Energie Gemeinden in der Eifel bangen um geplante Anlagen

Windkraft lohnt nur, wenn sich die Flügel drehen

Urschmitt/Beuren. So ein Windrad entsteht nicht von heute auf morgen. Schon seit etwa 15 Jahren bemüht sich die Gemeinde Urschmitt um Windkraftanlagen auf eigenem Grund – und auch die Nachbarn Kliding und Beuren sind aktiv. Im Dezember wurden nun endlich fünf Anlagen in Beuren und drei in Urschmitt genehmigt. Allerdings hat die Sache einen Haken.

Gemeinden in der Eifel bangen um geplante Windkraftanlagen.
Gemeinden in der Eifel bangen um geplante Windkraftanlagen.
Foto: Kevin Rühle

Ein Anwohner geht mit seinem Hund in Richtung Urschmitter Wald spazieren. Er blickt in Richtung Osten. Dort, hinter den Baumkronen, sollen Windräder entstehen – etwa 800 bis 1000 Meter von den Wohnhäusern entfernt. Wenige Meter neben einem dieser Häuser steht bereits ein Windrad, allerdings eine vergleichsweise kleine Version auf einem Privatgrundstück. Denn Windkraftanlagen wurden bisher in der VG Ulmen nicht gebaut. Dabei wird es auch bleiben, wenn die geforderten Auflagen der Genehmigung für fünf der acht Anlagen nicht geändert werden, erklärt Jens Reimer, Projektleiter der Firma Siemens Gamesa, die die Projektierung der Windräder ausführt. Die Kreisverwaltung fordert aktuell, dass alle Anlagen in Urschmitt und zwei in Beuren nachts ausgeschaltet werden müssen, um die Anwohner vor Lärm zu schützen. Dagegen hat Gamesa Widerspruch eingelegt, die Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet. „Mit einer Nachtabschaltung können wir die Anlagen nicht wirtschaftlich bauen“, erklärt Reimer. Man habe viel Geld in bisherige Planungen gesteckt und hoffe, dass am Ende alle profitieren könnten.

„Wir sind mit der Windkraft schon ewig dran“, sagt Peter Jahnen, Ortschef der Gemeinde Urschmitt. Derzeit wird in dem Eifeldorf nachts schon die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet, um Energie zu sparen. Das soll sich ändern. Dazu müsste die Kreisverwaltung nun ein neues Schallgutachten und den Widerspruch akzeptieren sowie die Auflagen lockern.

Die Nabenhöhe der geplanten Anlagen beträgt 120 Meter, die Rotoren hätten einen Durchmesser von 97 Metern – und würden jeweils 2 Megawatt Strom produzieren. Die Bauplätze liegen östlich von Urschmitt (Abstand: 800 bis 1000 Meter) sowie westlich von Beuren (1200 bis 2200 Meter). Bei der Genehmigung kamen den Planern bisher vor allem der Rotmilan und die Mopsfledermaus in die Quere – entsprechende Befürchtungen des Tierschutzes konnten ausgeräumt werden. Sollte das Projekt umgesetzt werden, müssen die Windkraftanlagen innerhalb von drei Jahren errichtet werden.

Von unserem Redakteur Kevin Rühle