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    BrückenBrücken: Verschwundene Katzen geben Rätsel auf

    Treibt im Hochwaldort eine Bande ihr Unwesen, die Katzen gewerbsmäßig einfängt, oder gibt es dort einen Menschen, der diese Tiere hasst und auf sie schießt? Diese bangen Fragen stellen sich derzeit die Brückenerin Ute Krieger und mehrere andere Haustierhalter in der Nachbarschaft.

    Symbolbild (dpa)
    Symbolbild (dpa)

    Krieger selbst steht vor einem Rätsel. Im Lauf des Jahres sind inzwischen bereits neun Katzen spurlos verschwunden, erst am Wochenende waren wieder zwei Tiere tagelang verschwunden, von denen zwischenzeitlich nur ein Kater wieder wohlbehalten aufgetaucht ist. Dieser jüngste Vorfall hat für Krieger "das Fass zum Überlaufen gebracht", wie sie selbst sagt. Würde es nur um einen Einzelfall gehen, hätte sie sich nicht mit der NZ in Verbindung gesetzt, betont die Frau, die in einem Haus unweit des Ortsausgangs in Richtung Achtelsbach wohnt, "aber dass so viele Katzen, die teils sehr zutraulich waren, wie vom Erdboden verschluckt sind, kann doch nicht normal sein", sagt Krieger.

    Ein Tier hatte eine Schusswunde

    Zumal sie nicht allein ist. Es gebe in der Nachbarschaft weitere vermisste Tiere, und Ende November sei bei einer betroffenen Halterin in der Nähe eine Katze mit einer Schusswunde nach Hause gekommen. Obwohl Krieger, immer wenn wieder einmal eins ihrer Haustiere verschwand, die Umgebung abgesucht hatte, habe sie bisher nie die Leiche einer der vermissten Katzen finden können. Mitte Oktober habe sie jedoch eine andere verdächtige Beobachtung gemacht. Als sie sich damals nachts auf die Suche nach einer ebenfalls vermissten Katze begab, bemerkte sie auf einem Feldweg ein größeres Auto, offenbar einen Kastenwagen, der seine Scheinwerfer aus- und anschaltete, was Krieger als "Morsezeichen" interpretierte.

    Angesichts all dieser Vorkommnisse hegt sie jedenfalls den Verdacht, dass möglicherweise gewerbsmäßige Tierfänger rund um Brücken unterwegs sind. "Dass es solche Leute gibt, hört man ja immer wieder", sagt Krieger.

    Auch nach Auffassung von Rita Brücher ist es durchaus kein abwegiger Gedanke, "dass in Brücken irgendwas im Busch ist. Es ist jedenfalls schon sehr auffällig und ungewöhnlich, dass dort so viele Katzen innerhalb kurzer Zeit verschwunden sind", sagt die Niederhambacherin, die seit zehn Jahren Vorsitzende des Vereins Tierhilfe Obere Nahe ist. Auch sie berichtet davon, dass es in der Region schon mehrfach vorgekommen sei, dass offenbar Tierfänger über die Lande gezogen waren, um dann mithilfe von speziellen Lockstoffen Katzen einzusammeln.

    Tierhilfeverein schaltet sich ein

    "Dieses Problem betrifft nur Katzen, weil die Freigänger sind und allein draußen herumlaufen. Bei einem Hund ist ja normalerweise immer auch ein Mensch in der Nähe", sagt Brücher. Die Tierfänger würden die Katzen später töten, um deren Felle zu verwerten und daraus Kleidungsstücke zu machen, berichtet sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

    Die Polizei steht solchen Schilderungen - unter anderem hatte die NZ im Jahr 2012 über ähnlich gelagerte Vorkommnisse in Wilzenberg-Hußweiler berichtet - jedoch ausgesprochen skeptisch gegenüber. Bei den Beamten in Birkenfeld habe sich bis dato noch niemand aus Brücken gemeldet und das Verschwinden von Katzen angezeigt. Man wisse nur von einer Kollegin, die im Ort wohne, dass in Brücken an mehreren Stellen Tierbesitzer Flugblätter aufgehängt haben, weil sie ihre Katze vermissen, heißt es auf der Dienststelle in der Kreisstadt.

    Zuständig für die Bearbeitung von Delikten, die mit Verstößen gegen den Tierschutz zusammenhängen, ist jedoch die Kriminalpolizei in Idar-Oberstein. Ein Sprecher des betreffenden Dezernats betont mit Blick auf die Vorfälle in Brücken: "Davon haben wir bislang noch keinerlei Erkenntnisse. Wir hören davon durch die Anfrage Ihrer Zeitung zum ersten Mal." Im Übrigen sei es so, "dass immer mal wieder die Gerüchte von Tierfängern und einem weißen Transporter im Umlauf sind. Es hat sich aber bis heute nicht belegen und verifizieren lassen, dass an diesen Gerüchten irgendetwas dran ist", sagt der Kriminalbeamte.

    Von unserem Redakteur Axel Munsteiner

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