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    BaumholderZeit rettet vielleicht Arbeitsplätze

    Warten kann quälend sein - vor allem, wenn es um die entscheidende Frage geht, ob der eigene Job gefährdet ist oder nicht. In Warteposition befinden sich derzeit die 460 Zivilbeschäftigten bei der US-Armee in Baumholder.

    Die einstmals größte deutsche US-Garnisonsstadt Baumholder wird zum Kleinststandort "Small Site" abgestuft und verliert 153 zivile Dienstposten.  Foto: Reiner Drumm (Archiv)
    Die einstmals größte deutsche US-Garnisonsstadt Baumholder wird zum Kleinststandort "Small Site" abgestuft und verliert 153 zivile Dienstposten.
    Foto: Reiner Drumm (Archiv)

    Von unserer Redakteurin Gabi Vogt

    Nachdem Ende Februar das Hauptquartier der US-Armee in Europa bekannt gegeben hatte, dass in Folge der massiven Truppenreduzierungen vor zwei Jahren, in deren Zug die 170. Infanteriebrigade aus Baumholder abgezogen und aufgelöst wurde, nun bei der Baumholderer US-Garnison 154 Stellen wegfallen sollen, befinden sich die Zivilbeschäftigten im Ungewissen. "Derzeit warten wir alle auf Informationen von der Garnisonsleitung, welche Positionen konkret betroffen sein werden. Dann erst können wir schauen, wie wir sozialverträgliche Lösungen finden", sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Müller.

    Klar ist, dass etwa 80 der zu reduzierenden Stellen ohnehin schon nicht mehr besetzt sind, sodass von den umfassenden Kürzungen etwa 80 Zivilangestellte betroffen sein werden. Ob sie ihren Job verlieren, oder sich andere Lösungen finden lassen, ist indes noch ungewiss.

    Der Betriebsrat, der in der derzeitigen Findungs- und Analysephase nicht eingebunden ist, wie Müller bedauert, würde sich gern intensiver einbringen. Vorsitzender Joachim Conde hat einen Vorschlag erarbeitet, dessen Ziel es ist, den Prozess zeitlich so weit zu strecken, dass der Personalabbau mit Fluktuation aufgefangen werden kann und es im Idealfall gar nicht zu Kündigungen kommen muss, erläutert sein Stellvertreter Müller.

    Das könnte gelingen, wenn die Umsetzung nicht zu einem bestimmten Stichtag erfolgten muss. "Wenn man die Positionen hier so lange belässt, wie sie noch besetzt sind, und sie erst dann in die anderen Garnisonen verschiebt, wenn sie frei werden", erklärt Müller. Denn das steht fest, egal wie sozialverträglich die Einzelfalllösungen ausfallen, unterm Strich verliert die als "Small Site" (Kleinststandort) abgewertete einstmals größte US-Garnisonsstadt in Deutschland die 154 Dienstposten.

    Berufliche Weiterbildungsangebote sollen denjenigen unterbreitet werden, denen dennoch eine Kündigung ins Haus steht. Auf politischer Ebene werden diese Bemühungen vom Innenministerium begleitet. Innenstaatssekretärin Heike Raab kam zu Gesprächen mit Verbandsbürgermeister Peter Lang und dem Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Noss nach Baumholder, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Ziel der Bemühungen ist, mit einem Bündel an Maßnahmen die Zahl der Betroffenen so gering wie möglich zu halten. "Die Lage ist ernst. Wir brauchen in der Region unbedingt neue Arbeitsplätze und die dafür erforderliche Infrastruktur", sagt Lang. Eine Aufgabe, die weder Stadt noch VG alleine stemmen könnten.

    Die Zitterpartie für die Beschäftigten wird aller Voraussicht nach noch mindestens 12 bis 18 Monate dauern. Diese Zeitspanne veranschlagt man bei der Garnison für die Umsetzung der Kürzungspläne. Bereits zum 30. September werden die Kürzungen im Stellenplan ihren Niederschlag finden.

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