40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Nahe-Zeitung
  • » Bei Howatherm kehrtlangsam wieder Alltag ein
  • Aus unserem Archiv

    BrückenBei Howatherm kehrtlangsam wieder Alltag ein

    Gut ein Jahr nach dem verheerenden Brand kehrt bei Howatherm Klimatechnik in Brücken langsam wieder der Alltag ein. Kurz vor der Vollendung steht der rund 3400 Quadratmeter große Neubau, der die beiden zerstörten Lager- und Montagehallen ersetzt, die 2700 Quadratmeter umfassten. Im August lief der Ausbau des aus Fertigelementen bestehenden Betonmassivbaus für den zusätzlichen Bürotrakt an. Ähnlich schnell ging es an der damit verbundenen neuen Produktionsstätte mit Stahl- und Dachkonstruktion sowie Fassade voran. Richtfest feierte das Unternehmen am 24. August, exakt ein Jahr nach dem Großbrand, mit allen Beschäftigten.

    Kurz vor der Vollendung steht der rund 3400 Quadratmeter große Neubau der Howatherm, der die beiden zerstörten Lager- und Montagehallen ersetzt, die vor 13 Monaten ausbrannten. 
Foto: Karsten Schultheiß
    Kurz vor der Vollendung steht der rund 3400 Quadratmeter große Neubau der Howatherm, der die beiden zerstörten Lager- und Montagehallen ersetzt, die vor 13 Monaten ausbrannten.
    Foto: Karsten Schultheiß

    Zunächst hatte die Firmenleitung Mitte 2012 als Fertigstellungstermin im Visier gehabt. Dennoch zeigt sie sich mit dem tatsächlichen Fortschritt zufrieden. Schließlich mussten neben den Trümmern Hindernisse wie ein nur eingeschränkt tragfähiger Untergrund beseitigt werden. Ein Fachbetrieb stabilisierte den Boden mittels Rüttelstopfverfahren und ließ 300 Kiessäulen bis zu elf Meter in den Boden ein.

    Voller Stolz und Hochachtung äußert sich der geschäftsführende Gesellschafter, Dr.-Ing. Christoph Kaup, über die 130-köpfige Belegschaft: Bei den Aufräum- und Reinigungsarbeiten, die von einem heillosen Durcheinander und zahllosen Schaulustigen begleitet wurden, zeigten die Mitarbeiter unermüdlichen Einsatz; bei der Sanierung führten sie unter anderem die komplette Elektroinstallation und die Heizungsmontage selbst aus.

    3,6 Millionen Euro Umsatzverlust

    Sie akzeptierten die erschwerten Arbeitsbedingungen ohne Murren und meisterten den Spagat zwischen dem Stammsitz und der von Hochwald-Sprudel für die Endmontage angemieteten Halle in Thalfang. Bis zu fünfmal am Tag muss ein Shuttle-Lastwagen zwischen den beiden Standorten pendeln.

    In Brücken lief die Produktion bereits im Januar unter fast normalen Verhältnissen: Vor Weihnachten konnte die Montage bereits wieder die frisch renovierten Hallen beziehen, die Brandgase ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen hatten. Dort herrschen nicht nur gegenüber der von Improvisation geprägten und sogar mit Zelten überbrückten Zeit nach dem Feuer bessere Arbeitsbedingungen: Im Gegensatz zu den verwinkelten und verschachtelten Gebäuden, die ausbrannten, schnitt Architekt Roland Oettel die neuen ganz auf die Bedürfnisse des Herstellers von Klimazentralgeräten zu. Seit er im März die Pläne vorlegte, geht es auf der Baustelle Schlag auf Schlag.

    Ein großes Fragezeichen war für Howatherm die Reaktion der Kunden, die Anfangs auf ihre Lieferungen länger als vereinbart warten mussten. "Wir haben keine alten Aufträge verloren", berichtet der Produktionsleiter, Diplom-Ingenieur Karsten Bolt, ohne zu verschweigen, dass die Konzentration des Vertriebs auf diese Projekte die Akquise für 2012 lähmte: "Der Ausfall ist immens." Auf 3,6 Millionen Euro beziffert Kaup den von der Versicherung abgegoltenen Umsatzverlust. Bei 6,1 Millionen Euro, davon die Hälfte an Immobilien, pendelte sich der nahezu in voller Höhe regulierte Sachschaden ein und entsprach somit fast exakt den ersten Schätzungen.

    Keiperweg bräuchte ausgebaut

    Etliche Maschinen fielen dem Brand zum Opfer. Nur die wichtigste davon, das Profilbearbeitungszentrum, wurde aufwendig saniert und im Oktober 2011 wieder in Betrieb genommen. "Dabei wurde der Gesamtschaden durch die Provinzial als Versicherungsgesellschaft und die beauftragten Gutachter professionell und fair reguliert", erklärt Bolt: "Trotz der reibungslosen finanzielle Abwicklung durch die Versicherung mussten wir den organisatorischen Aufwand allerdings komplett selbst stemmen."

    Wichtig ist für Kaup und Bolt die Verbesserung der Zufahrt über den Keiperweg, eine Ortsstraße, die für den zunehmenden Schwerlastverkehr ungeeignet ist. Bislang hoffte die Gemeinde Brücken vergeblich auf Landeszuweisungen für diese Investition. Zu schätzen weiß zumindest aber Wirtschaftsministerin Eveline Lemke die Leistungen des Hochtechnologiebetriebs, den sie unlängst für seine Innovationskraft den Success-Hauptpreis auszeichnete. Die Prämie von 15 000 Euro spendete das Unternehmen dem Umwelt-Campus Birkenfeld. ks

    Idar-Oberstein Birkenfeld
    Meistgelesene Artikel
    Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
    Stefan Conradt (sc)
    Redaktionsleiter
    Tel. 06781/605-43
    E-Mail
    Vera Müller (vm)
    Redakteurin
    Tel. 06781/605-52
    E-Mail
    Bettina Schäfer (bet)
    Redakteurin
    Tel. 06781/605-56
    E-Mail
    Andreas Nitsch (ni)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-45
    E-Mail
    Axel Munsteiner (ax)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-44
    E-Mail
    Peter Bleyer (pbl)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-58
    E-Mail
    Jörg Staiber (jst)
    Reporter
    Tel. 06781/605-63
    E-Mail
    Online regional

    Bettina TollkampBettina Tollkamp
    Chefin v. Dienst
    E-Mail

    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Regionalwetter
    Mittwoch

    15°C - 28°C
    Donnerstag

    12°C - 27°C
    Freitag

    15°C - 28°C
    Samstag

    16°C - 31°C
    epaper-startseite
    Nahe am Ball
    Sebo-Startseite-Regiosport-Nahe-am-Ball
    Anzeige
    Jahresrückblick 2016 der NZ