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    OberbrombachNeues Oberhaupt in Oberbrombach: Rat wählte Rüdiger Scherer zum Ortsbürgermeister

    Das ging dann doch schneller als gedacht: Nach knapp dreimonatiger Vakanz auf diesem Posten hat der 470-Einwohner-Ort Oberbrombach wieder einen Bürgermeister. Der Gemeinderat wählte in seiner jüngsten Sitzung Rüdiger Scherer mit einem einstimmigen Votum zum Nachfolger von Helmut Brächer.

    Der neue Ortsbürgermeister vor dem markantesten Gebäude des Dorfs: Rüdiger Scherer lenkt nach seiner einstimmigen Wahl durch den Rat ab sofort die politischen Geschicke Oberbrombachs. Foto: Axel Munsteiner
    Der neue Ortsbürgermeister vor dem markantesten Gebäude des Dorfs: Rüdiger Scherer lenkt nach seiner einstimmigen Wahl durch den Rat ab sofort die politischen Geschicke Oberbrombachs.
    Foto: Axel Munsteiner

    Zur Erinnerung: Der damalige Amtsinhaber Brächer hatte im März seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Aus der danach vorgesehenen Urwahl durch die Bürger, die auf den 25. Juni terminiert war, wurde aber nichts. Denn bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist am 8. Mai hatte sich niemand gemeldet. Damit war wieder der achtköpfige Gemeinderat am Zug. Nach den gesetzlichen Vorgaben musste er entweder in den eigenen Reihen ein neues Dorfoberhaupt finden und wählen oder im Ort nach einem geeigneten Kandidaten Ausschau halten. Dazu hatte er bis zum 20. August Zeit. Andernfalls wäre es zur Zwangsverwaltung gekommen, was in der Praxis darauf hinausgelaufen wäre, dass ein Mitarbeiter der Birkenfelder VG-Verwaltung die Geschäfte Oberbrombachs übernommen hätte.

    Zwangsverwaltung abgewendet

    „Das konnten wir zum Glück abwenden, was ja immer unser erklärtes Ziel war“, sagt Björn Symanzik nach der jetzt erfolgten Wahl Scherers. Das Ratsmitglied, das zugleich Wehrführer ist, hatte bereits nach der erfolglosen Suche nach einem Urwahlbewerber im Mai in der NZ darauf hingewiesen, dass im achtköpfigen Gremium selbst keiner Ortsbürgermeister werden will. Schon damals hatte Symanzik aber davon gesprochen, dass man auf eine Person im Dorf, die bisher politisch noch nicht aktiv war und deshalb auch „unbelastet“ sei, zugehen und sie fragen wolle, ob sie bis zur nächsten Kommunalwahl Mitte 2019 die politischen Geschicke Oberbrombachs zu lenken bereit ist.

    Dieser Auserkorene war Rüdiger Scherer. „Kurioserweise war es so, dass zum Zeitpunkt, als im Mai der Zeitungsbericht erschienen ist, ich noch gar nicht vom Rat angesprochen worden war, obwohl schon viele Leute im Dorf auf mich geschlossen hatten“, sagt Scherer im NZ-Gespräch. Das geschah dann aber kurz darauf, und nach einer gewissen Bedenkzeit habe er auch seine Zusage gegeben, für eine Wahl durch das Gemeindeparlament zur Verfügung zu stehen. „Ich sehe es so, dass es ja auch eine Bürgerpflicht ist, dass jemand dieses Ehrenamt auch ausübt“, sagt Scherer. Die mit diesem Satz verbundene Einstellung wird noch besser verständlich, wenn man sich die Vita des heute 61-Jährigen etwas näher betrachtet.

    Scherer stammt aus Hellertshausen in der VG Rhaunen, seine Frau Renate ist waschechte Oberbrombacherin. Mit ihr baute er dort zwar schon Mitte der 1980er-Jahre ein Haus, „und es war auch von Anfang an klar, dass wir irgendwann nach Oberbrombach zurückkehren würden“, doch zunächst war das Leben der Scherers, die zwei inzwischen erwachsene Söhne haben, von vielen Umzügen innerhalb Deutschlands geprägt. Denn Rüdiger Scherer war Berufssoldat und konnte erst nach der Pensionierung 2015 wieder im bis dahin vermieteten Eigenheim in Oberbrombach sesshaft werden.

    Wegen der vielen berufsbedingten Wechsel hatte Scherer zwar bislang nie die Möglichkeit, in einer seiner Stationen kommunalpolitisch aktiv zu werden, „aber interessiert war ich an Kommunalpolitik schon immer. Und die Geschehnisse hier in Oberbrombach habe ich ebenfalls aufmerksam verfolgt. Den neuen Posten traue ich mir auch zu, keine Frage“, sagt Scherer. Dass mit seiner Person nun jemand von außen Chef im 470-Einwohner-Ort ist, habe auch gewisse Vorteile, so die Einschätzung Scherers. „Ich denke, dass ich unbefangen auf die Leute zugehen kann, was umgekehrt natürlich auch gilt“, betont der 61-Jährige. Hintergrund dieser Aussage ist, dass Brächer, wie dieser im März selbst erklärt hatte, unter anderem wegen ortsinterner Zwistigkeiten – er war in der Vergangenheit unter anderem mit anonymen Briefen und Anrufen konfrontiert gewesen – zurückgetreten war.

    Brandplatz wird 2018 neu gestaltet

    In seiner neuen Rolle als Ortschef müsse er sich nun erst einmal einen Überblick verschaffen, wie es um die Gemeinde – auch in finanzieller Hinsicht – bestellt ist, stellt Scherer klar. Er halte nichts davon, sich nun bis 2019 „viele neue Projekte auf die Fahnen zu schreiben. Es geht vielmehr darum, die vom Rat angeschobenen Vorhaben in enger Abstimmung mit diesem Gremium auch fortzuführen“, betont Scherer. So stehen im Gemeinschaftshaus, dessen Vorplatz 2016 erneuert wurde, noch Restarbeiten an. Geplant sind zudem die Sanierung des alten Lehrerhauses und die Neugestaltung des Brandplatzes mit der dortigen Bushaltestelle. Das letztgenannte Projekt wird die Gemeinde laut Scherer vermutlich 2018 anpacken können. „Ich hoffe sehr, dass wir aus dem Brandplatz etwas Schönes für die Dorfgemeinschaft machen kommen, und würde mir dabei die tatkräftige Mitarbeit möglichst vieler Bürger wünschen“, sagt das neue Dorfoberhaupt.

    VG-Chef Bernhard Alscher betont, dass er sich sehr über die erfolgreiche Ortsbürgermeistersuche in Oberbrombach freue und die VG „sicher nicht traurig darüber ist, dass sie nun doch keine Zwangsverwaltung übernehmen muss“. Aufgrund seiner Ausbildung und seines Werdegangs hält der Rathauschef Scherer für eine sehr gute Wahl und betont: „Ich bin gespannt auf die Zusammenarbeit mit ihm und hoffe, dass er für uns in der Verwaltung anstrengend wird. Das wäre dann nämlich der Beweis dafür, dass sich unter ihm in Oberbrombach viel bewegt.“

    Von unserem Redakteur
    Axel Munsteiner

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