillgelegt wird, hat die Mitarbeiter völlig unvermittelt getroffen. Der Schock sitzt auch rund eine Woche nachdem die Entscheidung verkündet wurde noch tief.

    Das Dorint Hotel in Windhagen Rederscheid.
    Das Dorint Hotel in Windhagen Rederscheid.
    Foto: Creativ/Heinz-Werner Lamberz

    Von unserer Redakteurin Christina Nover

    Die Nachricht, dass der Betrieb im Dorint-Hotel in Windhagen zum 10. April stillgelegt wird, hat die Mitarbeiter völlig unvermittelt getroffen. Am vergangenen Donnerstag wurden sie in einer Versammlung darüber informiert, dass der Standort aufgegeben werden soll (wir berichteten). Der Tag der offenen Tür wurde dennoch durchgezogen. Hoteldirektor Rainer Schäfer: "Das war schon makaber. Wir haben überlegt, ihn abzusagen, doch letztlich haben wir ihn mit Bravour gemeistert und viel Solidarität erfahren." Lächeln, das Hotel präsentieren, und das alles mit dem Wissen, dass der Arbeitsplatz in rund einer Woche nicht mehr existiert.

    Auch mehrere Tage nach der Verkündung sind die Mitarbeiter noch geschockt. Wie die RZ aus dem Kreis der Belegschaft erfahren konnte, hat niemand mit einer solchen Entscheidung gerechnet. Auslastung und Zahlen seien gut gewesen. Als Grund für den Entschluss gibt der Geschäftsführer der Neue Dorint GmbH, Olaf Mertens, das zerrüttete Vertragsverhältnis zum Eigentümer der Immobilie an. "Es gibt keine Möglichkeit, mit diesem Mann zu reden", so Mertens auf Anfrage unserer Zeitung. Seinen Angaben zufolge versucht das Unternehmen seit vier Jahren, verschiedene Investitionen zu veranlassen, doch ohne Erfolg. So konnten einige technische und bauliche Probleme nicht beseitigt werden. Unter anderem geht es um eine Brandmeldeanlage, die für eine sichere Fortführung des Betriebs unabdingbar sei. Nach zahlreichen Versuchen, mit dem Eigentümer im Ausland Kontakt aufzunehmen, hat Dorint den Pachtvertrag nun gekündigt. Eine juristische Auseinandersetzung folgt.

    Im Zuge der Stilllegung musste Dorint den 71 Mitarbeitern des Hotels die Kündigung aussprechen. Zudem ist ein Reinigungsteam von 20 Leuten betroffen. Aus der Belegschaft sind viele skeptisch, was die Vorgänge im Hotel betrifft. Vor allem die "Kurzschlussreaktion" können viele nicht verstehen. Auch bemängeln sie das Fehlen eines Sozialplans. Nach Informationen der RZ waren nicht mal die zuständigen Arbeitsagenturen über die Massenentlassung informiert. Von "Dramen, die sich abspielen", ist die Rede. Zum Teil seien Partner beim Hotel beschäftigt, viele hätten kein Auto, um zu anderen Standorten zu pendeln.

    Vonseiten der Unternehmensleitung heißt es, dass versucht wird, die Mitarbeiter in anderen Hotels in der Region unterzubringen. Die Gruppe besitzt unter anderem Häuser in Bonn, Bad Neuenahr und Köln. Dabei wird auch an die Auszubildenden gedacht: "Den Großteil der Azubis konnten wir schon unterbringen", berichtet Rainer Schäfer. Dabei wurde auch mit anderen Hoteliers in der Umgebung Kontakt aufgenommen. Zum Teil hatte der Nachwuchs aber auch Interesse an einer Beschäftigung in anderen Teilen Deutschlands oder dem Ausland geäußert. Schäfer ist zuversichtlich, auch dem Rest der Belegschaft einen neuen Arbeitsplatz zu sichern. Diese Hoffnung teilen jedoch nur wenig Angestellte. Sie sind dabei, einen Betriebsrat zu gründen, und einige haben ihre Anwälte eingeschaltet.

    Wenn das Hotel am 10. April schließt, gehen jedoch nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Betten verloren. Jürgen Hühner, der Vorsitzende des Dehoga-Kreisverbandes Neuwied, findet diese Entwicklung bedauerlich: "Es ist immer schwierig, wenn solche großen Häuser zumachen." Außer dem Dorint-Hotel gibt es nach seinen Angaben nur noch zwei weitere Vier-Sterne-Häuser im Kreis Neuwied. Vor Ort betrifft die Schließung nicht nur Unternehmen, die sich neue Unterkünfte für Besucher und Tagungen suchen müssen, sondern auch den Golfklub, Taxiunternehmen und Gastronomie. Auch Harald Schmillen, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung im Landkreis Neuwied, ist unglücklich über den Verlust des Dorint-Hotels: "Wir brauchen ein Businesshotel an der A 3", erklärt er.

    Das Dorint-Hotel in Windhagen gibt es seit 1988. Das Vier-Sterne-Haus hat insgesamt 125 Zimmer, davon zehn Einzelzimmer, 106 Doppelzimmer und neun Suiten. Außerdem gibt es 15 Tagungsräume, Golf- und Wellnessangebote. Olaf Mertens geht davon aus, dass der Eigentümer an einer Fortführung des Hotelbetriebs interessiert sein sollte. "So eine Immobile kann man nicht einfach umfunktionieren", erklärt er. Dennoch gibt es Gerüchte, in denen von einem geplanten Altenheim die Rede ist.

     

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