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  • Lesern bleibt der Braten im Hals stecken

    Idar-Oberstein. "Seit ich mich mit den Methoden der Fleischindustrie beschäftige, mache ich einen großen Bogen um jede Fleischtheke und Tiefkühltruhe im Supermarkt", zieht der in Oberstein geborene Autor Wolfgang Schorlau ein persönliches Fazit aus der Arbeit an seinem neuesten Krimi "Am zwölften Tag", der ab sofort im Buchhandel erhältlich ist. Es ist der inzwischen siebte Fall des Privatermittlers und früheren BKA-Beamten Georg Dengler.

    Autor Wolfgang Schorlau
    Autor Wolfgang Schorlau

    Von unserem Reporter Jörg Staiber

    Schorlaus Markenzeichen und beinahe Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Krimiszene ist die Aufbereitung politisch brisanter Themen, häufig geht es dabei um die unseligen Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft. Dabei nutzt er die Form des Krimis, um dort weiterzumachen, wo auch dem kritischen Journalismus Grenzen gesetzt sind. Er will mithilfe der literarischen Fiktion Grauzonen ausleuchten, sich in verborgene Motive und Verhaltensweisen der handelnden Personen hineindenken, in exemplarischer Form Mechanismen beschreiben.

    Geduld ist gefordert

    Nach Themen wie dem profitablen Ausverkauf früheren DDR-Volkseigentums ("Die blaue Liste"), der Übernahme der kommunalen Wasserversorgung durch multinationale Konzerne (Fremde Wasser") oder den Geschäften der Pharmaindustrie ("Die letzte Flucht") hat er dieses Mal die mafiösen Strukturen der deutschen Fleischindustrie im Visier. Es ist sicherlich Schorlaus emotionalster und aufwühlendster Krimi, einer, bei dem sicher auch dem Leser so manches Mal der Braten im Hals stecken bleiben wird. Der Liebhaber heimtückischer Morde und gepflegter Leichen muss sich bis zur Seite 216 gedulden, dafür rappelt es dann aber umso kräftiger. Auch die Fans der gelernten Taschendiebin und Dengler-Freundin Olga kommen auf ihre Kosten: Sie trägt mit ihrer schon fast beängstigenden Fülle an Fähigkeiten kräftig zur Lösung bei.

    Dengler wird von seiner nervigen Exfrau Hildegard in der Nacht aus dem Schlaf geklingelt. Sie heult ihm die Ohren voll, dass ihr gemeinsamer Sohn Jakob sich schon seit Tagen nicht gemeldet hat. Der ist allerdings schon 18 Jahre alt und angeblich mit drei Freunden auf einem Ferientrip in Barcelona. Nachdem Dengler Hildegards Sorgen zunächst für hysterische Überspanntheit hält, wird schnell klar, dass die vier engagierten Tierschützer in eine gefährliche Situation geraten sind. In rasanten Schnitten entwickelt Schorlau eine temporeiche und spannende Handlung, bei der der Leser aber immer den Überblick behält und die in einem fulminanten Showdown endet. Der Krimi dringt tief in System und Praxis der Fleischindustrie ein, hier zeigt sich Schorlau einmal mehr als engagierter politisch-moralischer Aufklärer, der den Blick nicht auf den Tierschutzaspekt beschränkt, sondern ebenso die an Sklaverei grenzenden Arbeitsbedingungen in der Massentierhaltung und -verarbeitung im Blick hat.

    Ekel gehört dazu

    Zum Glück hat der Erzähler Schorlau den Aufklärer Schorlau meist gut im Griff, sodass die zahlreichen, ausführlichen und oft buchstäblich ekelerregenden Einschübe zu System und Praxis der Fleischindustrie den spannenden Handlungsablauf nicht stören, sondern vorantreiben. Das Buch ist kein Plädoyer für eine vegetarische oder vegane Lebensweise. Es fragt nicht: Willst du wirklich weiterhin Fleisch essen? Aber es fragt: Willst du, dass Tiere gequält werden? Willst du, dass Menschen als Sklaven arbeiten? Willst du dich vergiften lassen? Willst du, dass die Böden verseucht werden? Willst du das alles weiter mit dir machen lassen? Und diese Fragen werden den Leser nach der Lektüre dieses Buches wohl eine ganze Weile nicht mehr loslassen.

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