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  • Mit dem Elektroauto in den Nationalpark: UCB und VG Birkenfeld starten Projekt Nemo

    Hoppstädten-Weiersbach. "Nemo" ist der Name des Kapitäns des geheimnisvollen Forschungsschiffs Nautilus, das im Mittelpunkt von Jules Vernes Romans "20 000 Meilen unter dem Meer" aus dem Jahr 1870 steht. "Nemo" steht ab sofort aber auch für ein innovatives Projekt, das der Umwelt-Campus Birkenfeld (UCB) und die Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) "Energie für Birkenfeld" der Verbandsgemeinde mit finanzieller Unterstützung des Mainzer Wirtschaftsministeriums gemeinsam angehen werden.

    Die Studenten und Professoren des Umwelt-Campus sowie Vertreter der VG Birkenfeld wollen den Ausbau der Elektromobilität im Nationalpark ins Rollen bringen Foto: Reiner Drumm
    Die Studenten und Professoren des Umwelt-Campus sowie Vertreter der VG Birkenfeld wollen den Ausbau der Elektromobilität im Nationalpark ins Rollen bringen
    Foto: Reiner Drumm

    Von unserem Redakteur Axel Munsteiner

    Die mit diesem Vorhaben verbundenen Pläne wurden jetzt vorgestellt. "Nemo" ist die Abkürzung für Null-Emissions-Mobilitätsstation, die auf dem Gelände des UCB eingerichtet werden soll. "Es handelt sich dabei um die erste Anlage dieser Art in Rheinland-Pfalz", stellt Professor Dr. Peter Heck vom Ifas-Institut den besonderen Stellenwert heraus.

    Das Thema Elektromobilität spielt dabei die entscheidende Rolle. "Wir sehen in diesem Projekt einen guten Ausgangspunkt, um uns im Rahmen unseres Klimaschutzkonzepts substanziell zu verbessern", betont Prof. Dr. Norbert Kuhn, Präsident der Hochschule Trier, zu der der UCB gehört. Da der Campus mit seinen 2700 Studierenden nur auf der Ost-West-Achse zwischen Mainz und Saarbrücken durch die Bahn gut an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden ist, reisen immer noch viele Studenten und Mitarbeiter notgedrungen mit dem eigenen Fahrzeug an. "Unser Ziel ist es, durch Nemo 100 fossile, mit Benzin oder Diesel betriebene Autos vom Gelände wegzubekommen", sagt Heck. Schlüssel dazu ist eine Carsharing-Initiative, also die Möglichkeit, dass mehrere Menschen ein Auto gemeinsam nutzen können. Dabei sollen Elektroautos zum Einsatz kommen.

    Carports mit Solardächern

    Am UCB werden daher zwölf Stellplätze für Elektrofahrzeuge inklusive der dafür nötigen Infrastruktur geschaffen. Dazu gehören zum Beispiel Carports, also Unterstellplätze, auf deren Dächern Solaranlagen installiert werden. Hinzu kommt ein stationärer Batteriespeicher und Säulen, an denen Strom gezapft und die Elektroautos aufgeladen werden können. Dabei sind auch zwei Schnellladesäulen geplant, an denen es nur eine Stunde dauert, bis der Akku wieder voll ist. Die Bauarbeiten sollen im Sommer beginnen, so die Auskunft von Herbert Leyser, Vorstandsvorsitzender der AöR. Die Investitionskosten für die "Hardware", wie es VG-Chef Bernhard Alscher formuliert, belaufen sich auf circa 475 000 Euro. Davon übernimmt das Land mit einem 450 000-Euro-Zuschuss den Löwenanteil.

    Denn das Nemo-Projekt ist mitnichten nur für die Studenten am Campus gedacht. "Es bedeutet sowohl für UCB als auch für die VG eine Win-Win-Situation", betonen Alscher und Heck. Die Carsharing-Initiative soll nämlich Keimzelle und Impulsgeber für den Ausbau der Elektromobilität in der ganzen Nationalparkregion sein, damit Gäste emissionsfrei anreisen können. Deshalb werden auch am Bahnhof Neubrücke und im Börfinker Ortsteil Thranenweier im Herzen des Nationalparks Ladestationen eingerichtet.

    Flankierend dazu sind Studenten des Ifas-Instituts derzeit mit einer wissenschaftlichen Untersuchung beschäftigt. Mittels Fragebogen wollen sie herausfinden, wer in der Region wie mobil ist und zu welchen Zeiten die Befragten zum Beispiel ihr Auto nutzen. Für die Carsharing-Initiative könnten sich durch diese Studie wichtige Erkenntnisse gewinnen lassen. Heck hält es bei der praktischen Umsetzung für denkbar, dass die Flotte der Elektroautos von montags bis freitags tagsüber vornehmlich vom UCB genutzt wird, am Wochenende aber in erster Linie für Besucher des Nationalparks zur Verfügung steht. Das biete sich auch in den Sommermonaten an, wenn am UCB Ferien sind, andererseits aber touristische Hauptsaison ist und daher mit einem verstärkten Besucheraufkommen im Nationalpark zu rechnen ist.

    Heck weist aber auch auf eine andere mögliche Form der Nutzung hin: "Benachbarte Ortsgemeinden könnten gemeinschaftlich die Miete eines E-Fahrzeug günstig finanzieren und die Nutzung den Bürgern anbieten. Studenten vom Campus könnten die Fahrbereitschaft sicherstellen und sich somit einen kleinen Nebenverdienst verschaffen." Heck hält es diesbezüglich für besonders wichtig, "dass wir den Leuten verdeutlichen, dass Elektrofahrzeuge vor allem dann finanziell im Vorteil gegenüber Autos mit konventionellen Antrieben sind, wenn diese möglichst viel gefahren werden". Heck: "Die Wartungskosten für E-Fahrzeuge sind gering. Die Mehrkosten für die Batterie gleichen sich dann aus, wenn möglichst viele Nutzer sich die Kosten für die Miete eines Fahrzeugs teilen".

    Betreiber wird noch gesucht

    Die AöR geht zunächst in Vorlage und stellt die Infrastruktur für den Einsatz der Elektroautos her. Sie schafft die Fahrzeuge aber nicht selbst an. Nach Auskunft von Leyser wird sich die VG dafür auf die Suche nach einem Pächter und Betreiber begeben, der die Fahrzeuge am UCB stationiert, sie wartet und dann an die Nutzer vermietet. Interessenten gibt es schon. So wurden bereits in Zusammenhang mit dem geplanten Elektromobilitätszentrum des Landkreises Birkenfeld Gespräche mit dem Energieversorger OIE geführt: "Hier bestehen beiderseitig Interessen, eine flächendeckende Ladeinfrastruktur im Landkreis aufzubauen", sagt Heck. Vertreter der VG haben jüngst den bayerischen Landkreis Regen besucht. Der nimmt eine Vorreiterrolle bei der Elektromobilität ein. Dort wird durch die überwiegend von Kommunen getragene E-Wald GmbH eine Carsharing-Initiative mit 200 Elektroautos und 150 Ladepunkten angeboten.

    Heck und Alscher zeigen sich optimistisch, dass die Suche nach einem Betreiber auch in der VG Birkenfeld erfolgreich sein wird. "Wenn die Infrastruktur vorhanden ist, wird auch die Nachfrage wachsen", ist Heck sich sicher. Alscher geht davon aus, dass das Nemo-Projekt im Spätherbst so weit umgesetzt ist, dass die Elektroautos zu ihren ersten Fahrten starten können. Er würde sich zudem wünschen, dass die mit dem Nemo-Projekt verbundene Carsharing-Initiative auch auf die anderen Teile der Nationalparkregion ausstrahlen und von ihnen übernommen würde. "Denn es nützt ja nichts, wenn wir in der VG Birkenfeld eine Insellösung schaffen und anderswo Systeme eingerichtet werden, die damit nicht kompatibel sind", betont der VG-Chef.

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