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    RhaunenForstfrauenteam packte gleich mit an

    Drei Schülerinnen der fünften Klassen der Integrierten Gesamtschule Herrstein-Rhaunen schnupperten in eine überwiegend von Männern besetzte Arbeitswelt hinein: Am Girls’ Day bei Landesforsten Rheinland-Pfalz im Forstamt Idarwald wurden die Waldberufe praktisch erlebbar.

    Die Schülerinnen beim Vermessen eines Baumstamms: Ob sie tatsächlich einen Beruf im Forst wählen, wird sich zeigen.  Foto: Gisela Kadisch
    Die Schülerinnen beim Vermessen eines Baumstamms: Ob sie tatsächlich einen Beruf im Forst wählen, wird sich zeigen.
    Foto: Gisela Kadisch

    Das Forstamt Idarwald in Rhaunen beschäftigt rund 60 Mitarbeiter und sichert darüber hinaus vielen Unternehmern der Forst- und Holzwirtschaft in der Region und darüber hinaus Arbeitsplätze. Forstwirte und Förster gewährten einen Blick über ihre Schulter im Büro oder draußen im Wald. Die Schülerinnen Carolin Zahnweh, Jana Wild und Vanessa Schadt packten nach einer Vorstellungsrunde im Forstamt tatkräftig zu: Unter fachkundiger Anleitung der Forstwirte Uwe Weyand und Adrian Faust pflanzte das junge Pflanzteam Rotbuchen mit dem Klemmspaten in den Waldboden. Mit ein paar Tipps und der richtigen Unterstützung sitzen die jungen Waldbäume unter dem Schutz der größeren Bäume fest im Boden und können sich jetzt - fast so wie ihre Pflanzfrauen - bei optimalen Wuchsbedingungen gut entwickeln. Wie Baumstämme maschinell gefällt werden, konnten die "Försterinnen in spe" im Kempfelder Gemeindewald beobachten.

    Ein Teil der schweren Waldarbeit erledigen Holzerntemaschinen oder "Harvester": Sie fällen markierte Fichtenbäume, entasten und sortieren das Holz von der festgelegten Rückegasse aus und legen die eingeschnittenen Sortimente für den weiteren Holztransport für den Holzrücker am Rückegassenrand bereit. Carolin traute sich sogar bis in die Führerkabine dieser Forstmaschine mit acht breiten Reifen und löcherte den Forstspezialisten mit Fragen.

    Das Forstfrauenteam wagte sich auch an stärkere Dimensionen und vermaß Buchenstammholz. Ausgerüstet mit Bandmaß und Kluppe, ermittelten Vanessa, Jana und Carolin einen Buchenstamm. Aus Länge und Mittendurchmesser errechneten sie 3,25 Kubikmeter oder Festmeter Holz ohne Rinde. Für die Holzverkaufsliste hat Carolin die Stämme mit einem speziellen Hammer nummeriert. Jetzt kann das Holz dem Holzkunden verkauft werden.

    Dass große Teile des Waldes nicht nur genutzt, sondern auch geschützt werden, konnten die Schülerinnen an einem echten Naturwaldreservat, dem "Urwald von morgen" und einem Naturschutzgebiet erleben. Der Wald als Lebensraum für vielfältige Pflanzen und Tiere interessierte die Schülerinnen am meisten. Sie erfuhren von einer Wildzählung, die gerade erfolgt. Den anstrengenden Fachvormittag rundete ein idyllisches Waldpicknick ab. "Die Waldberufe sind vielseitig, abwechslungsreich und interessant", so lautete das Fazit der Schülerinnen, die eine Menge erlebt hatten.

    Im gesamten Kreis Birkenfeld sind aktuell nur drei Försterinnen und eine Forstwirtin beruflich unterwegs. Warum nicht mehr? Seit den 1970er-Jahren absolvieren immer mehr Frauen mit einer forstwirtschaftlichen Ausbildung ihren Abschluss, und unter den Forstanwärtern sind etwa ein Drittel Frauen. Dagegen sind in der Wald- und Forstwirtschaft bundesweit etwa nur 3 Prozent Frauen beschäftigt. Dazwischen verschwinden Forstfrauen offenbar irgendwo im Nirwana. Warum das so ist, damit beschäftigt sich zum Beispiel der Verband der Forstfrauen in Deutschland. Ziel des als gemeinnützig anerkannten Vereins ist nach eigenem Bekunden, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in diesem Bereich durchzusetzen. Ob sich die Teilnehmerinnen des Girls' Day nun für den Beruf der Försterin entscheiden, wird man in ein paar Jahren sehen.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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