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    Idar-ObersteinDenkmalpfleger kritisiert Umgang mit Öffentlichkeit

    Der frühere Landeskonservator von Rheinland-Pfalz, Professor Dr. Hartmut Hofrichter, hat den Umgang mit der Öffentlichkeit bei den Überdachungsplänen für Schloss Oberstein kritisiert. Es sei hierbei versäumt worden, die Bürger in ausreichender Form zu informieren und einzubeziehen, ist Hofrichter überzeugt. In der jüngsten Ausgabe (4/2012) von "Burgen und Schlösser - Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege", die von Europäischen Burgeninstitut herausgegeben wird, geht er unter der Rubrik "Baudenkmale gefährdet - Baudenkmale gerettet" ausführlich auf die Diskussion um Schloss Oberstein ein.

    Blickfang neben der Felsenkirche: Das Obersteiner Schloss oberhalb der Altstadt. 
Foto: Stefan Conradt
    Blickfang neben der Felsenkirche: Das Obersteiner Schloss oberhalb der Altstadt.
    Foto: Stefan Conradt

    Diese Auseinandersetzung, so die Überzeugung des früheren Landeskonservators, sei ein deutlicher Beleg für den Trend, dass sich Bürger in zunehmenden Umfang nicht einfach mit Verwaltungsentscheidungen zufrieden geben, über deren Zustandekommen sie nicht frühzeitig und umfassend genug informiert wurden. Vielmehr forderten sie, so erklärt Hofrichter, Aufklärung über deren Hintergründe und wollten diese Entscheidungen verstehen und gegebenenfalls an ihnen mitwirken.

    In Idar-Oberstein, so die Kritik Hofrichters, habe man eine solche rechtzeitige Information und Einbeziehung der Bürger versäumt, obwohl sich hier die Bürger in besonderer Weise mit dem Schloss identifizierten, zumal dieses auch ein wichtiger kultureller und gesellschaftlicher Treffpunkt sei. Hofrichter verweist auch auf die komplizierten Eigentums- und Verfügungsverhältnisse im Fall von Schloss Oberstein, wo die Stadt in den 90er-Jahren die Burg der Stadt vom Land überschrieben wurde, aber seit 1963 der Burgenverein Pächter ist und die Ruine in jahrzehntelanger Arbeit und in zahlreichen Konflikten mit dem Denkmalschutz "ausgebaut und in seinem Sinne verändert" habe. Die Diskussion um die Teileindeckung des Schlosses habe auch einer gespaltenen Einstellung bei einigen Vereinsmitgliedern geführt, berichtet Hofrichter und konstatiert: "Rahmenbedingungen, die weder einem Gemeinwesen noch der Denkmalpflege zuträglich sind."

    Hofrichter verteidigt in seinen Ausführungen nachdrücklich die Auffassung, dass eine historisierende Steildachkonstruktion aus denkmalpflegerischer Sicht nicht akzeptabel sei. Gleichzeitig kritisiert er aber die mangelhafte Vorbereitung. Da die räumliche Situation vor Ort für einen Laien nur schwer zu erfassen sei, "wäre hier sehr wahrscheinlich die Vorab-Anfertigung eines Burggesamtmodells mit der Möglichkeit des Einsatzes verschiedener Dachlösungsmodelle für die geplante Teilüberdeckung der sinnvollste Ansatz zu Erreichung einer optimierbaren wie allgemein nachvollziehbaren Lösung gewesen", schreibt Hofrichter. "Hierbei hätte man sich, unter zunächst vorbehaltloser Hintanstellung einer Diskussion um die denkmalgeeignetste Dachform selbst, grundsätzliche Gedanken zu den theoretisch gegebenen Möglichkeiten machen und erst danach im Zusammenhang mit der Absicht des Ruinenerhalts den angemessensten und auch technisch ausgereiftesten Lösungsansatz verfolgen sollen." Ob eine derartige Vorgehensweise derzeit noch möglich sein, so Hofrichter, hänge von einer ganzen Reihe von Faktoren ab, wie etwa der Bereitschaft der Mittelgeber, die Frage der Verbindlichkeit der verschiedenen Stadtratsbeschlüsse, den bereits investierten Planungskosten, vor allem aber der Bereitschaft der Beteiligten zur konstruktiven Auseinandersetzung. Bei der jetzt angestrebten "Flachdachlösung", so befürchtet Hofrichter, sei der Konflikt letztlich nicht gelöst, sondern nur verschoben, da deren Befürworter auch ausdrücklich darauf hinwiesen, dass ein Flachdach ein späteres Steildach nicht ausschließe. 

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