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  • Ostermarschierer fordern Abzug aller Atomwaffen

    Büchel. Rund 250 Atomwaffengegner haben beim Ostermarsch in Büchel für eine weltweite Abschaffung von Nuklearwaffen demonstriert. "Immer noch lagern Atomwaffen hier in der Eifel", kritisierte Dr. Elke Koller von der Regionalgruppe Cochem-Zell des Internationalen Versöhnungsbundes. Die neue Bundesregierung habe deren Abzug nicht mehr in der Koalitionsvereinbarung stehen, stattdessen sollen die Bomben modernisiert und damit wieder einsatzfähig gemacht werden, warnte sie. "Darum sind wir heute hier. Denn diese Waffen müssen weg. Hier in Büchel und überall in der Welt", meinte Elke Koller unter dem Beifall der Demonstranten.

    Von Dieter Junker

    Offenbar gebe es nach wie vor in den Köpfen der Militärs atomare Gedankenspiele, sagte Koller. Ihre Forderung daher: "Wir rufen die politisch Verantwortlichen und die Militärs auf: Kommt zur Vernunft und verschrottet diese Bomben."

    "Es gab mal 100 Atomwaffenstandorte in Deutschland. 99 davon sind heute atomwaffenfrei, nicht zuletzt aufgrund des Widerstandes aus der Friedensbewegung. Das macht Mut für Büchel, den letzten verbliebenen Atomwaffenstandort in Deutschland", betonte Bernd Hahnfeld von der Juristenvereinigung gegen Atomwaffen (Ialana). Irgendwann würden auch hier in Büchel die Atomwaffen weg sein. "Sie sind kein Überbleibsel des Kalten Krieges, sondern das Aggressivste, das von Menschen je geschaffen wurde", betonte der Jurist nachdrücklich.

    Von den Atomwaffen gehe auch eine Gefahr für die Region aus, warnte Elke Koller: "Nicht auszudenken, was passiert, wenn ein Tornado hier abstürzt, während diese Waffen oberirdisch gewartet werden", meinte sie.

    "Ich habe für Euch eine einfache Botschaft aus Neuseeland: Wir können Atombomben aufgeben, wir brauchen keine Atomwaffen", meinte unter Beifall der Neuseeländer Alyn Ware, alternativer Nobelpreisträger und Gründer sowie Koordinator des Parlamentariernetzwerkes für nukleare Abrüstung. Atomwaffen dürften keine Rolle in der Politik spielen, forderte er: "Wir brauchen kein Militär, um Probleme in der Politik zu lösen." Alyn Ware machte den Bücheler Friedensdemonstranten Mut in ihrem Engagement. "Manchmal erscheint dieses Ziel unmöglich, nachdem schon so viele Jahre hier demonstriert wird, doch wir in Neuseeland haben es auch geschafft", betonte er. Und auch Bernd Hahnfeld ist überzeugt: "Irgendwann werden wir damit auch hier in Büchel Erfolg haben."

    Es war eine bunte Schar, die sich vom Gewerbegebiet in Büchel auf den Weg zum Fliegerhorst machte. Parteien, Friedensgruppen und Einzelne verschiedener Couleur. Bei der Kundgebung gab es viel Musik mit der Sängerin Blue Flower, Werner Schwarz und Ingo Köhler verdeutlichten in einem Anspiel die Gefahren nuklearer Rüstung und Marion Küpker (GAAA) sowie Pfarrer Matthias Engelke verwiesen bereits auf die nächsten größeren Aktionen im kommenden Sommer. Frederik Holz von der Ärztevereinigung gegen den Atomkrieg (IPPNW) wies darauf hin, dass auch viele Banken an dem nuklearen Geschäft verdienen und forderte daher auf, klar zu machen, dass Atomwaffen "eben kein Bombengeschäft" sind.

    Und zum Schluss der Kundgebung stiegen 30 weiße Tauben als Zeichen des Friedens auf in den Himmel. "Es ist wirklich höchste Zeit, dass die Menschen endlich zur Vernunft kommen und diese Atomwaffen aus der Welt verschwinden", so Elke Koller.

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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