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  • Bürgermeisterwahl: Amtsinhaber Peter Lang (SPD) setzt voll auf seine Erfahrung

    VG Baumholder. Ein Feuerwehrmann ist Verbandsgemeindebürgermeister Peter Lang selbst nie gewesen, aber im Umgang mit den Männern in der dunkelblauen Dienstkleidung ist das dem 55-Jährigen, der sich für die SPD um eine zweite Amtszeit als Rathauschef bewirbt, kaum anzumerken. Das Miteinander beim Treffen mit der NZ im Feuerwehrgerätehaus in Berschweiler wirkt vertraut. Jeden Einzelnen der anwesenden Kameraden begrüßt der qua Amt oberste Zuständige für das Brandschutzwesen der VG bei seiner Ankunft mit Handschlag. Für die meisten ist er schlicht "der Peter".

    Stets ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehr bescheinigt Wehrleiter Armin Schneider Bürgermeister Peter Lang, der sich mit den Wehrführern Michael Dick und Günther Schubert (2. bis 5. von links) über die Erweiterung des Gerätehauses in Berschweiler austauchte.  Foto: Reiner Drumm
    Stets ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehr bescheinigt Wehrleiter Armin Schneider Bürgermeister Peter Lang, der sich mit den Wehrführern Michael Dick und Günther Schubert (2. bis 5. von links) über die Erweiterung des Gerätehauses in Berschweiler austauchte.
    Foto: Reiner Drumm - Reiner Drumm

    Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher

    Allen Bewerbern um das Bürgermeisteramt hat die NZ die Möglichkeit eingeräumt, für das Gespräch über ihre Kandidatur selbst einen Treffpunkt auszuwählen - bei einer Einrichtung, die für sie Symbolcharakter hat, ihnen am Herzen liegt oder aus ihrer Sicht besondere Zukunftspotenziale bietet. Peter Lang hat sich für eines der elf Feuerwehrhäuser in der VG entschieden, "weil seit meinem Amtsantritt vor acht Jahren mein Respekt für die Arbeit und den Einsatz der Feuerwehrleute noch einmal deutlich gewachsen ist".

    Die Gewährleistung des Brandschutzes gehört per Gesetz zu den ureigensten Aufgaben der VG-Verwaltung, und doch hat Lang hier in seiner Amtszeit einen Schwerpunkt gesetzt. "Vieles war einfach überfällig", erklärt er. Gemeinsam mit Wehrleiter Armin Schneider, der Lang ein stets offenes Ohr für die Belange der Wehren bestätigt, hat er ermittelt, wo der Bedarf an neuen Fahrzeugen oder für eine Modernisierung der Gerätehäuser am dringendsten ist.

    Viel in den Brandschutz investiert

    Vielerorts wurde seitdem in neue Transport- und Löschfahrzeuge investiert, und die Domizile der Wehrleute wurden unter anderem in Rückweiler, Reichenbach und Berglangenbach so eingerichtet, dass die ihren Zweck, den Dienstvorschriften entsprechend, erfüllen. In Baumholder läuft derzeit der aufwendige Umbau des Gerätehauses. In Berschweiler, wo das Gerätehaus von der örtlichen Einheit und der aus Fohren-Linden gemeinsam genutzt wird, soll er dieses Jahr angegangen werden.

    Um zu erklären, weshalb das dringend nötig ist, braucht Berschweilers Wehrführer Michael Dick nicht viele Worte: Auf den ersten Blick sieht man, dass es kein Zustand ist, wenn die Einsatzkleidung der Wehrleute direkt neben dem Löschfahrzeug aufbewahrt wird und dort auch angezogen wird - teils während die ersten Kameraden schon in den Einsatz starten. "Wir sind froh, dass dabei bislang nicht mehr als ein Handy zu Bruch gegangen ist", sagt Dick.

    Abhilfe schaffen soll ein Anbau, der neben Spinden für die Einsatzkleidung auch Toiletten - bislang müssen sich Männer und Frauen eine teilen - und einen Schulungsraum beherbergen soll. Die Entscheidung, Mittel für das Projekt zu bewilligen, wurde dem VG-Rat durch die Zusage der beiden Einheiten erleichtert, sich mit umfassenden Eigenleistungen an dem Bau zu beteiligen. Es kommen also arbeitsreiche Wochenenden auf die Kameraden zu. Dass Bürger, die einen wichtigen Dienst für die Allgemeinheit leisten, auch noch zusätzliche Freizeit opfern, damit die Rahmenbedingungen für ihr Engagement stimmen, nötigt dem Bürgermeister höchsten Respekt ab. "Dazu kommen ja noch die üblichen Weiterbildungen und Übungen, ganz zu schweigen von den Einsätzen", betont Lang. Und die persönlichen Anforderungen sind gestiegen. Truppführer-, Atemschutz- und Funkausbildung "erwarten wir von jedem", betont Wehrleiter Schneider. Entsprechend groß ist der Zeitaufwand.

    Neben ihren unverzichtbaren Leistungen für Brandschutz und technische Hilfe erfüllen die Feuerwehreinheiten aus Langs Sicht gerade in den Ortschaften eine weitere wichtige Funktion - gemeinsam mit den verschiedenen Vereinen. "Hier kommen die Menschen in ihrer Freizeit zusammen und finden eine intakte Gemeinschaft vor. Das ist etwas, was Großstädte so nicht bieten können", erklärt er und kommt damit auf ein Thema zu sprechen, das für ihn bei einer erneuten Wahl zum Bürgermeister neben der Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen sowie der Positionierung der VG für eine anstehende Kommunalreform zu einer der drei größten Herausforderungen seiner zweiten Amtszeit zählt: die demografische Entwicklung, sprich der absehbare Bevölkerungsrückgang in der ländlich geprägten VG.

    "Wir werden weniger, älter und bunter. Das ist eine unvermeidliche Entwicklung", betont Lang. Dem müsse man begegnen, indem man alles daransetze, die Region für die Menschen lebenswert zu erhalten, die hierbleiben wollen. Nicht zuletzt der Erhalt der Sportinfrastruktur, die durch eine neue Multifunktionshalle ergänzt werden könnte, und die finanzielle Unterstützung der Vereine bildeten dafür einen wichtigen Faktor. Ein wichtiger Schritt sei außerdem die Einführung des Bürgerbusses gewesen, der weiterentwickelt werden soll und künftig an einem weiteren Fahrttag durch die VG rollt. Auch der reaktivierte Bahnanschluss könne künftig eine Rolle spielen, wenn es darum geht, junge Menschen in der Region zu halten oder Familien zu einer Ansiedlung zu bewegen.

    Gute Kontakte zu Verantwortlichen

    Geht es um Beschäftigungsmöglichkeiten in der VG, haben für Lang nach wie vor die militärischen Arbeitgeber enorme Bedeutung. Für den Erhalt des Truppenübungsplatzes habe er stets geworben und sich seit seiner Wahl zum Stadtbürgermeister 2004 für die deutsch-amerikanische Freundschaft engagiert. Der von ihm gepflegte enge Kontakt und die Vernetzung mit militärisch Verantwortlichen, die sich auch in zwei USA-Reisen an der Seite von Innenminister Roger Lewentz widerspiegelt, leiste dabei einen Beitrag zu einem günstigen Klima. Wie seine Herausforderer Bernd Alsfasser (FWG) und Lutz Altekrüger (CDU) strebt auch er eine zielgerichtete Entwicklung des Ökompark Heide-Westrich an und steht dafür in Kontakt mit den zuständigen Ministerien in Mainz und im Saarland, dämpft allerdings die Erwartungen auf einen schnellen Erfolg. "Der große Vorteil ist, dass bereits Baureife besteht, aber es wird ein schwieriger Prozess."

    Für Kommunalreform positionieren

    Seine politischen Netzwerke und seine politische Erfahrung will Lang auch in die Waagschale werfen, wenn die VG in der kommenden Wahlperiode von der nächsten Runde der Kommunalreform betroffen ist, was er anders als seine Konkurrenten Alsfasser und Altekrüger (CDU) "realistisch betrachtet für unvermeidlich" hält. Denn die erforderliche Mindesteinerwohnerzahl von 12 500 würde die VG deutlich unterschreiten, auch bei anteilsmäßiger Hinzuzählung der ansässigen Amerikaner. "Im Hinblick auf eine Fusion ist eine frühe Positionierung notwendig", betont er und verweist auf seine Kontakte zu maßgeblichen Akteuren auch in der Westpfalz.

    Angesprochen auf die Frage nach den Folgekosten des entsehenden Regionalmuseums, verweist Lang auf den ständigen Ausschuss von Stadt- und VG-Rat, der sich mit diesem Thema bereits beschäftigt habe. Im Übrigen arbeite er als Vorsitzender des Heimat- und Kulturkreises am Konzept für das Museum, mit dem vom ersten Tag an Einnahmen erzielt werden und so die Kosten für die Träger reduziert werden sollen. Die einzigartige Geschichte Baumholders als zeitweise größter US-Standort gelte es dabei herauszustellen, auch mit Amerikanern als Zielgruppe, und das Kulturzentrum durch Ausstellungen, Vorträge und andere Veranstaltungen mit Leben zu füllen.

    "Bei vier Kandidaten ist eine Prognose generell schwierig", sagt Peter Lang zu seinen Aussichten mit den Herausforderern von FWG und CDU sowie Einzelbewerberin Claudia Ullrich. "Aber wenn ich nicht an meine Chance glauben würde, wäre ich nicht angetreten." Berufliche Alternativen für den Fall des Scheiterns verfolge er nicht. "Wenn es nicht klappt, hole ich erst einmal Dinge nach, für die lang keine Zeit war."

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