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  • BüchelPazifisten rüsten für monatelange Aktionen in Büchel

    Auch für dieses Jahr plant die Friedensbewegung eine 20 Wochen andauernde sogenannte Aktionspräsenz am Fliegerhorst in Büchel. Der Auftakt ist am nächsten Sonntag, 26. März, die Aktionen sollen bis in den August hinein anhalten. Geplant sind wie schon im vergangenen Jahr zahlreiche Aktionen, Mahnwachen, Blockaden, der Ostermarsch und Diskussionsrunden. Ziele der Proteste sind ein Stopp der Modernisierung der US-Atomwaffen in Europa und der Abzug der Nuklearwaffen aus Büchel.

    Im August vergangenen Jahres endete die erste „20-Wochen-Aktion“ der Friedensbewegung in Büchel. In Kürze beginnt die zweite Auflage der Dauerpräsenz. Foto: Archiv Dieter Junker
    Im August vergangenen Jahres endete die erste „20-Wochen-Aktion“ der Friedensbewegung in Büchel. In Kürze beginnt die zweite Auflage der Dauerpräsenz.
    Foto: Archiv Dieter Junker

    „Wir wollen 20 Wochen lang hier in der Eifel Präsenz zeigen und deutlich machen, dass wir alles tun, damit die Atomwaffen, die hier in Büchel gelagert werden, abgezogen und verschrottet werden“, sagt Wolfgang Schlupp-Hauck von der Pressehütte Mutlangen. Und Roland Blach, der Koordinator der bundesweiten Kampagne „Atomwaffenfrei jetzt“, kündigt an: „Es wird ein schwungvoller Auftakt werden, dem ein bunter und vielfältiger Protest folgen wird.“

    Der 26. März ist nicht zufällig als Auftakt gewählt. An diesem Tag vor sieben Jahren hatte der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit die Bundesregierung aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die US-amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland abgezogen werden. Und am 27. März beginnt in New York eine Konferenz der Vereinten Nationen für Verhandlungen zum Verbot von Atomwaffen. „Es ist für mich völlig unverständlich, warum Deutschland sich an dieser Konferenz nicht beteiligt, obwohl der Bundestag 2010 doch einen klaren Beschluss gefasst hat“, übt Elke Koller aus Leienkaul von der Regionalgruppe Cochem-Zell des Internationalen Versöhnungsbundes Kritik.

    Mit der 20-Wochen-Aktion in Büchel soll daher auch Druck auf die Bundesregierung ausgeübt werden, damit diese sich doch noch an dieser UN-Konferenz beteiligt. „Seit 2010 ist nichts passiert, nun hätte die Bundesregierung Gelegenheit, dem damaligen Beschluss auch Taten folgen zu lassen“, betont Roland Blach. Er erhofft sich von der Aktionspräsenz in Büchel, nicht zuletzt im Vorfeld der Bundestagswahl, eine breite öffentliche Debatte über die Atomwaffen und deren Ächtung.

    Dabei blicken die Friedensaktivisten durchaus mit Sorge auf die aktuellen Entwicklungen in der Welt. „Seit Januar ist Donald Trump als US-Präsident im Amt. Seine Unberechenbarkeit ist eine Gefahr“, warnt Wolfgang Schlupp-Hauck. Und verweist darauf, dass der neue Präsident angekündigt habe, die nuklearen Arsenale aufzurüsten. „Und andere Atomwaffenstaaten werden dem folgen“, ist Schlupp-Hauck überzeugt. „Das alles bringt vielleicht auch mehr Menschen in der Region zum Nachdenken über die Atomwaffen, die hier in Büchel lagern“, hofft Elke Koller, wobei sie aber ebenso sagt: „Es ist nicht nur Trump, der mir Sorgen macht. Auch die Situation in der Türkei, wo ebenfalls viele US-Atomwaffen lagern, könnte sich bei einer weiteren Eskalation deutlich zuspitzen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass im türkischen Atomwaffenstandort Incirlik auch Soldaten aus Büchel derzeit tätig sind“, mahnt die Friedensaktivistin aus der Eifel.

    Die Aktionspräsenz beginnt am Sonntag, 26. März, um 10 Uhr in der Jugendherberge Cochem mit einer „abrüstungspolitischen Matinee“, an der die Bundestagsabgeordneten Agniezka Brugger (Bündnis 90/Die Grünen), Alexander Ulrich und Katrin Werner (beide Die Linke) sowie der lokale SPD-Bundestagsdirektkandidat Benjamin Zilles teilnehmen werden. Außerdem werden mehrere Bürgermeister und Ratsmitglieder aus verschiedenen Städten und Gemeinden erwartet, darunter der Bürgermeister von Düsseldorf, Günter Karen-Jungen (Bündnis 90/Die Grünen). Das Hauptreferat wird Regina Hagen (Darmstadt) halten. Am Nachmittag ist eine Mahnwache am Fliegerhorst in Büchel geplant.

    In den Folgetagen soll es weitere Aktionen geben. Bereits am Montagmorgen haben das Jugendnetzwerk „JunepA“ und andere Gruppen eine Blockade angekündigt. Am 17. April ist erneut ein Ostermarsch geplant, im Juni gibt es ein Symposium der Ärztevereinigung gegen Atomwaffen (IPPNW) mit Gästen aus Norwegen, Schweden, den Niederlanden und Schottland. Den Abschluss der Aktionspräsenz bilden die Fastenaktionen rund um die Hiroshima- und Nagasaki-Gedenktage im August.

    Von unserem Mitarbeiter Dieter Junker

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