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  • VG Zell: Gebühr fürs Schmutzwasser bleibt stabil - Frust wegen frühzeitig kaputter Kanäle

    Zell. Gute Nachrichten für Einwohner und Betriebe der Verbandsgemeinde (VG) Zell: Die wesentlichen Schmutzwassergebühren bleiben auch in diesem Jahr stabil. So liegt etwa das Entgelt je Kubikmeter Schmutzwasser weiterhin bei 2,11 Euro (einschließlich Abwasserabgabe). Das geht aus dem Wirtschaftsplan des Abwasserwerks hervor, den der VG-Rat jüngst einstimmig verabschiedet hat. Nur die Gebühren für den Transport und die Behandlung von Fäkalschlamm respektive Abwasser aus Kleinkläranlagen und geschlossenen Abwassergruben steigen um je 60 Cent pro Kubikmeter.

    Von unserem Redakteur David Ditzer

    Bei seinem Blick auf das Zahlenwerk machte VG-Bürgermeister Karl Heinz Simon deutlich: "Die Entgelte sind eng kalkuliert und beinhalten keine Luft für große Sprünge." Obwohl der Personalaufwand und Sonderabschreibungen zu spürbaren Aufwandserhöhungen geführt hätten, habe der Erfolgsplan unterm Strich ausgeglichen werden können. Das, erläuterte Simon, lag zum Beispiel an Einsparungen bei der Klärschlammbeseitigung (50 000 Euro) oder deutlich reduzierten Zinsaufwendungen (minus 30 000 Euro) infolge der Tilgung von Investitionskrediten.

    Zugleich kalkuliert das Abwasserwerk mit stabilen Umsatzerlösen bei einer Schmutzwassermenge von rund 720 000 Kubikmetern. Allerdings wies der Verwaltungschef darauf hin, dass die Schmutzwassermenge in den vergangenen 15 Jahren um circa 150 000 Kubikmeter gesunken sei. Zu den Gründen dafür zählen ihm zufolge ein sparsamerer Umgang der Bevölkerung mit Wasser und der demografische Wandel. Eine geplante größere Betriebsansiedlung auf dem Zeller Barl und der Ferienpark Marina Weingarten könnten allerdings künftig zu zusätzlichem Schmutzwasser führen.

    Kritik an verlängerter Abschreibungsdauer für Kanalleitungen

    Die Sprecher aller VG-Ratsfraktionen begrüßten, dass die Schmutzwassergebühren für 2016 nicht steigen. Sehr kritisch sah Karl-Otto Gippert (CDU) allerdings die Sonderabschreibungen, die für einen kaputten Kanal in der Marientaler Au (Zell) fällig geworden waren. Erst vor vier Jahren war die Abschreibungsdauer für Kanalleitungen per Ratsbeschluss von 60 auf 80 Jahre heraufgesetzt worden. Wenn Kanäle, wie jüngst auch auf dem Barl, schon "nach 45 Jahren fertig sind" führe das zu vermeidbaren Buchverlusten.

    Deshalb mahnte Gippert: "Die AfA (Absetzung für Abnutzungen - die Redaktion) von 80 Jahren werden wir im Werkausschuss sehr, sehr kritisch prüfen." Um ein Kanalkataster aufzustellen, lässt das Abwasserwerk die 180 Kilometer Kanalleitungen der VG Zell weiter fleißig mit Kameras befahren, hielt Werkleiter Helmut Halbleib fest. Wobei ein Großteil schon abgefahren worden ist. "Diese Katasteraufstellung ist auch ein zwingendes Muss", so Gippert. Mit Blick auf mögliche Schäden, die auf diese Weise sichtbar werden fügte er hinzu: "Ich fürchte, dass da noch mehr kommen wird." Abschließend äußerte der Christdemokrat die Hoffnung, dass dem Überbringer dieser schlechten Nachricht nun keine Strafe drohe wie im Mittelalter, denn: "Sonst würde ich noch kopfloser herumlaufen als sonst."

    Selbstverständlich musste sich Gippert in diesem Punkt keine Sorgen machen. Werkleiter Halbleib behielt kühlen Kopf und ging sachlich auf die Befürchtungen des Ratsmitglieds ein. Wo es irgend möglich sei, repariere man die Schäden im Inlinerverfahren. Es werde also eine Leitung in den alten Kanal eingezogen. "Hier gibt es dann keine Sonderabschreibungen, weil der alte Kanal dann ja weiter einen Wert hat", sagte Halbleib. Um das Inlinerverfahren anwenden zu können, müssten die jeweiligen Kanäle jedoch tief genug liegen. Aber egal, ob ein Rohr im Rohr möglich sei oder der Bagger ran müsse: Sobald eine TV-Befahrung einen schweren Kanalschaden (Zustand 0 oder 1) ergebe, "haben wir nicht die Wahl lange zu warten, da müssen wir ran". Diese Konstellation könne zu unliebsamen Überraschungen und sogar zu Nachtragshaushalten führen. Vor diesen Hintergründen mahnte auch Walter Justen (SPD) an, die Kanalabschreibungsdauer von 80 Jahren zu überdenken.

    Insgesamt 2,5 Millionen Euro für Bauarbeiten/Reparaturen

    VG-Bürgermeister Karl Heinz Simon zufolge sieht das Bauprogramm des Abwasserwerks anno 2016 für neue oder zu erneuernde Anlagen rund 2,5 Millionen Euro vor. Für den Zeller Barl wird ein Sanierungskonzept auf den Weg gebracht. Für einen ersten Bauabschnitt sind dort 650 000 Euro veranschlagt. Für eine neue Kläranlage in Grenderich sind 80 000 Euro an Planungskosten eingestellt. Zudem geht an die geplante Umstellung der Kläranlage Zell-Bullay-Alf (250 000 Euro für dieses Jahr). dad

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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