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  • Abentheuers Homepage spricht Mundart

    Abentheuer. "Gonn Dach - dadd hie es die Indernedseid von da Hedd." Mit diesen, vor allem für eine Website ungewöhnlichen Worten, begrüßt die Gemeinde Abentheuer, die von Einheimischen auch kurz "Hedd" (wie Hütte) genannt wird, ihre Besucher im Internet. Die "Hedd-Seite" ergänzt seit kurzem die Internetpräsenz von Abentheuer und wurde von ihren Machern mit viel Liebe für den Hunsrücker Dialekt erarbeitet.

    Eine Kostprobe von der "Hedd"-Seite: "Reschds dadd Bild weisd die Seehmiehl. Wie dadd Bild gemach wohr es, war dadd noch die Bagettfabregg. Viel Leit horre hie Awed. Nedd nur von da Hedd, aach aus annere Derfa. Medd de Johre war dann dord emal e Fabregg for Vabundstähn, dann e Heim for Kenna, wo nedd gerood ware. Dann war dord emol so e komisch Lewensgemeinschaft, wo kenna woschd, wadd die mache, und idsd senn doad seit 94: die Hare Krischna."
    Eine Kostprobe von der "Hedd"-Seite: "Reschds dadd Bild weisd die Seehmiehl. Wie dadd Bild gemach wohr es, war dadd noch die Bagettfabregg. Viel Leit horre hie Awed. Nedd nur von da Hedd, aach aus annere Derfa. Medd de Johre war dann dord emal e Fabregg for Vabundstähn, dann e Heim for Kenna, wo nedd gerood ware. Dann war dord emol so e komisch Lewensgemeinschaft, wo kenna woschd, wadd die mache, und idsd senn doad seit 94: die Hare Krischna."

    Ulrich Joerg und Gerold Heidrich, die beiden Vorsitzende des Heimatvereins Abentheuer, engagieren sich von Haus aus für die Bewahrung der heimischen Mundart. Sie betreuen die Internetseiten von Ortsgemeinde und Heimatverein und kamen, nachdem es bereits eine Zusammenstellung "bedrohter" Dialektwörter gab, auf die Idee, eine komplette Internetseite in Mundart zu verfassen.

    Ein Klick "off Pladd"

    Intensive Recherchen ergaben, dass es kaum Webseiten gibt, die komplett in Dialekt verfasst sind, was die beiden Männer in ihrem Vorhaben bestärkte. Gute sechs Wochen Arbeit investierten Joerg und Heidrich bisher gemeinsam in den Aufbau der Internetseite. Das alles geschieht in ihrer Freizeit: In der Regel treffen sie sich jeden Sonntag für zwei bis drei Stunden, verfeinern auch unter der Woche die Beiträge und sammeln Ideen. Viele Texte auf der Homepage sind Eins zu Eins-"Übersetzungen" der standardmäßigen Seite in Hochdeutsch www.abentheuer.de. Von ihr aus kommt man mit einem Klick auf "off Pladd" auf die Dialektseite www.die-hedd.de.

    Die "Heddna" können sich jetzt in ihrer ureigenen "Sprooch" über das Dorf- und das Vereinsgeschehen informieren oder über vergangene Ereignisse der Gemeinde lesen. Unter den Menüpunkten "Bilda","Dellagugga" und "Schbrisch", die auf der in Hochdeutsch verfassten Homepage nicht zu finden sind, gibt es etliche Bilder, unterhaltsame Anekdoten und typische Hunsrücker Spezialitäten zu entdecken. In Unterpunkten, auf denen noch wenig zu sehen ist - die Website ist noch nicht ganz fertig - versprechen die Macher mit den Worten "Hie weere mir, so noh on noh, ennd nohm annere renn brenge" in Zukunft noch mehr Lesestoff.

    Als zusätzliches "Schmankerl" empfiehlt Joerg Besuchern das "Werdabuch": Eine Tabelle mit mehreren hundert Dialekt-Wörtern mit jeweiliger Übersetzung oder Umschreibung, falls es kein hochdeutsches Synonym gibt. Hierbei kommen sowohl Mundartkundige als auch reine Hochdeutschsprecher, die mit dem Platt Probleme haben, auf ihre Kosten. Beim Lesen von Wörtern wie bähbalisch (fad), Fisemadände (Schwierigkeiten) oder sehmelliehre (überlegen) ist Schmunzeln nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich gewollt.

    Zugegeben: Man braucht fürs Lesen mehr Zeit als gewöhnlich. Bei den vielen Wörtern, die man vielleicht selbst nur noch vom Hören kennt, lohnt sich ein Schmökern dennoch auf jeden Fall.

    Vokabeln werden "voagelees"

    Da die Phonetik der Wörter, trotz großer Bemühungen der Übersetzer, im geschriebenen Wort oft nur schwer nachvollziehbar ist, bieten mittlerweile Audiodateien eine zusätzliche Hilfe: Mit einem Klick auf "voagelees" gibt es die Möglichkeit, das Geschriebene zu hören und gleichzeitig zu lesen. "Hiermit kommt der Eindruck der Sprache besser rüber, und es wirkt noch lebendiger", betont Joerg. Das Anliegen der Website-Ersteller liegt vor allem darin, "unser Platt präsent zu halten", erläutert er. "Die Sprache wird wahrscheinlich innerhalb der nächsten Generationen immer mehr in Vergessenheit geraten, schließlich aussterben."

    Bis jetzt haben Ulrich Joerg und Gerold Heidrich für ihre Mühen viel Lob geerntet. "Für uns ist das keine Arbeit, sondern Spaß", berichtet Joerg. "Die positiven Rückmeldungen freuen uns natürlich. Wir wollen einfach Spaß beim Erweitern der Homepage haben, die Leute sollen Spaß beim Lesen und Hören haben." Wem der Dialekt doch auf Dauer zu anstrengend wird, gelangt mit einem Klick auf "hochdeidsch" wieder zurück auf die "normale" Version der Internetpräsenz und kann sich auf üblichem Weg über die Gemeinde informieren.

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