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    Kreis BirkenfeldRätselhaftes Bodendenkmal zwischen Buhlenberg und Börfink

    Solche viel begangenen Wanderstrecken wie der Saar-Hunsrück-Steig und der Trauntal-Höhenweg verlaufen weit entfernt vom sagenumwobenen Gipfelplateau des Vorkastells hoch über der Traun. Deshalb gehört dieses Bodendenkmal zwischen Buhlenberg und Börfink mit seinen bemoosten und von Buchenwald überschatteten Wällen zu den stillsten und rätselhaftesten Bodendenkmälern aus keltischer Zeit im Landkreis Birkenfeld. Ihm ist der erste Teil unserer neuen Serie „Geschichte der Heimat“ gewidmet.

    Das Vorkastell hoch über dem Trauntal ist ein Bodendenkmal aus keltischer Zeit.
    Das Vorkastell hoch über dem Trauntal ist ein Bodendenkmal aus keltischer Zeit.
    Foto: Uwe Anhäuser

    Kreis Birkenfeld - Solche viel begangenen Wanderstrecken wie der Saar-Hunsrück-Steig und der Trauntal-Höhenweg verlaufen weit entfernt vom sagenumwobenen Gipfelplateau des Vorkastells hoch über der Traun. Deshalb gehört dieses Bodendenkmal zwischen Buhlenberg und Börfink mit seinen bemoosten und von Buchenwald überschatteten Wällen zu den stillsten und rätselhaftesten Bodendenkmälern aus keltischer Zeit im Landkreis Birkenfeld. Ihm ist der erste Teil unserer neuen Serie „Geschichte der Heimat“ gewidmet.

    Wer heute über einen mit Gras bewachsenen Waldweg zu der 250 Meter vom Abzweig entfernten Keltenburg geht, sollte sich vergegenwärtigen, dass dies der ursprüngliche Zugang ist, an dessen damaligem Ende eine Felsbarriere ragt. Darauf saß eine Wehrmauer, die auf ganzer Länge zu einem bis zwölf Meter breiten und gut zwei Meter hohen Steinwall verstürzte.

    Im Grundriss zeigt sich das Vorkastell als ovaler Ringwall mit einer Ausdehnung von rund 120 mal 80 Metern bei einem Umfang von etwa 500 Metern. Während sich der Hauptwall von dem erwähnten Felsriegel aus fast 90 Metern weit über eine nordwestliche Einbiegung und dann nach Südwesten zieht, werden die Süd- und Nordseite durch niedrige Randwälle markiert. Die auf den Abhängen verstreuten Quarzitgerölle sind Verwitterungsprodukte oder herab gerollte Mauertrümmer. Eine geologische Besonderheit überrascht an der Südostseite, die sich direkt über dem eiszeitlichen Relikt eines bizarren Blockmeers aus graurötlichem Quarzit erhebt. Dessen auch als „Rosselhalde“ bezeichnete Hangschuttmassen hätten Angriffe erschwert, sodass hier vielleicht eine Palisade als Schutzvorrichtung genügte. Jedoch zeigen sich an der Abbruchkante etliche Gesteinsschichtungen, deren Formen Verwitterung wie durch Menschenhand entstanden sein können.

    An dieser Stelle öffnet sich ein märchenhaft anmutendes Panorama über das vollständig umwaldete Trauntal bis zum hügeligen Horizont zwischen Birkenfeld und Nohfelden. Als einziger Hinweis auf menschliche Ansiedlungen sind tief drunten die Ziegeldächer der oberhalb des Dorfs Abentheuer gelegenen Hujetsmühle zu erblicken, die heute als „Goloka-dhama“ (der Ort, der durch natürliche Lebensweise alle Sinne erfreut) ein gastfreundliches Zentrum der Hare-Krishna-Bewegung ist. Angesichts der ebenen Fläche des von der einstigen Wehrmauer umringten Plateaus drängt sich die Frage nach einer vorgeschichtlichen Besiedlung auf. Welche Lebensgrundlagen gab es in dieser von nutzbaren Acker- und Gartenflächen weit entfernten Waldgegend? Oder sollten die Auen im Trauntal sowie die Lichtungswiesen des Saustäbels eine wirtschaftlich relevante Rolle für Pferdezucht gespielt haben, die nach der römischen Okkupation den einheimischen Treverern erhebliche Einkünfte durch den Verkauf von Pferden an Roms Reitertruppen verschaffte?

    Mangels einer archäologischen Untersuchung der Innenfläche des Vorkastells bleibt viel Spielraum für Fantasien über die Zweckbestimmung der Anlage. Lebte hier eine dörfliche Gemeinschaft? Diente die Befestigung den Kelten des Trauntals und der Wälder als Fliehburg? Oder sollte sie den machtpolitischen Anspruch eines regionalen Anführers manifestieren, der vielleicht als Pferdezüchter zu Wohlstand und Ansehen gekommen war?

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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