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    CochemGärtner baut Hanf im Gewächshaus an

    Zwölf Pflanzen wuchsen und gediehen prächtig in einem Gewächshaus an der Mosel, etwa 1,5 Meter hoch - in voller Blüte. Kein Wunder, immerhin kümmerte sich ein gelernter Gärtner um die berauschenden Pflanzen. Erfreuen konnte sich ein Nachbar an diesem Anblick allerdings nicht und rief die Cochemer Polizei. Das Ergebnis vor dem Amtsgericht: Acht Monate Haft auf Bewährung für einen 57-jährigen Moselaner und eine Geldstrafe für seine Lebensgefährtin, die mit dem Anbau zwar nichts zu tun hatte, ihn aber offenbar duldete.

    Symbolfoto Amtsgericht Cochem
    Symbolfoto Amtsgericht Cochem
    Foto: Kevin Rühle

    Von Kevin Rühle

    Nur ganz knapp schlitterte der Angeklagte Moselaner an einer Menge Marihuana vorbei, die sicherlich eine Gefängnisstrafe nach sich gezogen hätte. 108 Gramm Hanfblüten hingen erntebereit an den Pflanzen in seinem Gewächshaus, weitere 60 Gramm fand die Polizei in einem Eimer unter dem Bett des Angeklagten. Die Pflanzenteile enthielten insgesamt knapp sieben Gramm des Wirkstoffes Tetrahydrocannabinol (THC). Der 57-jährige Gärtner gibt vor Gericht an, dass er täglich Schmerzmittel nehmen müsse, um seinem Beruf nachzugehen. Daher sei er auf die Idee gekommen, die Schmerzen mit Cannabis in den Griff zu bekommen.

    Knapp 80 Jahre alt ist der Nachbar, der den Anbau in dem Gewächshaus beobachtet und der Polizei gemeldet hat. Von seinem Wohnzimmer aus hatte er einen guten Blick auf den Tatort. Er bestätigt auch, dass die Partnerin des Gärtner nie in dem Gewächshaus war. "Ich habe ihm gesagt, dass ich nichts damit zu tun haben möchte", sagt die 48-Jährige zu Amtsrichter Wilfried Johann. Doch das hilft nichts. "Sie haben versucht, sich zu widersetzen, trotzdem tragen Sie eine Mitverantwortung", begründet Johann die Geldstrafe von 1600 Euro, die auch der Staatsanwalt wegen des gemeinsamen Anbaus und Besitzes von Betäubungsmitteln gefordert hat.

    Die vom Gärtner in seinem Geständnis vorgetragene Motivation für den Anbau der Hanfpflanzen zieht das Gericht nicht wirklich in Zweifel. Stutzig macht den Staatsanwalt allerdings, dass bei dem Angeklagten kleine Tütchen für die Portionierung und eine Feinwaage gefunden wurden. Versuchter Handel mit Marihuana steht nicht in der Anklage.

    Ein Kassenschlager wäre das abgepackte Cannabis ohnehin nicht geworden. Der Gärtner mischte die Pflanzen so, dass der Wirkstoffgehalt möglichst niedrig blieb. Er wollte das Marihuana ohne Tabak rauchen. Dazu gekommen scheint es nicht zu sein, ein Drogentest blieb ohne Ergebnis. Zusätzlich zu der Bewährungsstrafe muss der Gärtner nun 140 Sozialstunden leisten. Gegen seine Schmerzen soll er nun aber nach Ansicht des Gerichts zu anderen Mitteln greifen.

    Cochem Zell
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