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  • Ab in den Ruhestand: Um 12 Uhr fiel der Stift für Ingrid Kuhn

    Fischbach. Lehrerin zu werden - das hatte Ingrid Kuhn, als sie vor rund 40 Jahren einen Beruf wählen sollte, zunächst gar nicht in Betracht gezogen. Die heute 60 Jahre alte Idar-Obersteinerin wollte ursprünglich Medizin studieren, doch persönliche Umstände hinderten sie daran und da sie viele Talente und ein Händchen für Kinder hatte, ging sie an die Universität Koblenz, um Sprachen auf Lehramt zu studieren. Am Freitag verabschiedeten ihre Schüler und Kollegen von der Grundschule Fischbach die Pädagogin mit einer kleinen Feier. In Fischbach hatte sie die vergangenen zweieinhalb Jahre gearbeitet.

    Besonders ihre dritte Klasse wird Grundschullehrerin Ingrid Kuhn im Ruhestand vermissen. Sie hatte die Kleinen seit der ersten Klasse unterrichtet. Doch ab und zu will sie sich in der Schule blicken lassen, um Neuigkeiten auszutauschen und nach den Kindern zu sehen.  Foto: Silke Bauer
    Besonders ihre dritte Klasse wird Grundschullehrerin Ingrid Kuhn im Ruhestand vermissen. Sie hatte die Kleinen seit der ersten Klasse unterrichtet. Doch ab und zu will sie sich in der Schule blicken lassen, um Neuigkeiten auszutauschen und nach den Kindern zu sehen.
    Foto: Silke Bauer - Silke Bauer

    Von unserer Reporterin Silke Bauer

    Bereut hat sie ihre Entscheidung nie. "Mir hat mein Berufsleben Spaß gemacht. Es war stressig, aber immer unterhaltsam." Am liebsten habe sie Mathematik und Englisch unterrichtet. Da sie an der Uni für die Sekundarstufe eins ausgebildet wurde, arbeitete sie die erste Zeit ihres Berufslebens am Gymnasium an der Heinzenwies. Lehrermangel, forsche Schulräte und der Zufall wollten es, dass Kuhn anschließend an die Grundschule Weierbach kam. "Ich hätte nie gedacht, dass ich an die Grundschule komme. Das war erst mal eine Umstellung für mich", erzählt sie. "Ich hatte ja vorher nur mit älteren Schülern zu tun." Doch Kuhn lebt sich schnell ein und bleibt 20 Jahre lang an der Grundschule. Nachdem diese schließt, wechselt sie an die Grundschule "Auf der Bein", wo sie mithilft, diese zu einer Ganztagsschule umzugestalten.

    Was will sie denn nun mit ihrer neu gewonnenen Freizeit anfangen? "Ich werde jetzt erst einmal aufarbeiten, was in den vergangenen Jahren liegen geblieben ist", erzählt sie. "Ich werde das Haus auf den Kopf stellen und mal ordentlich entrümpeln." Zudem kümmert sich die patente 60-Jährige sowohl um ihre eigene Mutter als auch um die Schwiegermutter. Auch der Hund möchte beschäftigt sein. Genug zu tun gibt es also. Auch mehr Sport steht auf der Agenda der frisch gebackenen Pensionärin. "Man hat so viel in der Schule gesessen und ist träge und faul geworden", erzählt sie schmunzelnd. "Das soll sich demnächst also ändern.

    Kuhn hat viele schöne Erinnerungen an ihre Zeit als Lehrerin, vor allem die Ausflüge mit ihren Schülern sind ihr im Gedächtnis geblieben. Oft ging es zu Theaterstücken oder in Freizeitparks. Zu vielen ihrer ehemaligen Schüler pflegt sie noch Kontakte. Viele von ihnen haben inzwischen selbst Kinder, die ebenfalls von Ingrid Kuhn unterrichtet wurden. Doch es war nicht immer alles rosig, oftmals hat sie den Berufsalltag als äußerst belastend empfunden. "Die Anzahl der Schüler, die auffällig werden, wird immer mehr. Ein, zwei Banausen reichen, um eine ganze Klasse unruhig zu machen." Schon kleinere Kinder seien oftmals brutal und gewalttätig. Solche negativen Erfahrungen hat sie in Fischbach allerdings keine gemacht. In ihrer eigenen Klasse seien nur liebenswerte, friedliche Kinder, betont sie. "Ich hänge an den Kleinen", sagt sie. Und auch die Kinder hängen an ihrer Lehrerin, hier und da fließen sogar Tränen.

    Ingrid Kuhn wird jedoch nicht ganz von der Bildfläche verschwinden, einmal pro Woche will sie in der Schule vorbeischauen und sehen, ob es Kollegen und Schülern gut geht. Nach so vielen Jahren als Pädagogin hat sie einige Tipps für Berufsanfänger in petto: "Es ist wichtig, sich überraschen zu lassen", sagt sie. Die ganze Theorie, die man im Studium lernt, kann man vergessen, sobald man vor der Klasse steht. Dann muss man sich auf sich selbst verlassen und sich individuell auf die Situation einstellen." Damit sei sie immer am besten gefahren.

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