40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mittelmosel
  • » Konzept für Hochwasserschutz schmieden
  • Konzept für Hochwasserschutz schmieden

    Ediger-Eller. Das Timing hätte kaum besser sein können, die Eindrücke sind quasi vor der eigenen Haustür in Ediger-Eller abrufbar: Kurz bevor sich die Gemeinde mit den Bürgern zusammensetzen will, um ein örtliches Hochwasserkonzept zu besprechen, steht die Mosel bereits in manchem Keller kniehoch (siehe Zusatztext). Die Ergebnisse der schon 13 Jahre währenden Untersuchung eines technischen Hochwasserschutzes in der Doppelgemeinde werden im Dienstag, 16. Februar, 19 Uhr, im Bürgerhaus in Ediger-Eller vorstellt.

    Moselhochwasser am Aschermittwoch 2016 - Der Pegel steigt um 14 Uhr auf 656cm in Cochem. Bei Moselkern tritt die Mosel über die Ufer und behindert den Verkehr auf der Bundesstraße.
    Moselhochwasser am Aschermittwoch 2016 - Der Pegel steigt um 14 Uhr auf 656cm in Cochem. Bei Moselkern tritt die Mosel über die Ufer und behindert den Verkehr auf der Bundesstraße.
    Foto: Kevin Rühle

    Von Thomas Brost

    Eines steht vorab fest, wie Ortsbürgermeisterin Heidi Hennen-Servaty erklärt: Eine flächendeckende Hochwasserschutzwand wie in der Zeller Kernstadt wird es in Ediger und Eller nicht geben - auch aus Kostengründen. Klein beigeben will die Ortsbürgermeisterin deswegen nicht: "Wir kämpfen weiter um einen Hochwasserschutz. Eventuell kann es eine abgespeckte Variante bei uns geben." Wichtig aus ihrer Sicht ist, dass man "einen Plan in der Tasche hat". Das gilt sowohl für die Gemeinde als auch für deren Bürger. Das Jahrhunderthochwasser von 1993 ("damals haben 70 bis 80 Prozent unserer Häuser unter Wasser gestanden") hätten, so Hennen-Servaty, nicht alle miterlebt, die heute in Ediger-Eller wohnen. Junge Leute, Zugezogene aus den Nachbarländern und manche Ältere auf ihrem Altersruhesitz wüssten die Gefahr nicht richtig einzuschätzen. Deswegen sei der Abend auch dazu da, für das Hochwasserrisiko zu sensibilisieren. Die Bürger - auch aus den Nachbargemeinden - sind ausdrücklich aufgefordert, mitzudiskutieren und ihre Vorstellungen vorzutragen. Es geht auch um lebensnahe Lösungen, einen individuellen Notplan. "Das fängt schon damit an, dass ich mit Batterien für eine Taschenlampe vorsorgen muss", erläutert die Ortschefin.

    Foto: ThomasBrost

    Am Ende könnte ein tragfähiges Hochwasserkonzept herauskommen. Begleitet wird dieser Prozess von einem Ingenieurbüro aus Urbar. Unterstützend tätig sind das Informations- und Beratungszentrum Hochwasserversorgung (IBH), das Umweltministerium in Mainz und die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord. Die Landesbehörden haben hat für die Aufstellung eines Konzeptes eine 90-prozentige Förderung zugesagt. Ob und wie private Maßnahmen bezuschusst werden können, wird sich wohl bei der Einwohnerversammlung herausstellen.

    Heidi Hennen-Servaty ist zuversichtlich, dass ein örtliches Konzept geschmiedet werden kann - analog zu dem der Untermoselgemeinde Kobern-Gondorf. Dort hat eine Bürgerinitiative Hochwasserschutz durchgesetzt, dass die SGD Nord die Notwendigkeit eines Schutzdammes im historischen Ortskern untersucht. Ergebnisse werden im Frühjahr erwartet.

    Dass die nächste braune Moselflut kommen wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Wer nicht vorsorgt, für den könnte es arg eng werden. Hennen-Servaty: "Experten befürchten, dass das '93er-Hochwasser nicht das Ende der Fahnenstange sein wird."

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Rhein-Zeitung Cochem/Zell bei Facebook
    Regionalwetter
    Donnerstag

    14°C - 25°C
    Freitag

    11°C - 20°C
    Samstag

    10°C - 18°C
    Sonntag

    8°C - 17°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige