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  • Beim Nationalpark gibt's noch viele Baustellen

    Kreis Birkenfeld. Eine knapp bemessene personelle und finanzielle Ausstattung, unerwartete Hindernisse und Rückschläge bei der Förderung und viel versprechende Projekte, bei denen es hakt: Es läuft längst nicht alles rund beim noch ganz jungen Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Die Probleme und Baustellen thematisierten führende Kommunalpolitiker des Kreises Bir-kenfeld jüngst bei einem internen Gespräch mit Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) in Kempfeld.

    Bei Börfink, das mitten im Nationalpark liegt, soll demnächst der neue Rangerstützpunkt eröffnet werden. Für das zurzeit auf dem Gelände der Elisabeth-Stiftung untergebrachten Nationalparkamt soll es einen Neubau auf dem Umwelt-Campus Birkenfeld geben. Foto: Reiner Drumm (Archiv)
    Bei Börfink, das mitten im Nationalpark liegt, soll demnächst der neue Rangerstützpunkt eröffnet werden. Für das zurzeit auf dem Gelände der Elisabeth-Stiftung untergebrachten Nationalparkamt soll es einen Neubau auf dem Umwelt-Campus Birkenfeld geben.
    Foto: Reiner Drumm (Archiv)

    Sie habe sich sehr aufgeschlossen gezeigt und deutlich gemacht, "dass ihr der Nationalpark am Herzen liegt", bilanzierte Landrat Matthias Schneider auf Anfrage der Nahe-Zeitung. "Sie meint es ehrlich", bestätigt Bernhard Alscher, Bürgermeister der VG Birkenfeld, hinsichtlich der von der Ministerin in Aussicht gestellten Unterstützung. Wobei den Verwaltungschefs bewusst ist, dass Höfkens Spielräume wegen der von der Landesregierung beschlossenen Schuldenbremse begrenzt sind.

    Das gilt auch für die Ausstattung: "Das Nationalparkamt muss personell und finanziell besser aufgestellt werden", fordert nicht nur der Landrat. Schließlich sei das ein Prestigeprojekt des Landes Rheinland-Pfalz und nicht nur des Umweltministeriums. "Das scheint aber noch nicht in allen anderen Ministerien angekommen zu sein", meint Alscher. Ihn stört auch, dass alle Einnahmen, etwa aus dem Einschlag von Fichten, in Richtung Mainz und damit aus der Region raus fließen. Zudem werde das Nationalparkamt, wie Uwe Weber, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Herrstein, moniert, mit Kosten für Aufgaben belastet, die nicht zum ureigensten Kerngeschäft gehören.

    Weber hält deshalb die Gründung einer Stiftung für den Nationalpark für sinnvoll - eine Idee von Ernst Theilen, ehemaliger Staatssekretär im Innenministerium und davor Landrat des Kreises Birkenfeld, der dazu bereits ein Konzept erarbeitet hat. So ließe sich verhindern, dass das mit Regionalentwicklung verknüpfte Naturschutzprojekt durch unwägbare tagespolitische Diskussionen infrage gestellt wird. Es könnte so zudem auch gegen wirtschaftliche Interessen abgeschirmt werden. Das Stiftungsnationalparkamt könnte dann beispielsweise durch eigene Veranstaltungen auch selbst Einnahmen erzielen und - wenn es gemeinnützige Ziele verfolgt - leichter Sponsoren gewinnen und sogar Forschungsmittel einwerben.

    Zu massivem Stirnrunzeln hat im Kreis der Bürgermeister die nicht gewährte Förderung für das von der Lebenshilfe im Bahnhof Idar-Oberstein geplante Café durch die Lokale Arbeitsgruppe (LAG) Erbeskopf geführt. "Das ist unbefriedigend", sind sich Schneider und Weber einig. Auch wenn für die LAGs inzwischen das Wirtschaftsministerium zuständig ist, so habe die Umweltministerin doch zugesagt, in dieser Sache noch einmal konkret nachzuhaken. In die LAG-Töpfe fließen anteilmäßig Gelder vom Land und von der EU.

    Hilfe von Höfken erhofft sich Bürgermeister Weber auch für das von finanziellen Problemen gebeutelte Wildfreigehege des Hunsrückvereins an der Wildenburg, wo nach dem Hunsrückhaus am Erbeskopf das nächste Nationalparktor entstehen soll. Weber vertraut ihrer Zusage, sich dieser Probleme anzunehmen. "Ich habe den Eindruck, dass es sich dabei nicht um ein Lippenbekenntnis handelt."

    Keinen Durchbruch gibt es bislang bei den Bemühungen, eine gemeinsame Bikeregion mit zwei Zentren am Idarkopf und am Erbeskopf aufzubauen. "Da drohen die Welten auseinanderzudriften", beschreibt der Landrat den Istzustand. Er plädiert dafür, nicht miteinander zu konkurrieren, sondern das Projekt ganzheitlich zu betrachten und anzugehen - ein Ansatz, den auch die Ministerin vertrete. Zu den Projekten mit Priorität gehört neben dem Rangerstützpunkt bei Börfink und dem Aufbau des Nationalparktores am Erbeskopf auch ein Neubau für das Nationalparkamt auf dem Umwelt-Campus Birkenfeld mit Mitteln aus dem Hochschulpakt.

    In einem internen Brief an Ministerpräsidentin Malu Dreyer wollen der Landrat und die Verwaltungschefs in Kürze ihre Anliegen, zu denen auch eine bessere Verkehrsinfrastruktur zählt, untermauern. Uwe Weber plädiert zudem dafür, den Ministerrat der Landesregierung anlässlich des zweijährigen Bestehens des Nationalparks in die Region einzuladen.

    Von Kurt Knaudt

    Kommentar: Die Nationalpark-Stiftung wäre ein Meilenstein
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