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  • Umzug abgelehnt: Asylbewerberin täuscht in Kaisersescher VG-Verwaltung Selbstmordversuch vor (Update)

    Kaisersesch. Update (03. Feb.): Die Geschehnisse in der Verbandsgemeindeverwaltung Kaisersesch scheinen deutlich weniger dramatisch gewesen zu sein, als von uns berichtet und uns seitens der Verwaltung zugetragen. Richtig ist, dass sich eine Frau in der Verwaltung selbst verletzt hat, allerdings war nach den neusten Informationen ihr Leben nie gefährdet und die Wunden nur oberflächlich. Der Eindruck sollte allerdings den Mitarbeitern vermittelt werden, der Selbstmordversuch wurde offenbar vorgetäuscht. Wir werden im Laufe des Tages weiter berichten.

    Schock in der Kaisersescher Verwaltung: Kurz nach 11 Uhr schlitzt sich am Dienstag eine Frau die Pulsadern auf, versucht sich in einer Toilette das Leben zu nehmen. Sofort alarmieren die VG-Mitarbeiter den Notarzt, kümmern sich um die blutende Frau, die als Flüchtling in die VG Kaisersesch gekommen ist. Dem Notarzt gelingt es, die Frau zu stabilisieren. Sie ist inzwischen über den Berg. Für die VG-Mitarbeiter stellen sich Fragen, eine lautet: Was müssen wir noch alles erleben? Denn es ist die Geschichte einer angekündigten Selbsttötung, die zweite binnen acht Tagen in der Bahnhofstraße.

    Die Frau wollte erzwingen, dass sie aus einem kleinen Dorf in die Stadt Kaisersesch habe umziehen dürfen. Und dann das blutige Ende. Für Bürgermeister Albert Jung, noch hörbar unter dem Eindruck der Bluttat stehend, ist jetzt der Punkt erreicht, an dem er "das meinen Mitarbeiter nicht weiter zumuten will". Er sieht sie seit Monaten in der Flüchtlingskrise einem immensen Druck ausgesetzt, ohne dass Entlastung von oben kommt. "Was bei uns alles an der Basis läuft, das bekommt doch in Berlin keiner mit", beklagt Jung.

    Die "Kommunikation des Bundes nach außen" habe versagt, man habe den Flüchtlingen, die ins Land kommen, nicht klar genug gesagt, dass sie sich hierzulande an Recht und Ordnung zu halten haben. Jung: "Wer das nicht akzeptiert, soll an der Grenze kehrtmachen. Deswegen muss die Kommunikation schon vor der Grenze beginnen." Jung fordert auch "eine klare Residenzpflicht", die der Bund per Gesetz anordnen müsse. Das bedeutet, dass ein Flüchtling sich nur dort bewegen darf, wo er polizeilich gemeldet ist. In der Stadt Kaisersesch gebe es im Übrigen derzeit keinen Wohnraum für Asylbewerber.

    In der Verwaltung ist dies der zweite kritische Fall gewesen. Vor einer Woche hatte ein männlicher Flüchtling einen Suizid angedroht - ihn aber letztlich nicht begangen. Er habe damit ebenfalls Druck ausüben wollen, so Jung. Für seine Mitarbeiter sei fast jeden Tag "ein Kraftakt" zu leisten. Und der Verwaltungschef kommt zum Schluss: "Wir sind mit einer solchen Situation überfordert." bro

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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