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    Idar-ObersteinEin Abschluss mit viel Sonne: Der Jazztage-Sonntag

    Zum Abschied wurden die 22. Idar-Obersteiner Jazztage so richtig von der Sonne verwöhnt, entsprechend gut war der Besuch am Abschlusstag, der wie gewohnt mit einem verkaufsoffenen Sonntag in der Idarer Fußgängerzone verknüpft war. Inmitten einer fröhlich-sommerlichen Ausflugsatmosphäre gab es exzellente Musik zu hören.

    Von Vera Müller und Jörg Staiber

    Allen voran ist da Stephan-Max Wirth zu nennen. Der Saxofonist, der auch Plakat, Banner und Buttons der Jazztage 2017 zierte, markierte den musikalischen Höhepunkt des Sonntags, wenn nicht sogar des gesamten Festivals. Mit seinem melodiösem Modern Jazz, in dem er mit seiner hervorragenden Band geschickt Elemente von Bebop bis Rock verschmolz, begeisterte er das fachkundige Publikum auf dem Maler-Wild-Platz.

    Nach dem Auftakt am Vormittag mit dem gewohnt gut besuchten Gospelgottesdienst, bei dem in diesem Jahr die Amen Singers aus Bingen den musikalischen Part übernommen hatten, folgten am Nachmittag Sonnenschein und Beatles-Spirit auf dem Schleiferplatz: Das passte und kam gut an. Les Brünettes präsentierten nach ihrem Programm „A Women Thing“ ein „Jungs-Ding“: Bekannte und weniger bekannte Lieder der Beatles standen im Fokus der fast zweistündigen Show. Vom Covern sind die vier Brünetten allerdings ganz weit weg: Die A-cappella-Formation macht ihr eigenes Ding, interpretiert fantasievoll und hochprofessionell, was die Pilzköpfe einst Geniales erschufen.

    Die stimmlichen Möglichkeiten der Frauen, deren unaufdringliche Choreografie neben den Songs kleine Geschichten und Emotionen transportiert und die großartig harmonieren, scheinen unbegrenzt. Unbeschwert und mit großer Leichtigkeit wehten die Songs über den Schleiferplatz. Mal elfengleich, mal rockig, mal mit Swing, mal sexy: Les Brünettes wurden nie langweilig und zauberten so manchem Zuhörer ein Lächeln ins Gesicht. Allerdings: Manchmal hätte man sich ein bisschen mehr Fülle und Volumen gewünscht. Und womöglich wäre ein Mix aus den Frauenliedern des letzten Programms und den Beatles-Songs die bessere Wahl für den Sonntagnachmittag gewesen. So wäre die Wandlungsfähigkeit der Formation noch deutlicher geworden.

    Zum Finale gab es herbeigeklatschte Zugaben: Die wurden allerdings von Lachanfällen der Akteurinnen, deren Hintergrund sich den Besuchern nicht erschloss, unterbrochen. So ist das, wenn man live auf der Bühne steht: Nicht alles lässt sich kontrollieren – was die Brünettes umso sympathischer macht.

    Ziemlich schräg, aber auch mit ihren meist deutschen Texten durchaus hörenswert erinnerten in der oberen Fußgängerzone die Whiskydenker an den Swing der frühen Jahre, der vor allem zum Tanzen animieren sollte – was denn viele auch taten. In der Hofbühne sorgte das Luca Sestak Duo mit einem breit gefächerten Boogie-Repertoire für einen ansprechenden musikalischen Hintergrund für den Sonntagnachmittagskaffee.

    Den Schlusspunkt setzte in diesem Jahr die Golden Swing Big Band unter der bewährten Leitung von Uwe Kirsch und mit gesanglicher Verstärkung von Ully Mathias, die mit Klassikern wie „Fly Me To The Moon“ oder „Somewhere Over The Rainbow“ auf dem gut gefüllten Schleiferplatz das Festival ausklingen ließ.

    Ein insgesamt positives Fazit des Festivals zog Kulturreferentin Annette Strohm, wobei ein dicker Wermutstropfen die Bilanz trübte. „Leider ist zum Auftakt die Unterbiberger Hofmusik auf dem Schleiferplatz nicht so angekommen, wie wir uns das vorgestellt haben, da hat dann auch Chris Kramer mit seinem Beatbox-Blues den Platz nicht mehr voll bekommen, obwohl allein Beatboxer Kevin O'Neal ein Erlebnis für sich war.“ Während der Schleiferplatz in diesem Jahr etwas das Sorgenkind war, auch weil es angesichts eines gesunkenen Etats immer schwieriger wird, echte Topacts zu finanzieren, freut sich die Kulturreferentin darüber, wie sich auf dem Maler-Wild-Platz und in der oberen Fußgängerzone Musik und Publikum finden. „Das hat an allen drei Tagen hervorragend geklappt, dass die Freunde von traditionellerem Jazz und die Freunde moderner Spielarten jeweils an ihrem gewohnten Spielort bestens bedient wurden und das auch in ihren Reaktionen gezeigt haben.“

    Enttäuschend verlief hingegen das Experiment Jazztage-Bändchen für Jugendliche. „Da haben wir durch den Verkauf so gerade die Produktionskosten wieder hereinbekommen“, erklärt Strohm. „Da muss in den kommenden Jahren wohl noch einiges an Aufklärungsarbeit betrieben werden, denn wie gut die Jazztage letztlich doch bei der Jugend ankommen, hat vor allem der Freitagabend gezeigt.“

     

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